ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Was lohnt sich mehr? (2021)

carlos founder profil scaled e1610896322934

Carlos | | 4 Minuten

etf-sparplan-oder-einmalanlage-cover
Du befindest dich hier:

Mit 25 Euro ein Vermögen aufbauen? Das geht – und zwar mit ETF-Sparplänen. Aber auch eine Einmalanlage kann sich lohnen.

ETFs machen Vermögensaufbau so einfach wie noch nie. Mit einem Kauf kannst du z.B. den globalen Aktienmarkt abdecken. Für eine breite Diversifikation ist das optimal.

Für den Einstieg stehen dir folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • ETF-Sparplan oder Einmalanlage
  • Kombination aus Einmalanlage und ETF-Sparplan

Welche Option sich für dich am meisten lohnt, erfährst du im folgenden Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF (sog. „Exchange Traded Fund“) bildet die Wertentwicklung eines zugrundeliegenden Index ab. Das kann der DAX, S&P 500 aber auch der MSCI-World sein. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds, gibt es keine aktiven Fondsmanager, welche die Zusammensetzung des Fonds steuern.

Ein ETF-Sparplan ist nicht anders als ein Dauerauftrag (oder eine Einzugsermächtigung) zum Investieren in einen bestimmten ETF, den du bei deinem Broker einrichtest. Den Anlagerhythmus kannst du nach deinen persönlichen Vorzügen bestimmen. Besonders beliebt sind monatliche Einzahlungen.

Als Anleger bleibst du flexibel: Du kannst deine Sparrate jederzeit ändern oder aussetzen lassen. Beim ETF-Sparplan stellt sich im Vergleich zur Einmalanlage nicht die Frage nach dem idealen Einstiegszeitpunkt. Dazu gleich mehr.

Cost-Average-Effekt: Mythos oder Realität?

Der Cost-Average-Effekt, der im Zusammenhang mit Sparplänen regelmäßig erwähnt wird bedeutet, dass Anleger bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile am ETF kaufen. Dadurch erzielen Anleger einen günstigeren Durchschnittspreis. So viel zur Theorie.

In der Praxis wurde der Cost-Average-Effekt häufig widerlegt. So z.B. Anfang 2021 in einer umfangreichen Studie von Morningstar.

Vorteile eines ETF-Sparplans

Wie bereits erwähnt wird bei einem ETF-Sparplan regelmäßig und automatisch ein bestimmter Geldbetrag von deinem Girokonto abgebucht und in ausgewählte ETFs investiert. Das Modell bietet dir zahlreiche Vorteile:

ETF-Sparpläne federn Krisen ab

Ein monatlicher Sparplan kann gerade in turbulenten Zeiten seine Stärken gegenüber der Einmalanlage ausspielen. Das zeigt auch ein Blick auf das Renditedreieck des MSCI-World. Wer z.B. Anfang 2000 – kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase – eine größere Summe investiert hat, stand 13 Jahre lang im Minus.

Wer über einen Sparplan investiert hat, erzielte bereits nach 6 Jahren wieder eine durchschnittliche Rendite von 4,1 Prozent pro Jahr. Je länger der Zeitraum, desto weniger stark wirkt sich dieser Effekt jedoch auf deine Rendite aus. Aus dem Grund eignen sich Sparpläne besonders für Anleger, die risikoavers sind und keine großen Schwankungen ertragen.

msci-world-renditedreieck

Sparpläne disziplinieren

Ein weiterer Effekt, den Forscher der Universität Harvard entdeckt haben, ist die Disziplinierung von Anlegern. Durch die monatlichen Sparraten automatisierst du deinen Vermögensaufbau und baust eine gewisse Routine auf.

Das führt dazu, dass du im Durchschnitt länger investiert bleibst, als Anleger, die großes Kapital einsetzen – ohne regelmäßiges Sparen. Und je länger du investierst, desto besser.

Hohe Flexibilität

Hast du dein Geld einmal investiert, ist es gebunden. Zwar kannst du dein ETF-Portfolio jederzeit auflösen – jedoch verstößt du damit gegen wichtige Grundregeln zum Vermögensaufbau.

Um flexibler zu bleiben, eigenen sich Sparpläne. Du kannst beim Broker deine monatliche Sparrate, den Anlagerhythmus und den ETF anpassen. Außerdem kannst du auch mal aussetzen, solltest du dein Budget in dem Monat anders einsetzen wollen.

Vorteile einer Einmalanlage

Hast du einen größeren Geldbetrag zur Verfügung, den du für andere Zwecke (z.B. Notgroschen) nicht brauchst? Dann kannst du über eine Einmalanlage nachdenken.

Maximale Ausnutzung des Zinseszinseffekts

Bei der Einmalanlage wird dein gesamtes Vermögen von Anfang an mitverzinst. Damit maximierst du den Zinseszinseffekt. Lass uns dazu mal ein Beispiel anschauen:

Du hast die Möglichkeit 10.000€ zu 7 Prozent p.a. über 20 Jahre hinweg zu investieren. Mit einer Einmalanlage würde dein Vermögen in dem Zeitraum auf ca. 39.000€ anwachsen.

Hättest du über die 20 Jahre hinweg 42€ pro Monat eingezahlt (10.000€ in Summe), dann hättest du lediglich ein Endvermögen von 21.438€. Natürlich müssen wir an dieser Stelle berücksichtigen, dass es sich hierbei um vereinfachte Annahmen handelt, die nur auf sehr lange Zeiträume Anwendung finden.

Chancen auf günstigen Einstiegszeitpunkt

Wenn du Glück hast, erwischst du mit deiner Einmalanlage einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Hättest du z.B. im vergangenen Jahr im März in einen ETF auf den MSCI AC World-Index investiert, hättest du bis heute eine Performance von über 60 Prozent erzielt.

Das einzige Problem an diesem Vorteil: Du kannst den optimalen Einstiegszeitpunkt weder vorhersehen, noch berechnen.

Cost-Average-Effekt: Realität oder Mythos?

In den Medien und auch im Marketing-Material von Finanzdienstleistern (überwiegend Brokern) liest man immer wieder vom positiven Renditeeffekt des Cost-Average-Effektes (CAE), der mit ETF-Sparplänen realisierbar sein soll. Durch die regelmäßigen Sparraten werden in schwachen Börsenphasen mehr Wertpapieranteile gekauft – in starken Phasen wiederum weniger.

Die Senkung der Kosten pro Wertpapier (bzw. ETF-Anteil) ist real und kann nachgewiesen werden. Der positive Renditeeffekt hingegen nicht. Das hat die Wissenschaft bereits vor 35 Jahren nachgewiesen.

Warum liest man so häufig von den positiven Effekten? Das liegt an den Berechnungen, die häufig so konstruiert werden, dass der CAE der Einmalanlage überlegen erscheint. Einmalanlagen haben im historischen Vergleich jedoch immer besser performt als sukzessive Markteintritte.

Dennoch empfehlen wir gerade jungen Anlegern ETF-Sparpläne zu nutzen, da sie einen gesunden Disziplinierungseffekt hervorrufen. Die CAE-Vorteile sind überwiegend psychologischer – und nicht ökonomischer Natur.

Kombination aus ETF-Sparplan und Einmalanlage

Es muss nicht immer ein ETF-Sparplan oder Einmalanlage sein – du kannst beide Optionen auch miteinander kombinieren. Dabei investierst du zum Start einen größeren Geldbetrag und besparst zusätzlich noch dein Portfolio mit einem Sparplan.

Mit diesem Modell kombinierst du viele Vorteile und bleibst weiterhin flexibel.

EinmalanlageETF-SparplanKombination
  • Chance auf günstigen Einstiegszeitpunkt
  • Ausnutzung des Zinseszinseffekts
  • Antizyklischer Vermögensaufbau
  • Ab kleinen Sparraten möglich (>10€)
  • Automatisiertes Sparen
  • Flexibilität
  • Disziplinierung
  • Zinseszinseffekt ab Start nutzen
  • Reduziertes Risiko des teuren Einstiegs
  • Antizyklischer Vermögensaufbau
  • Disziplinierung
  • Flexibilität
  • Hohes Vermögen notwendig
  • Risiko eines teuren Einstiegszeitpunkts
  • Auswahl der Anbieter ist begrenzt, da nicht jeder ETF sparplanfähig ist
  • Fixer Anlagerhythmus (01. oder 15. des Monats)
  • Bestimmtes Vermögen notwendig
  • Begrenzte Auswahl der Anbieter für Sparpläne

Tipps zum Start deiner Geldanlage

Um dir den Einstieg in deinen Vermögensaufbau zu erleichtern, habe ich für dich noch ein paar Best Practices zusammengetragen:

Ohne private Rücklagen für finanzielle Engpässe, solltest du noch kein Geld investieren.

Wir empfehlen dir einen Notgroschen aufzubauen, mit dem du deine Lebenshaltungskosten für ca. 6 Monate decken kannst.

Hast du noch teure Kreditkartenschulden, auf die du eine Menge Zinsen zahlen musst?

Dann werde sie los, bevor du dein Geld an der Börse investierst. Besonders Kreditkartenschulden kosten dich häufig über 10 Prozent Zinsen. Solche Renditen sind an der Börse zwar möglich – jedoch eher unwahrscheinlich.

Weißt du was eine Aktie oder ein ETF ist? Wenn nicht, dann solltest du dich in jedem Fall vor dem Start deines Vermögensaufbaus mit den Grundlagen der Finanzwelt beschäftigen. Nur so weißt du, worin du investierst und kannst bessere Entscheidungen treffen.

Einen guten Einstieg findest du hier.

Bevor du wild in Aktien und ETFs investiert, solltest du dir Gedanken über deine Risikotragfähigkeit machen. Die meisten Verluste an den Börsen entstehen, weil Anleger ihr Risikoprofil falsch einschätzen.

Kommst du z.B. nicht gut mit Schwankungen klar? Dann solltest du unbedingt auf eine niedrige Aktienquote setzen und dein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen verteilen.

Stell dir einmal vor, du hast dir Gedanken über dein Risikoprofil gemacht und bist zum Schluss gekommen, dass ein ausgewogenes ETF-Portfolio am besten zu dir passt. 50 Prozent fließen in Aktien und der Rest in bonitätsstarke Staatsanleihen.

Zum Ende des Jahres merkst du jedoch, dass deine Aktienquote mittlerweile bei 80 Prozent liegt, weil die Börsen besonders gut gelaufen sind. Diese Gewichtung passt jedoch nicht mehr zu deinem Risikoprofil.

Aus dem Grund solltest du ein sog. Rebalancing machen. Das bedeutet nichts anders, als dass du einen Teil deiner Aktieninvestments in Anleihen umschichtest, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen.

Fazit

ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Das wichtigste ist zunächst einmal, dass du dein Geld überhaupt investierst. Damit entgehst du dem größten Risiko: der Inflation.

Für diejenigen, die ohne großes Anfangskapital ein Vermögen aufbauen wollen, eigenen sich ETF-Sparpläne. Ich hab bereits während meines Studiums mit 50€ pro Monat angefangen. Wer möchte, kann auch mit 10€ pro Monat starten.

Hast du bereits ein größeres Vermögen, dann bietet dir eine Einmalanlage die besten Renditeaussichten an, da du so maximal vom Zinseszinseffekt profitieren kannst. Diese kannst du zusätzlich mit einem ETF-Sparplan anreichern.

Probier doch dazu mal unseren ETF-Sparplan Rechner aus.

ETF-Sparplan oder Einmalanlage - FAQ

Nicht immer, aber bei vielen Anbietern (Brokern) gibt es kostenlose ETF-Sparpläne auf die wichtigsten Indizes.

Diese Möglichkeit sollte deine Brokerwahl beeinflussen, den Kosten sind beim Vermögensaufbau ein wichtiger Faktor. Bei Trade Reuplic, Scalable Capital, Smartbroker oder der Consorsbank gibt es z.B. viele kostenlose Sparpläne.

Absolut! Viel wichtiger als die Höhe deiner Investments ist der Anlagezeitraum – denk an den Zinseszins, der dein Geld für dich arbeiten lässt.

Wenn du 30 Jahre lang 25€ pro Monat investierst, hast du bei einer jährlichen Rendite von 7 Prozent ein Vermögen von ca. 30.000€ aufgebaut. 20.000€ sind reiner Gewinn, der Rest sind deine Einzahlungen.

Zunächst einmal musst du dich für einen Broker entscheiden. Dabei solltest du auf folgende Faktoren achten:

  • Nutzerführung und Kundenservice
  • Gebühren
  • Aktien- und ETF-Auswahl
  • Sparplanfähgikeit
  • Sicherheit

Anschließend entscheidest du dich für den ETF, den du monatlich besparen möchtest und wählst Anlagezeitpunkt, den Rhythmus deiner Einzahlungen und die Höhe der Sparraten aus.

Zum Schluss gibst du noch dein Referenzkonto (z.B. Girokonto) an, von dem aus die Sparraten abgebucht werden sollen.

Ja, die gibt es. Wenn du nicht auf einen Schlag eine ganze Amazon-Aktie kaufen kannst, dann bieten dir Aktiensparpläne einen bequemen Einstieg.

BEYOND SAVING

Guides & TESTS

Website Design by Felicis Design 🤍