5 Fakten über Geld, die du in der Schule nicht lernst (2020)

Carlos | Oktober 2020 | 5 Minuten

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Kurvendiskussionen, anorganische Chemie und Gedichtanalysen – wir lernen viel in der Schule. Finanzbildung steht dabei selten auf dem Lehrplan.

Wer das deutsche Schulsystem durchlaufen hat, wird mit großer Sicherheit keine finanziellen Grundlagen erlernt haben. Das ist beängstigend, wenn man bedenkt, dass wir täglich mit zahlreichen ökonomischen Fragestellungen konfrontiert werden.

60 Prozent der Deutschen sehen die Verantwortung einer soliden Finanzbildung bei den Schulen. Das hat eine Umfrage des Fintechs Weltsparen ergeben. Die Schulen hingegen weisen die Verantwortung den Eltern zu.

Wir haben fünf wichtige Fakten für dich zusammengefasst, die du definitiv nicht in den Lehrbüchern an deiner Schule finden wirst.

Ein Haushaltsbuch macht dein Leben einfacher

Die eigenen Finanzen zu verwalten ist nicht immer leicht. Der Aufwand erscheint vielen Menschen überwältigend.

Dabei existiert ein sehr hilfreiches Tool, welches dir das Leben spürbar leichter macht – das sogenannte Haushaltsbuch. Mein privates Haushaltsbuch hat mein Finanzverhalten um 180° gewendet.

Wie? Ganz einfach, indem es dir dabei hilft, deine Ausgaben unter Kontrolle zu behalten und dein Sparverhalten zu automatisieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du ein Haushaltsbuch zum Budgetieren nutzen kannst:

Wähle das Modell, das am besten zu dir passt – und bleib konsequent am Ball.

Cash Envelope System – Dave Ramsey

Das Cash Envelope System beruht auf der Beobachtung, dass Menschen weniger Geld ausgeben, wenn sie mit Bargeld anstatt mit Karte (oder per NFC) bezahlen.

Das Modell von Dave Ramsey zwingt uns dazu, strenger mit Budgets umzugehen und unser Konsumverhalten zu optimieren.

Lass uns das einmal anhand eines Beispiels erläutern:

Stell dir vor, du verdienst 3.000 Euro pro Monat. 300 Euro sind dein Budget für Lebensmittel. Du gehst also zur Bank, hebst 300 Euro ab und packst diese in einen Umschlag, den du mit „Lebensmittel“ beschriftest. Jedes Mal, wenn du Lebensmittel kaufst, musst du mit Geld aus diesem Umschlag zahlen – ohne Kompromisse.

Falls du merkst, dass du mit dem Budget nicht klarkommst, solltest du prüfen, ob es Sparpotenziale gibt oder ob dein Budget zu niedrig angesetzt war. 

Das gleiche Prinzip kannst du auf alle weiteren Kosten anwenden.

Sparen und Investieren sind nicht das Gleiche

Sparen ist vom Prinzip her leicht erklärt. Du öffnest ein Sparbuch bei der Bank, parkst dort dein Geld und erhältst jährlich fixe Zinszahlungen. Bankkonten – im Allgemeinen –  tragen lediglich ein niedriges Risiko – deine Verlustwahrscheinlichkeit ist in diesem Fall sehr klein.

Du kannst dein Geld jedoch auch investieren. In diesem Fall trägst du zwar ein höheres Verlustrisiko, aber auch höhere Renditechancen. Es gibt zahlreiche Anlageklassen, in die du investieren kannst (Aktien, Anleihen, ETFs, Rohstoffe & Immobilien). Jede Anlageklasse hat ein individuelles Risikoprofil.

Geld zu investieren ist besonders dann sinnvoll, wenn du einen langfristigen Anlagehorizont, z.B. zur Altersvorsorge, hast. Du kannst nie wissen, wie sich ein bestimmtes Wertpapier oder eine Anlageklasse entwickeln werden. Aus dem Grund solltest du immer auf eine breite Diversifikation („Vermögensverteilung“) achten.

Sparen und Investieren sind Teil einer soliden Finanzplanung

Dass Sparen im aktuellen Niedrigzinsumfeld keinen Sinn macht, stimmt nicht. Es kommt immer auf dein Ziel an. Für kurz- und mittelfristige finanzielle Ziele sparst du im Idealfall mit einem Tagesgeldkonto. Das Thema Inflation spielt im kurzfristigen Zeitraum nämlich keine große Rolle. Hier ist das Verlustrisiko die größere Gefahr.

Angenommen du planst in fünf Jahren ein Auslandsstudium, für das du 6.000 Euro angespart hast. Die 6.000 Euro werden auf dem Sparbuch ein wenig Kaufkraft einbüßen (ca. 230 Euro). Investiert unterliegt das Geld einem deutlich größeren Verlustrisiko. Zwar können aus den 6.000 Euro in fünf Jahren 10.000 Euro werden – aber auch – durch eine kurzfristige Korrektur – 3.000 Euro. Die zusätzliche Lücke in Höhe von 3.000 Euro müsstest du in dem Fall mit einem teuren Kredit zwischenfinanzieren.

Aus dem Grund sollte man immer abwägen, wofür man das Geld braucht. Für langfristige Ziele (>12 Jahre) sollte man Geld in ein breit gestreutes ETF-Portfolio investieren. Für kurz- und mittelfristige Ziele eignet sich ein Tagesgeldkonto.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Je früher du deine Finanzen unter Kontrolle hast, desto besser. 

Zeit ist beim Sparen und Investieren einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Je länger dein Geld investiert bleibt, desto stärker profitierst du vom Zinseszinseffekt.

Der Zinseszins ist die größte Erfindung des menschlichen Denkens.

Albert Einstein

Zinseszinsen sind im Endeffekt „Zinsen auf Zinsen“. Das lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären:

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Das Beispiel zeigt, was mit einer Geldanlage von 10.000 Euro in 50 Jahren passiert. Auf dem Sparbuch sinkt deine Kaufkraft kontinuierlich. 

Investiert, profitierst du von einem exponentiellen Vermögenswachstum, das durch den Zinseszinseffekt angefeuert wird.

Es ist egal, wie viel du zur Seite legst, solange du einfach startest. Auch als Student sind 25 Euro im Monat machbar. 30 Jahre lang zu sechs Prozent Rendite anlegt, entstehen hier ca. 25.000 Euro – nicht schlecht, oder?

Unser Tipp: Fang früh an dich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen. Entwickle einen langfristigen Finanzplan und fange frühzeitig an zu investieren. Damit verschaffst du dir Freiheiten. 

Mir geht es zum Beispiel darum, vor dem „klassischen“ Renteneintrittsalter in den Ruhestand zu gehen, um mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Es gibt nicht nur schlechte Schulden

Was Schulden sind, lernen wir häufig auf die harte Tour. Das ist gar nicht mal so schlimm, denn auch das ist Teil der finanziellen Bildung.

Ein paar Beispiele:

  • du nimmst als Student einen Studienkredit auf, ohne zu wissen, wie er funktioniert
  • du finanzierst dein neuestes Smartphone mit einer Finanzierung beim Händler, weil du gerade nicht liquide bist
  • Du zahlst mit deiner Kreditkarte und baust stetig Schulden auf
  • du überziehst regelmäßig dein Limit und befindest dich ständig im Dispo-Bereich

Finanzielle Verbindlichkeiten können stressig sein, weshalb es wichtig ist zu wissen, wie du Schulden loswerden kannst.

Außerdem sind nicht alle Schulden per se schlecht.

Ein Studienkredit gleicht einem Investment in dich selbst. Das kann dir in Zukunft viele Chancen eröffnen. Auch ein Immobilienkredit kann (je nach Immobilie) vorteilhaft sein, da ihm ein realer Vermögenswert gegenüber steht, der durch zukünftige Wertsteigerungen deutlich mehr wert sein könnte, als die Schulden.

Beachte die folgenden Tipps – unabhängig davon, welche Art von Schulden du aktuell verwaltest:

  1. Zahle deine Rechnungen fristgerecht (im Idealfall am Anfang des Monats)
  2. Baue keine Kreditkartenschulden auf (sie gehören zu den teuersten Schulden)
  3. Baue nicht zu viele Schulden parallel auf
  4. Frage dich immer, ob ein Kredit notwendig ist
  5. Prüfe, ob du einen Kredit umschulden kannst

Diesen Tipps zu folgen, wird dir helfen eine bessere Kreditwürdigkeit (sog. Schufa-Score) aufzubauen und deine Schulden unter Kontrolle zu behalten.

Du musst nicht angestellt sein, um Geld zu verdienen

Eines der größten Geld-Mythen, die wir alle schon mal gehört haben: „Du brauchst einen Job, um finanziellen Erfolg zu erreichen.“

Das stimmt nicht ganz. Ein Angestellten-Job verschafft dir sicherlich eine größere Planungssicherheit, aber es ist nicht der einzige Weg, wie du Geld verdienen kannst.

Sich nebenbei etwas Eigenes aufzubauen, wird seit Jahren immer beliebter – besonders bei Millennials und der neuen Generation Z. Die einen haben einen Blog aufgebaut, verdienen mit YouTube ihr Geld oder haben eine eigene Webdesign-Agentur gegründet. 

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt – es kommt immer auf die Skills an, die du vermarktest.

Und ganz nebenbei: In der aktuellen Zeit ist ein eigenes Business extrem wertvoll – das meiste kannst du „remote“ erledigen und außerdem hast du eine Absicherung, solltest du deinen „echten“ Job verlieren.

Es gibt mehr als einen Weg, Geld zu verdienen. Sei kreativ, setze dir keine Grenzen und probier einfach mal was aus.

Finanzbildung ist ein Marathon, kein Sprint

Diese Fakten zu kennen, ist ein guter Start in die Welt der Finanzbildung. Aber es ist auch wichtig zu wissen, dass Finanzbildung vielmehr eine lange Reise ist – und kein Tagesausflug. 

Je mehr du lernst, desto mehr Freiheiten stehen dir offen. Du wirst weniger Fehler mit deinem Geld begehen, ein solides Vermögen und ein starkes, finanzielles Fundament für deine Zukunft aufbauen.

Denk dran: Es geht nicht immer nur um deine Altersvorsorge, sondern einfach darum so zu leben, dass du maximales Glück empfindest.

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