Finanzbegriffe-Lexikon: Die 19 wichtigsten Begriffe zum Thema Investieren (2020)

verfasst von
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Carlos Link-Arad
Gründer von Beyond Saving

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Lerne in unserem Finanzbegriffe-Lexikon Schritt für Schritt die Welt der Geldanlage kennen

Die wichtigsten Begriffe zum Thema Investieren mit Beyond Saving – deinem Finanzbegriffe-Lexikon. Mit diesen Definitionen wirst du im Handumdrehen zum Finanzprofi.

Hast du kein oder kaum Vorwissen zum Thema Investieren und Geldanlage? Wirst du ganz verwirrt, wenn du Begriffe wie „Diversifikation“ hörst?

Mach dir keine Sorgen! Wir erklären dir Schritt für Schritt die wichtigsten Begriffe zum Thema Investieren und Geldanlage.

Lass uns loslegen.

Geldanlage

Eine Geldanlage ist das Investieren von Geld in etwas, das an Wert zunehmen kann. Wenn du dich also dafür entscheidest zu investieren, um einen Gewinn zu machen, kann das als Geldanlage gesehen werden. Ob du nun an der Börse investierst oder dein Geld in seltene Sneakers oder Gold anlegst. Bei all diesen Wegen handelt es sich um Geldanlagen.

Aktie

Eine Aktie ist ein kleines Stück eines Unternehmens, das du mit deinem Geld kaufst. Wenn das Unternehmen Gewinne erzielt, profitierst auch du als Aktionär davon. Auf der anderen Seite machst du eben auch Verluste, wenn es im Unternehmen nicht gut läuft.

Als Aktionär kannst du auch Geld verdienen, wenn das Unternehmen seinen Aktionären einen Teil seines Gewinns auszahlt. Diese Ausschüttungen nennt man Dividenden. Du kannst auch Geld verdienen (oder verlieren), wenn der Aktienkurs steigt (oder sinkt) und das Unternehmen wertvoller (oder weniger wertvoll) wird. Der Wert eines Unternehmens wird hauptsächlich durch die erzielten Gewinne und das Gewinnwachstum bestimmt.

Anleihe

Über die Investition in Anleihen gibst du einem Unternehmen (Unternehmensanleihe) oder einem Staat (Staatsanleihe) ein Darlehen. Du erhältst dabei Zinsen auf das geliehene Geld und am Ende einer vorher festgelegten Laufzeit dein eingesetztes Kapital zurück.

Risiko und Rendite gehen dabei Hand in Hand. Anleihen erzielen historisch gesehen im Durchschnitt eine geringere Rendite als Aktien. Sie unterliegen in der Regel aber auch geringeren Kursschwankungen.

Aktienkurs

Aktien werden entweder privat zwischen Investoren oder öffentlich an der Börse gehandelt. Der Preis zu dem du eine Aktie eines Unternehmens kaufen oder verkaufen kannst, wird als Aktienkurs bezeichnet. Aktienkurse können ähnlich wie Benzinpreise steigen und fallen. Viele verschiedene Faktoren können den Aktienkurs beeinflussen, wie z.B. die Nachfrage nach der Aktie oder wirtschaftliche und politische Ereignisse auf der Welt.

Indexfonds (ETFs)

Indexfonds, auch ETFs (Exchange Trade Funds) genannt, sind börsennotierte Fonds, die einen Index abbilden und von ETF-Anbietern oder Fondsgesellschaften entwickelt und ausgegeben werden. Der Index, den ein ETF verfolgt, besteht meist aus vielen verschiedenen Aktien oder Anleihen und versucht, einen bestimmten Aktien- oder Anleihenmarkt (z. B. europäische Aktien) widerzuspiegeln.

Das Geld wird in ETFs über viele verschiedene Aktien oder Anleihen verteilt/diversifiziert. Daher sind diese weniger risikoreich (haben ein besseres Risiko- und Renditenverhältnis), als einzelne Aktien oder Anleihen. Allerdings schwanken auch Indexfondspreise, jedoch im Durchschnitt weniger als einzelne Wertpapiere.

Mehr zu unseren Indexfonds kannst du in unserem Artikel zum Thema Passives Investieren lesen.

Portfolio

Mit deinem Portfolio kannst du selber entscheiden, wie viel Risiko du beim Investieren eingehen willst. Das liegt daran, dass jedes Portfolio eine andere Verteilung von Aktien, Anleihen und Rohstoffen hat. Je mehr Anleihen du in deinem Portfolio hast, desto weniger Risiko gehst du ein. Sei dir aber bewusst, dass auch die erwartete Rendite dann geringer ist.

In unserem Leitfaden ETF-Portfolio aufbauen, zeigen wir dir, wie du in nur 3 Schritten dein erstes Portfolio entwickelst.

Depot

In einem Wertpapierdepot werden deine Aktien, ETFs und Anleihen verwahrt. Früher wurden diese Wertpapiere physisch ausgehändigt und dann beispielsweise in einem Schließfach aufbewahrt.

Heute sehen wir unsere Wertpapiere, indem wir uns im OnlineBanking unserer Depotbank einloggen und den Depotbestand aufrufen. Die Aktie wird sozusagen in einem digitalen Depot aufbewahrt und nicht mehr extra gedruckt.

Die Funktionsweise des Wertpapierdepots ähnelt der eines Girokontos. Es verwaltet das Geld, das auf dem Konto gelagert ist sowie alle Ein- und Auszahlungen, die durch den Kontoinhaber getätigt werden.

Genau wie das Girokonto listet es alle wichtigen Transaktionen auf und zeigt uns, wann und zu welchem Kurs die Wertpapiere gekauft oder verkauft wurden, wie viel sie momentan wert sind (Zahlen werden minütlich aktualisiert), wie hoch der Gewinn oder auch Verlust prozentual zu beziffern ist und wie viel Prozent es am aktuellen Tag auf- oder abwärts ging.

Broker

Ein Broker – zu Deutsch: Wertpapiermakler – wickelt Kauf- und Verkaufsaufträge ab. Bezahlt wird er über eine Vermittlungsgebühr, die Courtage.

Rendite

Als Rendite bezeichnet man den tatsächlichen Ertrag deiner Geldanlage. Sie wird in der Regel in Prozent angegeben. Wenn du zum Beispiel 100 € investierst und am Ende 102 € zurückbekommst, beträgt deine Rendite 2 €.

Dividende

Eine Dividende ist eine jährliche Gewinnausschüttung von Unternehmen an ihre Aktionäre. Die meisten Unternehmen schütten jedes Jahr einen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre aus. Nicht alle Unternehmen zahlen Dividenden. Zum Beispiel behalten manche den Gewinn, um ihn in Neugeschäfte zu investieren oder eine Reserve für schlechtere Zeiten aufzubauen.

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Zinseszins

Der Zinseszins ist eine der wichtigsten Definitionen, die du hier im Finanzbegriffe-Lexikon finden wirst. Wenn du 100 € investierst und dabei 2 € Rendite erzielst, besitzt du eine Anlage im Wert von 102 € mit 2 % Rendite. Deine nächste Rendite wird aber nicht auf Basis deiner ursprünglichen 100 € berechnet, sondern auf die 102 €, die du schon durch die vorherige Rendite erzielt hast. Wenn wir mit dem Beispiel fortfahren, sehen wir, dass 2 % von 102 € wiederum 2,04 € sind. Das heißt, deine Anlage ist dann 104,04 € wert. Diesen Effekt nennt man Zinseszins. Am Anfang ist der Effekt (und die zusätzliche Rendite) noch gering, aber im Laufe der Zeit wächst die Gesamtrendite so exponentiell.

Risiko (oder Volatilität)

Die Volatilität ist ein Maß dafür, wie stark der Kurs eines Wertpapiers schwankt. Mathematisch betrachtet ist sie die Standardabweichung der Renditen des Wertpapiers. In der Finanzbranche dient die Volatilität oft als Risikomaß. Dabei gilt: Je höher die Vola, desto riskanter ist das Investment. Diese Betrachtung hat allerdings entscheidende Nachteile: Zum einen können Investoren die Kennzahl kaum intuitiv erfassen. Zum anderen erhöhen auch große Kursschwankungen nach oben, also Gewinne, die Volatilität, obwohl sie normalerweise nicht als Risiko verstanden werden.

Vermögensaufteilung

Die Vermögensaufteilung (engl. Asset Allocation) deines Portfolios bezieht sich auf die Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie zum Beispiel Anleihen, Aktien, Rohstoffe oder Immobilien. Als Anleger solltest du deine Investitionssumme auf mehrere Anlageklassen verteilen, um so dein Risiko zu streuen.

Neugewichtung

Die zahlreichen Anlageklassen unterliegen unterschiedlich starken Schwankungen. Eine ursprünglich festgelegte Struktur kann sich im Laufe der Zeit durch Kursbewegungen verändern. Insbesondere wenn du dich selbst um die Zusammenstellung deines Portfolios kümmern willst, solltest du die einzelnen Gewichtungen regelmäßig überprüfen. Wenn dein Portfolio aus dem Gleichgewicht gerät, solltest du eine Neugewichtung durchführen.

Die prozentuale Verteilung der Anlageklassen beeinflusst maßgeblich das Gesamtrisikos deines Portfolios. So kann es leicht passieren, dass du anstatt einer anfänglichen Verteilung von 30% Aktien und 70% Anleihen, nach einiger Zeit 40% Aktien und 60% Anleihen in deinem Portfolio siehst, wenn der Preis deiner Aktien gestiegen ist. Das ist nicht schlecht, bedeutet aber, dass sich auch das Gesamtrisiko deines Portfolios erhöht hat.

Wenn du dein Portfolio neugewichtest, wird die Verteilung auf ihren Ursprungszustand zurückgeführt (30% Aktien / 70% Anleihen).

Diversifikation

Wie beim Pferderennen alles auf eine Karte zu setzen, bringt auch viel Risiko mit sich. Deshalb spielt die Streuung (Diversifikation) im Portfolio eine wichtige Rolle. Stell dir vor, du kaufst nur Aktien eines einzigen Unternehmens. Wenn das Unternehmen pleitegeht, ist dein gesamtes Geld weg. Wenn du aber Aktien von 20 verschiedenen Unternehmen kaufst und ein Unternehmen davon bankrottgeht, verlierst du nur ein Zwanzigstel deiner Gesamtinvestition. Mit den verbliebenen 19 Unternehmen hast du die Chance den entstandenen Verlust auszugleichen.

Diversifikation reduziert das Risiko deines Portfolios.

Die aktive Diversifikation deiner Anlagen bedeutet aber viel mehr als das Investieren in verschiedene Unternehmen. Ebenso wichtig ist es, dein Geld auf unterschiedliche  Anlageklassen (z.B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Gold oder Immobilien), Länder bzw. Regionen, Branchen und Währungen aufzuteilen.

Wie stark du dein Portfolio diversifizieren solltest, ist von deiner persönlichen Risikoneigung abhängig.

Derivat

Ein Derivat ist ein Finanzprodukt, dessen Preis sich von einem anderen Finanzprodukt ableitet. Mit einem Derivat spekuliert man darauf, ob der Preis eines Produktes steigt oder fällt. Der Handel von Derivaten ist in der Regel nichts anderes als eine Wette, bei der man falsch oder richtig liegen kann. Somit ist der Derivatehandel häufig auch sehr riskant und spekulativ.

Aktives Investieren

Aktives Investieren ist vor allem durch das Ziel gekennzeichnet, den zugrundeliegenden Markt zu schlagen. Die damit verbundene Annahme ist, dass ein einzelner Investor bessere Entscheidungen treffen kann als der Gesamtmarkt. Dazu wird eine Vielfalt an Bewertungsmethoden genutzt, um Gewinner- und Verlierer-Aktien zu identifizieren oder den richtigen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf einer Aktie zu finden. Wenn du aktiv investierst, suchst du selber nach Unternehmen, deren Aktien du kaufen möchtest sowie den Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs.

Passives Investieren

Passives Investieren zeichnet sich hingegen dadurch aus, den Markt für sich arbeiten zu lassen. Der Anleger verzichtet bewusst darauf, den Gesamtmarkt zu übertreffen. Passives Investieren verzichtet auf Spekulationen. Durch diesen Verzicht ist es wahrscheinlicher, dass langfristig bessere Renditen erzielt werden als mit aktiven Anlagestrategien.

Anlageklasse (oder Assetklasse)

Mithilfe von Assetklassen (asset = Englisch für Anlagegegenstand) lässt sich der Finanzmarkt in verschiedene Segmente einteilen. Die wichtigsten Anlageklassen sind:

  • Aktien
  • Anleihen/Renten (festverzinsliche Wertpapiere)
  • Immobilien (die eigene oder vermietete)
  • Immobilienfonds
  • Bar- und Tagesgeld (liquide Mittel)
  • Rohstoffe (Gold, Öl, Weizen)
  • Wagniskapital

Die Hauptklassen lassen sich in Unterklassen unterteilen. So kann man die nachfolgenden Kategorien der Assetklasse Aktien zuordnen:

  1. Aktien großer Firmen
  2. Aktien kleiner Firmen
  3. Aktien von Firmen aus Schwellenländern
  4. Aktien von Firmen, die besonders viel Dividende zahlen

Festverzinsliche Wertpapiere lassen sich in die folgenden Unterklassen einordnen:

  1. Staatsanleihen
  2. Firmenanleihen
  3. Inflationsindexierte Anleihen
  4. Pfandbriefe

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