Finanzielle Bildung Fördern: 7 Tipps für Eltern (2020)

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Carlos Link-Arad
Gründer von Beyond Saving

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51,2 Prozent der Deutschen gaben 2018 zu, keine finanzielle Bildung erhalten zu haben.

Das sind über 42 Millionen Menschen und damit belegen wir den vorletzten Platz in Europa.

Die Studienergebnisse sprechen dafür, dass wir in einem Land finanzieller Analphabeten leben. Doch es stellt sich auch eine ganz andere Frage:

„Wie wichtig ist finanzielle Bildung überhaupt und warum sollten wir sie fördern?“

Lass es uns rausfinden.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist finanzielle Bildung wichtig?

Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene (16 – 36 Jahre) bezeichnen sich oft als finanzielle Analphabeten. 

Obwohl für mehr als 90 Prozent der Deutschen Finanzbildung ein absolutes Muss ist, findet sie in Kindergarten und Schule kaum statt.

Das Ergebnis: Die Deutschen sparen zu wenig für das Alter und legen ihr Vermögen schlecht diversifiziert und unrentabel an.

In Europa zählen wir daher zu den armen Würstchen, wenn es um das Durchschnittsvermögen pro Kopf geht. Fast zehn Prozent der Bundesbürger sind sogar völlig überschuldet.

In den meisten Fällen beginnt das Problem schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich blind in teure Handyverträge stürzen, Kurztrips nach Ibiza über P2P-Plattformen finanzieren und sich mit dem Kauf von Markenklamotten konstant überschulden.

Schlechte Finanzen haben weitreichendere Folgen als ein paar rote Zahlen auf dem Bankkonto. 

Ob Beziehung, körperliche Gesundheit oder Freundschaften – Finanzen spielen eine große Rolle in unserem Leben.

Die Fakten zeigen: Eine solide Finanzbildung bewahrt uns vor vielen Problemen und unterstützt nachhaltig unsere körperliche Gesundheit.

Was glaubst du, welche die häufigste Art finanzieller Bildung ist, die wir erhalten?

Es ist das Verhalten unserer Eltern, das wir in vielen Lebensbereichen blind kopieren.

Leider ist das in den meisten Fällen sogar schlechter als keine Bildung.

Dabei zeigen Studien, dass finanzielle Bildung wirkt.

Durch das Lernen finanzieller Grundlagen verbessert sich nachweislich die finanzielle Kompetenz sowie das individuelle Finanzverhalten. Wer seinen Kindern also frühzeitig einen gesunden Umgang mit dem Thema Geld ermöglicht, erleichtert ihnen den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Elternhaus.

Insbesondere das Risiko der Überschuldung wird erheblich reduziert.

Hast du dich schon mal gefragt, wann man („per Definition“) finanziell gebildet ist?

Für die OECD ist Finanzkompetenz:

"die Fähigkeit, sinnvolle und zweckmäßige finanzielle Entscheidungen treffen zu können, die nicht nur das Wohlergehen des Einzelnen gewährleisten, sondern auch verbessern."

Und genau darum geht es aus meiner Sicht.

Mit einer finanziellen Bildung werden sicherlich nicht alle Schüler in Zukunft zu Milliardären. Genauso wenig werden alle Schüler theoretische Physiker, nur weil sie Physik als Schulfach haben.

Aber wenn es Menschen hilft, ein finanziell gesundes und damit ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, dann ist sehr viel erreicht.

Darum ist das Thema auch für uns von so großer Bedeutung.

Finanzielle Bildung fördern – Was ist wichtig, was nicht?

Die Finanzbranche gibt sich alle Mühe, Dinge möglichst so komplex darzustellen, dass Menschen gerne die Verantwortung für ihr Geld an einen Berater übertragen.

Finanzmathematische Kennzahlen, Anglizismen und wissenschaftliche Begriffe sollen einen glauben machen, dass Geldanlage nur mit akademischem Hintergrund und viel Expertise möglich ist.

Aus Angst vor den „Risiken“ machen viele Menschen daher lieber nichts mit ihrem Geld und parken es auf ihren Giro- und Tagesgeldkonten.

Hier bekommst du einen Überblick über die Aufteilung des deutschen Geldvermögens (Stand: Dezember 2019).

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Deutsche setzen stark auf unrentable Anlageklassen. Der dadurch entstandene Kaufkraftverlust durch Inflation in 2019 (ca. 1,5%) betrug ca. 39 Mrd. Euro.

Dabei sind die Grundprinzipien von Finanzen einfach zu verstehen.

Es Ist nicht wichtig, den Value-at-Risk berechnen zu können, die dreißig DAX-Titel aufzuzählen oder die Bilanz der Deutschen Bank korrekt zu interpretieren.

Es geht vielmehr darum, die Naturgesetze des Geldes zu verstehen und die großen Zusammenhänge zu erkennen. Mehr als die mathematischen Grundrechenarten und eine Portion gesunder Menschenverstand sind dafür nicht notwendig.  

Finanzielle Allgemeinbildung ist nicht gleich Expertenwissen.

Du solltest lediglich in der Lage sein:

  • deine private Finanzplanung aufzustellen,
  • dein eigenes ETF-Portfolio aufzubauen,
  • deine Steuererklärung zu machen
  • und die richtigen Finanzdienstleistungen für dich zu wählen.

Es ist keine Raketenwissenschaft – sondern ein wenig Fleißarbeit, bei der wir dich bei Beyond Saving unterstützen.

Wer ist für finanzielle Bildung verantwortlich?

Leider ist in den Schulen hierzulande Unterricht zu den Themen Finanzen, Gesundheit und Entrepreneurship meist vergeblich zu suchen.

Wenn es eine Art von Bildung zum Thema Geld für Kinder und Jugendliche überhaupt gibt, dann ist es – wie bereits angesprochen – das Verhalten der Eltern.

Kinder schauen sich ab, was Mama und Papa mit Ihrem Geld machen.

Verbringen sie die Samstage in Shopping-Centern oder bringt der Postbote jede Woche mehrere Amazon-Päckchen, dann werden die Kinder früher oder später die Mentalität des „Will ich, kauf ich“ übernehmen.

“Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.”

Carlos Link-Arad

Natürlich wollen wir für unsere Kinder das Beste.

In dieser sich so rasant verändernden Welt mit steigendem Konsumwahn, Arbeitsplatzunsicherheit, Wirtschaftskrisen und Sorge um die sozialen Sicherungssysteme fragen wir uns, ob unsere Kinder persönlich und finanziell für ihr zukünftiges Leben gut vorbereitet sind.

Da vom Schulsystem derzeit keine Unterstützung zu erwarten ist, müssen wir wohl als Eltern ran. Und keine Angst: Für die finanzielle Grundausbildung bedarf es keines BWL-Studiums.

Damit es im Verlauf des Lebens nicht zu schwerwiegenden finanziellen Fehlentscheidungen kommt, ist es wichtig, das kleine Finanz-Einmaleins so früh wie möglich zu erlernen.

7 Tipps, die dein Kind zum Finanzprofi machen

Wir haben für dich die sieben wichtigsten Tipps zusammengefasst, die dir dabei helfen werden, deinen Kids eine solide Finanzbildung zu geben.

Es geht los mit dem Taschengeld.

1. Taschengeld

Taschengeld ist der erste Schritt, damit Kinder ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Geld sammeln können: Sparen, bezahlen, haushalten. Symbolisch finde ich es eine schöne Idee, wenn mit dem ersten Taschengeld auch ein Sparschwein oder anderes Gefäß geschenkt wird, in dem das neue, kostbare Gut sicher verwahrt werden kann. Wenn es mit dem Taschengeld gut funktionieren soll, müssen sich Eltern an klare Regeln halten:

Taschengeld gibt es regelmäßig und ohne Bedingungen!

Schlechte Noten oder ein unaufgeräumtes Zimmer sind keine Gründe, das Taschengeld zu verweigern. Den abgemachten Betrag gibt es wie besprochen – unabhängig von Leistung oder Verhalten.

Keine Schulden!

Dein Kind will sich den Lutscher kaufen, hat aber sein ganzes Geld schon ausgegeben? Dann mache nicht den Fehler und gib das Geld auf Pump! Es mag zwar verlockend erscheinen, dem Kind die Freude zu machen, aber es lernt, dass es die schnelle Befriedigung bekommt, ohne an morgen denken zu müssen. Auch Kinder müssen lernen, ihr Geld einzuteilen!

Taschengeld ist Geld des Kindes!

Stofftier, Süßes, Comic. Das Kind darf kaufen, was es will (solange es erlaubt ist!) und was es sich leisten kann. So lernt dein Nachwuchs Entscheidungen zu treffen, sich vor dem Kauf darüber Gedanken zu machen, ob die Dinge wirklich gebraucht werden oder nicht, und mit den Konsequenzen zu leben. Eine permanente Kontrolle und das Bestimmen der Eltern, was gekauft wird, ist da kontraproduktiv. So wird nur die Abhängigkeit und Unselbstständigkeit gefördert.

Fehlkäufe sind wichtig!

Das Kind darf mit dem Geld machen, was es will. Auch wenn es Blödsinn ist oder es um die Ecke billiger zu haben ist. Fehlkäufe regen zum Nachdenken an und erhöhen die Frustrationsgrenze. Lass dein Kind seine eigene Erfahrung machen.

Weniger ist mehr!

Ein ausreichend hohes Taschengeld fördert den Umgang mit Geld. Zu viel ist hingegen schädlich. Kinder und Jugendliche bekommen sonst das Gefühl, dass immer genug Geld da ist. Zudem verleitet es, bei den Freunden damit anzugeben. Wie viel Taschengeld für welches Alter angemessen ist, zeigen folgende Richtwerte des Deutschen Jugendinstituts.

2. Budgetgeld

Die Stufe, die nach dem Taschengeld kommt, ist das Budgetgeld.

Es ist die Stufe für Fortgeschrittene.

Die meisten haben ab 14 Jahren schon so viele Erfahrungen mit Geld gemacht, dass ihnen mehr Verantwortung übertragen werden kann. Zukünftig werden sie Dinge des täglichen Lebens selber einkaufen und von ihrem eigenen Geld bezahlen müssen: Kleidung, Schulmaterial, Mobiltelefon. Dafür bekommen sie natürlich mehr Budget.

Aber Achtung: Budgetgeld ist keine Taschengelderhöhung. Es ist auch kein Ersatz für Taschengeld. Budgetgeld ist für Alltagsdinge, Taschengeld für Freizeitvergnügen. Das sollten Eltern ganz deutlich absprechen.

Der große Vorteil: Die Jugendlichen eignen sich finanzielle Selbstständigkeit im Alltag an. Auch wenn es ihnen anfangs vielleicht ab und an noch schwerfallen mag, so kommt mit mehr Verantwortung auch mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Geld.

Zusätzlich gibt es auch einen positiven Effekt für Eltern: Sie müssen nicht ständig die Diskussionen führen, ob die Turnschuhe wirklich von der teuren Marke sein müssen oder nicht. Wenn das Geld reicht, dann kann der Junior selbst entscheiden.

Doch wieviel Budget ist zu empfehlen? Auch hier gibt es Richtwerte des Deutschen Jugendinstituts:

Unser Tipp: Ob und wie viel Geld ein Kind von seinen Eltern bekommt, hängt von der finanziellen Situation der Familie ab. Bist du alleinerziehende Mutter von zwei Kindern? Dann musst du nun mal anders haushalten als das Paar mit doppeltem Einkommen und einem Kind. Eltern, die ihren Kindern weniger als empfohlen oder überhaupt kein Geld zur Verfügung stellen können, müssen sich nicht schämen. Sie sollten dem Nachwuchs die eigene finanzielle Situation einfach nur erklären.

3. Konto

Irgendwann ist es so weit: Taschengeld, Geldgeschenke oder Arbeitslohn können das Sparschwein daheim schnell sprengen.

Wenn dein Kind schon einige Erfahrungen im Umgang mit Geld gemacht hat, wird es Zeit für ein eigenes Girokonto. Ab wie vielen Jahren das sinnvoll ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

Ab dem Kindergarten oder ab der Oberschule? Sicher ist allemal, dass ein eigenes Konto erst funktioniert, wenn die Kids die Zahlen kennen und lesen und schreiben können. Denn den Kontoauszug sollten sie ja selbst entziffern können.

Banken verlangen übrigens für ein Minderjährigen-Konto keine Gebühren. Trotzdem solltest du auf einige Punkte achten:

Bargeld

Was nützt deinem Kind ein Konto, wenn es nur schwer an sein Geld kommen kann?

Achte darauf, dass die Bank ein breites Netz an Bankautomaten anbietet, das dein Kind kostenlos nutzen kann. Das muss nicht unbedingt die Sparkasse oder Volksbank sein. Einige Direktbanken bieten ihren Kunden an, an jedem Bankautomaten Geld kostenlos abzuheben. So muss dein Kind nicht darüber nachdenken, wo es sich sein Geld holt.

Unser Tipp: Kinder bekommen oft Bargeld geschenkt, zum Beispiel von Oma und Opa. Falls es beim Kinderkonto aber nicht möglich ist, Bargeld kostenlos einzuzahlen, kannst du zu einem Trick greifen. Lass dir das Geld in bar von deinem Kind geben, zum Beispiel beim Einkauf.

Anschließend kannst du ihm den Betrag von deinem Konto überweisen.

Girokarte

Zum Girokonto bekommt dein Kind natürlich auch eine Karte, um Geld abheben oder bezahlen zu können. Das kann eine Girocard (viele kennen diese Karte noch unter ihrem alten Namen: EC-Karte), eine Prepaid Karte oder sogar eine Kreditkarte sein.

Aber keine Sorge – auch mit der Kreditkarte bekommt dein Kind keinen Kreditrahmen eingeräumt.

Der Grund dafür ist, dass Kinder sich nicht verschulden dürfen. Daher bekommen Sie auch keinen Dispo zur Verfügung gestellt.

Verfügungsbeschränkungen einrichten

Einige Banken bieten die Möglichkeit an, die Funktionen des Jugendkontos einzuschränken.

Zum Beispiel kann festgelegt werden, wie viel Geld am Tag abgehoben werden darf. Auch bei Überweisungen kann es Beschränkungen geben. In den meisten Fällen ist das auch sinnvoll, allein schon zum Schutz bei unbefugtem Zugriff.

Wem gehört das Geld?

Läuft das Konto auf den Namen des Kindes, dann gehört das Geld auch dem Kind.

Obwohl ihr als Erziehungsberechtigte das Konto für euer Kind eröffnet und auch sonst sehr viele Rechte habt, ist es nicht mehr euer Geld.

Das ist wichtig zu beachten.

Überträgst du größere Geldsummen auf dein Kind, so kannst du möglicherweise schenkungssteuerpflichtig werden. Allerdings hast du hier einen Freibetrag von 400.000 Euro je Elternteil alle 10 Jahre.

Kniffliger wird es, wenn du dir das Geld von deinem Kind zurückholen willst. Bei solch einer Rückschenkung liegt der Freibetrag nämlich nur bei 20.000 Euro. Dafür haben Kinder eigene Sparerfreibeträge oder du kannst auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung für sie beantragen.

Du solltest aber nicht das Konto deines Kindes für deine Geldanlage nutzen, um Steuern zu sparen.

Auch falls du Hartz IV beziehen solltest, ist es wichtig, dass das Konto auf den Namen des Kindes läuft und das Geld dem Kind gehört: Kinder haben auch bei Hartz IV einen eigenen Freibetrag. Wenn dein Kind nicht über ein eigenes Konto spart, rechnen die Ämter das Geld zum Vermögen der Eltern hinzu, was die Hartz-IV-Zahlungen negativ beeinflusst.

4. Bonus

Taschengeld und Budgetgeld solltest du stets in der vereinbarten Höhe zahlen.

Wenn du allerdings immer wieder Geld übers Taschengeld hinaus nachschießt, lernt dein Kind daraus, nicht selbstverantwortlich handeln zu müssen.

Dein Nachwuchs lernt, sich auf andere zu verlassen, weil Mama oder Papa immer wieder etwas mehr geben als eigentlich vereinbart war. Noch sind es Eltern und Großeltern, später der Staat oder der Arbeitgeber.

Auch wenn du es gut meinst, geholfen wird deinem Kind damit nicht. Es muss lernen, seine finanzielle Intelligenz auszubilden. Ist das Taschengeld alle, muss es selbst aktiv werden.

Ein guter Anfang ist, deinem Kind Geld in Aussicht zu stellen, wenn es bestimmte Aufgaben für dich erledigt:

Rasen mähen, Auto waschen oder Laub zusammenharken. Achte aber darauf, dass dein Kind die Aufgaben auch erledigen kann und sie weder körperlich zu anstrengend noch zeitlich zu aufwendig sind. Es soll ja keine Kinderarbeit sein.

Wenn dein Kind älter als 13 Jahre ist, kann es mit deiner Zustimmung auch Jobs von anderen annehmen.

Auf das Kleinkind der Nachbarn aufpassen, Nachhilfe geben oder Zeitungen austragen sind beliebte Jobs für Heranwachsende.

Achte aber auch hier darauf, dass die Bedingungen fair sind und das zeitliche Ausmaß sich mit Schule und Freizeit gut vereinbaren lässt. Maximal 2 Stunden darf es zwischen Schulschluss und 18 Uhr arbeiten. Ist dein Kind zwischen 15 und 17 Jahre alt, darf es zusätzlich bis zu vier Wochen in den Ferien jobben.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz hält hier genaue Regelungen bereit.

Nützliche Links für weitere Informationen zu Jobs für Jugendliche:

 Als Eltern können wir unsere Kinder beim Geld verdienen unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre finanzielle Intelligenz auszubilden, anstatt ihnen einfach mehr Geld zu geben.

Unser Tipp: Informiert euch bei Freunden oder im Internet, wieviel Geld für die Arbeiten üblich sind.

5. Einnahmen und Ausgaben

Eigentlich ist es ganz einfach:

Geld kommt auf der einen Seite rein und fließt auf der anderen Seite wieder raus – Soll und Haben.

Wir als Eltern können unseren Kindern tagtäglich beibringen: Auf der Einnahmen-Seite sollte immer mehr stehen als auf der Ausgaben-Seite.

Das vermeidet Schulden, schlaflose Nächte und Unzufriedenheit. Und wer es hinbekommt, Geld zurückzulegen und gewinnbringend anzulegen, hat gute Chancen auf ein (finanziell) sorgenfreies Leben.

Ein guter Anfang ist, sich bewusst zu machen, wo mein Geld herkommt und wofür es ausgegeben wird. Für dich als Vater oder Mutter gibt es dafür vielleicht schon ein Haushaltsbuch. Hilf deinem Kind, auch ein einfaches Haushaltsbuch zu führen.

Wo kommt mein Geld her? Wo fließt es hin? Gerade am Anfang wird eine solche Aufstellung wahrscheinlich recht übersichtlich aussehen.

Ganz wichtig dabei ist, dass sich dein Kind bewusst macht, wofür es das Geld ausgibt und ob die Finanzen auch reichen. Schnell werden so die größten Kostentreiber identifiziert. Sind diese erkannt, kann gegengesteuert werden:

  • Wird diese Sache wirklich benötigt oder kann improvisiert werden?
  • Bekomme ich das auch gebraucht zu einem günstigeren Preis?
  • Macht der Kinobesuch nicht auch ohne Popcorn Spaß?

Unser Tipp: Eine digitale Hilfe für den Finanzplan deines Kindes gibt es auch als App unter: https://www.deutschland-im-plus.de/feature/budgetplaner-app/  

Auch das Thema Kostenfallen solltest du mit deinem Kind besprechen. Gerade bei Handytarifen, Apps oder Onlinespielen lauern oft ungeahnte Kostentreiber. Schaue dir die Apps genau an, die dein Kind benutzt.

Thema Mobilität: Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche mit Einwilligung der Eltern ihre Mofaprüfung machen, 16-Jährige den Führerschein für größere Motorroller oder Mopeds und ab 17 Jahren kann es auch mit dem Autoführerschein losgehen. Besprich mit deinem Kind, welche Kosten dabei auf es zukommen.

Es sind ja nicht nur die Kosten für den jeweiligen Führerschein.

Wer sogar einen eigenen Roller oder ein Auto anschaffen möchte, muss weitere Kosten einplanen: Benzin, Versicherung, KfZ-Steuer und Reparaturen. Ist das mit den monatlichen Einnahmen zu stemmen?

6. World Wide Web

Jugendliche holen sich ihre Informationen heute aus dem Netz. Das gilt auch für Finanzinformationen. Für sinnvolle Recherchen und zum Lernen ist es eine hervorragende Quelle. Es gibt einige gute Informationsseiten zum Thema Finanzen – auch verständlich für Jugendliche.

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) hat die Bildungsinitiative für Jugendliche und junge Erwachsene ins Leben gerufen.

Auf der Seite www.wirtschaftswerkstatt.de können sie sich über relevante Finanzthemen ihrer Altersgruppe informieren. Über Social-Media-Angebote und Wettbewerbe vermittelt die Initiative Inhalte zur Finanzkompetenz direkt an die Jugendlichen.

Auch die Europäische Zentralbank hält altersgerechte Informationen auf Ihrer Seite https://www.ecb.europa.eu/ecb/educational/html/index.de.html bereit.

Unser Tipp: Surfe doch mit deinem Kind gemeinsam durch die Angebote im Netz. So lernt nicht nur dein Kind, sondern auch du und zusätzlich verbringt ihr auch noch Zeit gemeinsam.

Interessiert sich dein Nachwuchs schon für die Börse? Verschiedene Anbieter veranstalten regelmäßig Börsenspiele auch für Jugendliche (z. B. planspiel-boerse oder FAZ.NET-Börsenspiel). So kann dein Sprössling selbst Erfahrungen mit der Geldanlage sammeln, ohne das Ersparte aufs Spiel setzen zu müssen.

Manchmal wartet sogar eine Prämie auf den Sieger.

7. Spielerisch Finanzen lernen

Nicht nur im World Wide Web gibt es Spiele, die Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Finanzen näherbringen. Meine „Klassiker“ möchte ich dir hier vorstellen:

Kaufmannsladen: Wer kennt ihn nicht? Für Kindergarten und Vorschulkinder steht der Klassiker aller Generationen an erster Stelle: Der Kaufladen. Beim Spielen erlernen die Kids die Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage sowie Einkaufen und Verkaufen. Die Spielzeugindustrie hat sich der heutigen Zeit angepasst: In modernen Spielzeug-Kaufläden wird an der Scanner-Kasse mit Bankkarte gezahlt. Fast so wie im richtigen Leben.

Monopoly: Auch ein Klassiker, der sich für die ganze Familie eignet. Straßen kaufen, Häuser bauen, Miete kassieren. Wer investiert, der gewinnt. Der gemütliche Spieleabend ist – trotz PlayStation und X-Box – nicht totzukriegen.

Cashflow (Kinder ab 14): Das Spiel CASHFLOW von Robert Kiyosaki (Autor des Bestsellers Rich Dad Poor Dad) ist eine sehr lustige und experimentelle Lernmethode. Ziel des Spiels ist es, sein Vermögen gut zu verwalten, seinen Verpflichtungen nachzukommen und sich aus dem Hamsterrad herauszukämpfen. Am Ende kannst du dir hoffentlich das Leben leisten, das du dir erträumst.

Fazit

Als Elternteil trägst du nicht nur die Verantwortung für deine finanzielle Zukunft, sondern auch für die deiner Kids.

Du bist ihr Vorbild – ob du willst oder nicht. Verlasse dich daher nicht darauf, dass Schule oder Freunde deinem Kind das nötige finanzielle Rüstzeug geben.

Sorge dafür, dass deine Kinder schon früh einen guten Umgang mit Geld lernen und mit dem Vermögensaufbau beginnen, damit sie später keine finanziellen Sorgen haben.

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