Passives Investieren: Warum „Buy-and-Hold“ so sinnvoll ist

verfasst von
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Carlos Link-Arad
Gründer von Beyond Saving

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Falls du dich schon immer mal gefragt hast, warum es ETFs gibt, dann wirst du hier die endgültige Antwort finden:

Es ist die intelligenteste Art, zu investieren.

Investorenlegenden wie Warren Buffett schüren bei Millionen von Anlegern weltweit die Hoffnung, ähnliche Erfolge wie sie zu erzielen. Die Finanzmärkte mithilfe cleverer Analysen zu schlagen, ist das ultimative Ziel.

Doch so einfach ist es nicht.

Der Aufstieg von ETFs hat die Finanzwelt revolutioniert.

Die Hoffnung: Jeder kann mindestens genauso gute Renditen erzielen wie aktive Fondsmanager und das bei geringerem Aufwand und deutlich geringeren Kosten.

Ob das klappt und was genau der Unterschied zwischen aktivem und passivem Investieren ist, erfährst du genau jetzt.

Lass’ uns direkt starten…

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1:

Einleitung: Aktiv oder Passiv?

Stell dir vor, du könntest zwischen zwei Jobs entscheiden:

  1. Beim ersten arbeitest du wie gewohnt eine 35-Stunden Woche ab und verdienst 40.000 Euro im Jahr.
  2. Beim zweiten Job reduziert sich deine Arbeitszeit auf 10 Stunden die Woche – dein Gehalt bleibt bei den 40.000 Euro.

Wofür wirst du dich entscheiden?

Ich gehe mal davon aus, dass die Mehrheit sich für die zweite Option entscheiden wird.

Weniger Arbeit, dafür mehr Zeit für Familie und Freunde? Klingt nach einem verdammt guten Deal.

Auch beim Investieren hast du immer zwei Möglichkeiten:

Auf der einen Seite kannst du dein Geld passiv investieren. Auf der anderen Seite kannst du aktiv in Wertpapiere, Rohstoffe und andere Vermögenswerte investieren.

In den nächsten Kapiteln erklären wir dir,

  • was passives Investieren ist,
  • was die Forschung zu passiven Investments sagt,
  • welche Vor- und Nachteile es gibt
  • und zu wem eine passive Strategie passt.
Los geht‘s mit der Definition.

Kapitel 2:

Was ist passives Investieren?

Um zu erklären, was passives Investieren ist, lohnt sich ein Blick darauf, was es nicht ist. So kannst du es klarer vom aktiven Investment unterscheiden.

Das Ziel beim aktiven Investieren ist es, den Markt zu schlagen und eine sogenannte Überrendite zu erwirtschaften. Investierst du beispielsweise aktiv in deutsche Aktien, dann ist es dein Ziel, dass dein Portfolio eine höhere Rendite als zum Beispiel der DAX erzielt.

Stock Picking und Market Timing

Um eine Überrendite zu erzielen, nutzen “vermeintlich” clevere Anleger zwei beliebte Strategien: Stock Picking und Market Timing.

Beim Stock Picking suchen sich Anleger einzelne Aktien heraus, von denen sie annehmen, dass sie sich in der Zukunft besser als der gesamte Markt entwickeln werden. 

Beim Market Timing versuchen Anleger wiederum herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt für den Kauf beziehungsweise den Verkauf einer Aktie ist.

Sie prognostizieren beispielsweise auf Basis der historischen Kursverläufe, wann sich eine Aktie in einer Tiefphase befindet, um sie dann günstig kaufen zu können und wann eine Aktie in einer Hochphase ist, um diese dann mit Gewinn verkaufen zu können.

Ich habe oben bewusst “vermeintlich” geschrieben, weil der Erfolg dieser Strategien in den meisten Fällen auf reinem Glück basiert.

Und am Ende des Tages profitierst nicht wirklich du von diesen Strategien, sondern dein Broker, der sich an den Transaktionskosten eine goldene Nase verdient.

Es gibt zahlreiche Kritiker von aktiven Investmentstrategien, darunter auch Wirtschaftsgrößen wie Burton Malkiel von der renommierten Princeton Universität.

"I have never known anyone who could consistently time the market. And in fact I’ve never known anyone who knows anyone, who was able to consistently time the market."

Burton Malkiel

Stock Picking und Market Timing gibt es beim passiven Investieren nicht. Passiv zu investieren bedeutet, dem Markt langfristig zu folgen und kurzfristige Schwankungen einfach auszusitzen.

Lass uns kurz auf die theoretische Basis des passiven Investieren blicken – der sogenannten Effizienzmarkttheorie.

Effizienzmarkttheorie

Die theoretische Basis des passiven Investierens ist die sogenannte Effizienzmarkttheorie des Nobelpreisträgers Eugene Fama.

Seine Hypothese besagt, dass Finanzmärkte selbst effizient sind.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Es bedeutet lediglich, dass alle verfügbaren Informationen bereits in den Wertpapierpreisen enthalten sind und es somit für keinen Anleger möglich ist, den Markt langfristig zu schlagen.

Anstatt also sein Geld in VW-Aktien zu investieren, macht es mehr Sinn dem gesamten Index (also dem DAX) über einen entsprechenden Indexfonds zu folgen.

"The question is when is active management good? The answer is never."

Eugene Fama

Dieses Konzept ist natürlich sehr theoretisch und die meisten Menschen wissen, dass unsere Finanzmärkte alles andere als effizient sind.

Diese Theorie ist jedoch extrem wichtig für deine Geldanlage.

Zahlreiche Studien belegen (dazu später noch mehr), dass weniger als 5% der aktiv gemanagten Fonds langfristig ihren Vergleichsindex schlagen.

Mach dir also immer vorher Gedanken, ob du viel Zeit und Nerven darin investieren möchtest, den Markt zu schlagen. Das wirst du nämlich nur in den seltensten Fällen schaffen.

Die wahre Kraft von finanziellem Wohlstand entsteht nämlich durch passives Investieren.

Falls du noch nicht überzeugt bist, lies dir unbedingt die folgende Case Study durch.

Case Study: Aktives vs. Passives Investieren in den DAX

Das DAX-Renditedreick des Deutschen Aktieninstituts zeigt die jährliche Durchschnittsrendite, die du vom jeweiligen Kaufjahr (vertikale Achse) bis zum jeweiligen Verkaufsjahr (horizontale Achse) erreicht hättest.

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Quelle: Deutsches Aktieninstitut (Zahlen zum 31.12.2019)

Daraus können wir ableiten, dass die durchschnittliche Rendite in Deutschland in den letzten 50 Jahren (Stand: 31.12.2019) bei 7,3% lag. In den letzten 30 Jahren lag sie bei 6,9% pro Jahr.

Jetzt wird es richtig spannend:

Entlang der Diagonalen von unten links nach oben rechts sind alle 1-Jahres-Zeiträume aufgeführt. Je weiter wir nach unten rechts gehen, bewegen wir uns in Richtung der langfristigen Zeiträume, mit einem Maximum von 50 Jahren.

Die roten Felder markieren negative Renditen, also Verluste. Die grünen Felder stehen für positive Renditen und damit Gewinne.

Nahezu alle roten Felder lassen sich entlang der Diagonalen finden, hauptsächlich bei Anlagezeiträumen von unter 5 Jahren. Je größer der Anlagehorizont, desto weniger rote Felder.

Die Vergangenheit gibt uns zwar keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung, aber in jedem Fall gute Anhaltspunkte.

Wer in den letzten 50 Jahren in den DAX investiert hat,

  • hätte von 50 möglichen 1-Jahres-Perioden in 13 Perioden (26%) Geld verloren (Gewinnwahrscheinlichkeit: 74%).
  • hätte von 46 möglichen 5-Jahres-Perioden​ 9 Perioden (19,6%) im Verlust abgeschlossen (Gewinnwahrscheinlichkeit: 80,4%).
  • hätte von 41 möglichen 10-Jahres-Perioden 2 Perioden (4,9%) im Verlust abgeschlossen (Gewinnwahrscheinlichkeit: 95,1%).
  • wäre nach spätestens 13 Jahren immer im Gewinn gewesen (Gewinnwahrscheinlichkeit: 100%).

Was wir daraus lernen können: Je länger der Anlagehorizont war, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anleger mit einem Investment in den DAX Geld verloren hat.

Diese Erkenntnis lässt sich übrigens nicht nur aus dem deutschen Aktienmarkt in Form des DAX schlussfolgern, sondern auch aus dem US-amerikanischen (bspw. S&P500) und anderen Aktienmärkten, bei denen die Statistik sehr ähnlich aussieht.

Je kurzfristiger du anlegst und je mehr du versuchst, die besten Börsenphasen zu erwischen, desto mehr läufst du in Gefahr negative Renditen zu erzielen.

Je langfristiger du anlegst, desto eher kannst du Krisen aussitzen, mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Gewinn einstreichen und das Risiko eines Verlustes minimieren.

Denk immer daran:

Der optimale Zeitpunkt zum Investieren war gestern.

Kapitel 3:

Passives Investieren mit ETFs und Indexfonds

Die Effizienzmarkttheorie von Eugene Fama ist die Grundlage für die Entstehung der sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds) in den 80er Jahren. ETFs sind nichts anderes als Wertpapiere, die einen Index (z.B. den DAX) nachbilden.

Du investierst also passiv. 

Und ETFs boomen.

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Quelle: statista.com (Stand: Februar 2020)

“Egal, ob es sich um einen Börsen-Neuling, einen erfahrenen Investor oder sogar einen professionellen Fondsmanager handelt - es ist aufregend, zu sehen, dass so viele Menschen den Wert von Indexfonds zu schätzen wissen.“

Carlos Link-Arad

Das liegt u.a. daran, dass sie sehr kostengünstig sind. Da das Fondsmanagement sich auf die reine Index-Nachbildung beschränkt – also selbst passiv investiert – ist der Verwaltungsaufwand entsprechend gering.

Die Zusammensetzung der im Fonds enthaltenen Wertpapiere entspricht genau der Zusammensetzung des Marktindexes, auf den sich der Fonds bezieht. 

Ein DAX-ETF umfasst zum Beispiel Aktien aller DAX-Unternehmen in exakt der Struktur und Gewichtung, in der sie auch im DAX  enthalten sind. Dadurch kann sich der ETF nicht wesentlich anders entwickeln als der DAX, er vollzieht dessen Entwicklung lediglich nach.

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Quelle: finanzen.net (DAX Gewichtungen zum 15.04.2020)

Unser Tipp:

Setze bei der Geldanlage nicht nur auf Aktien.

Klar, mit einem DAX-ETF bist du deutlich robuster aufgestellt als jemand, der nur in VW-Aktien investiert.

Dennoch solltest du nicht nur “innerhalb” einer Anlageklasse – sondern auch verteilt auf unterschiedliche Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien & Rohstoffe) und in andere Regionen (USA, Asien & Schwellenländer) investieren.

“Diversifikation ist das einzige “free-lunch” beim Investieren. Mit ETFs kannst du dein Portfolio extrem günstig streuen. Du benötigst pro Anlageklasse nur einen passenden ETF."

Carlos Link-Arad

Schon mit weniger als einem Dutzend ETFs ist eine breite Streuung möglich.

Willst du auch deine Finanzen meistern und stressfrei Vermögen aufbauen?

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Kapitel 4:

Passive Anlagestrategien zeigen erstaunliche Studienergebnisse

Millionen von Anlegern setzen auf ETFs.

Anstatt den Markt zu schlagen, geben sich diese Menschen mit der Marktrendite zufrieden.

Und ganz ehrlich: Im Vergleich zu dem, was du heute auf deinem Sparbuch bei der Bank erhältst, klingen 7-9 % Rendite im Jahr doch sehr attraktiv, nicht wahr?

“Passives Investieren ist selbst für wohlhabende Anleger attraktiv. Du musst dich entweder dafür entscheiden den Markt zu schlagen oder deine Kosten zu minimieren. Meine Erfahrung zeigt, dass die erfolgreichsten Unternehmer zunächst an ihre Kosten denken.”

Christopher C. Geczy (Professor für Finanzwirtschaft an der Wharton School)

Forscher der Eliteuniversität Wharton in Pennsylvania haben in einer langjährigen Studie erstaunliche Ergebnisse geliefert, die die Vorzüge einer passiven Anlagestrategie untermauern.

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Quelle: Morningstar (Zahlen zum 31.12.2018)

Jetzt wird es richtig spannend. Lass uns im nächsten Kapitel auf die Vor- und Nachteile des passiven Investierens blicken.

Kapitel 5:

Vorteile und Nachteile des passiven Investierens

Vorteile

Du sparst viel Zeit

Zu Warren Buffetts Meinung in Hinblick auf Indexinvestitionen wurde bereits viel geschrieben.

Der bekannteste und erfolgreichste aktive Investor aller Zeiten, der seinen Reichtum damit verdient hat, große Wetten auf einzelne Unternehmen abzuschließen, empfiehlt nun, dass die meisten Menschen einfach in passive Indexfonds investieren sollten.

Er hat sogar festgelegt, dass so auch der Nachlass nach seinem Tod angelegt werden soll. Zunächst erscheint das irgendwie seltsam, aber im Grunde genommen ist Buffett einfach nur sehr ehrlich und selbstkritisch.

Buffett war als aktiver Trader sehr erfolgreich. Er ist aber auch einzigartig talentiert und kennt Informationen und Möglichkeiten, zu denen der Rest von uns niemals Zugang haben wird.

Und was noch wichtiger ist, er widmete sein ganzes Leben dem Investieren – ein Opfer, das die meisten von uns nicht aufbringen wollen oder können. Indem er feststellt, dass die meisten Anleger mit einer passiven Vermögensallokation gut zurechtkommen würden, verbalisiert er die alte 80/20-Regel, die so viel in unserem Leben betrifft:

80% des Investitionsvorteils können mit sehr geringem Aufwand erzielt werden, während die restlichen 20% enorm schwierig zu erreichen sind.

Anstatt dein eigenes Leben dem Hinterherjagen zusätzlicher Rendite zu widmen, wirst du höchstwahrscheinlich finanziell viel besser dran sein, wenn du diese Zeit damit verbringst, deine Karriere voranzutreiben oder eine Gehaltserhöhung auszuhandeln.

Indem du passiv investierst, maximierst du den Kompromiss zwischen deiner Rendite und dem dafür erforderlichen Aufwand.

So kannst du deine persönlichen Interessen weitaus profitabler und angenehmer verfolgen, als den ganzen Tag Unternehmensbilanzen zu lesen und die Märkte wie eine gestresste Katze mit einem Auge auf die Maus und dem anderen auf den Hund zu beobachten.

Es ist der günstigste Weg, zu investieren

Selbst wenn man sich nicht die ganze Arbeit machen möchte, die Warren Buffett sich tagtäglich macht, warum sollte man nicht jemanden einstellen, der das für dich erledigt? Es gibt doch Investmentfondsmanager, die das für einen tun können! Das stimmt – aber nur zu einem hohen Preis.

Die durchschnittliche Kostenquote für einen aktiv verwalteten Investmentfonds liegt heute bei 1,3%.

Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber du musst bedenken, dass die langfristige, inflationsbereinigte Wertentwicklung einer typischen 60/40-Indexmischung – das bedeutet 60% sind in Aktien und 40% in Anleihen angelegt – nur etwa 5% beträgt.

Im Durchschnitt entspricht eine Gebühr von 1,3% etwa 25% deines potenziellen Gewinns, den du mit einem ähnlichen passiven Portfolio erzielen könntest. Dies ist ein großes Handicap, das du überwinden musst. Aus diesem Grund haben zahlreiche Studien gezeigt, dass eine kostengünstige Indexinvestition auf lange Sicht in der Regel rentabler ist, selbst wenn es einigen Managern gelingt, den Markt vor Gebühren zu schlagen.

Warum investieren dann trotzdem so viele Menschen in aktiv verwaltete Investmentfonds und bauen sich nicht ein eigenes Depot mit ETFs je nach ihren Präferenzen? 

Ich denke, die häufigste Antwort auf diese Frage ist Angst und Unsicherheit. Die meisten Menschen trauen sich nicht, etwas zu tun, das so kompliziert erscheint. Was uns zum nächsten Punkt führt:

Es ist wirklich einfach

Investieren ist einschüchternd, ich verstehe das.

Vielleicht siehst du dich nicht als Zahlenmensch und vertraust nicht darauf, die besten finanziellen Entscheidungen zu treffen. Vielleicht hoffst du, dass es sicherlich jemanden gibt, der viel schlauer ist als du selbst und der es noch besser kann.

Oder vielleicht haben dich die komplexen Finanznachrichten zu Recht davon überzeugt, dass du niemals hinterherkommen kannst und du die nötigen Investmententscheidungen an einen erfahrenen Profi delegieren musst.

Aber kluges Investieren ist wirklich nicht so schwierig. Du musst die Märkte nicht schlagen, um erfolgreich zu sein – Wachstum ist eingebaut! Du musst nur einen kampferprobten Plan auswählen und daran festhalten.

Ein Großteil der Investmentbranche befasst sich damit, die Dinge so komplex klingen zu lassen, dass Anleger sich unzulänglich genug fühlen, um die Kontrolle über Ihr Geld einem aktiven Fondsmanager zu überlassen. Doch das garantiert nicht automatisch überlegene Renditen, insbesondere wenn du die Gebühren berücksichtigst. Mit der großen Auswahl an Indexfonds gelingt es heute auch aktiven Privatanlegern, ein Portfolio mit vielen der gleichen Allokationstechniken der Profis aufzubauen und zu verwalten. 

Am schwierigsten ist es, ein Portfolio zu finden, das deinen persönlichen finanziellen und emotionalen Bedürfnissen entspricht. So wie ein Rezept einige Grundzutaten zu einer gut zubereiteten Mahlzeit kombiniert, ist ein Portfolio eine Sammlung von Indexfonds, die intelligent in den richtigen Portionen gemischt werden.

Es macht dich zu einem besseren Investor

Ein passiver Investor zu sein bedeutet nicht, dass du blind in die Märkte investierst.

Im Gegenteil: Ein kluger Anleger kann die Risiken und Chancen eines bestimmten Portfolios quantifizieren und eines auswählen, das die Rendite für sein gewünschtes Risiko maximiert. Indem du dir bewusst wirst, wie und warum du so investierst, wie du es tust, baust du ein Maß an Verständnis und Disziplin auf, das der durchschnittliche Investor nicht genießt. 

Es geht darum, dass du dir ausreichend Zeit nimmst, dir nicht nur die Renditen der Vergangenheit anzuschauen, sondern auch zu verstehen, welche Turbulenzen dich auf dem Weg erwarten. Diese Vorbereitung ist entscheidend, um unvermeidliche Stürme an den Börsen zu überstehen.

Hältst du dich an deinen Plan, wirkt sich das messbar positiv auf deine langfristigen Renditen aus. Der schlimmste Feind für dich als Investor ist, es komplizierter zu machen als es tatsächlich ist. Wenn du deine eigenen Ersparnisse selbst in die Hand nimmst und ein einfaches Regelwerk aufstellst, an das du dich halten kannst, wirst du auf lange Sicht glücklicher und vermögender.

Diversifikation

Zudem hat ein passives Investment den Vorteil, dass es bereits von Haus aus diversifiziert ist. Durch die Tatsache, dass du dem gesamten Markt folgst, hast du nur ein geringes individuelles Unternehmensrisiko.

Kaufst du zum Beispiel einen ETF auf den MSCI World Index, investierst du gleichzeitig in über 1.600 Unternehmen.

Wenn jetzt zehn von diesen Unternehmen insolvent gehen, wird sich das kaum auf deine Rendite auswirken.

Nachteile

Keine Überrendite

Mithilfe von passivem Investieren kannst du zwar nie weniger Rendite als der Markt machen, auf der anderen Seite kannst du jedoch auch keine Überrendite erzielen.

Geringer Lerneffekt

Ein weiterer Nachteil ist der geringere Lerneffekt. Würdest du aktiv investieren, würdest du schneller mehr Erfahrungen sammeln und die Märkte besser verstehen.

Das kann jedoch meistens dadurch ausgeglichen werden, dass du beim passiven Investieren deutlich weniger Verluste und Schwankungen erleiden wirst.

Schaden an der Aktionärsdemokratie

Ein interessanter Punkt, den man häufig in der Presse liest, ist, dass passives Investieren der Aktionärsdemokratie Schaden zufügt.

Damit ist gemeint, dass Menschen, die in ETFs investieren, nur selten von ihrem Stimmrecht auf den Hauptversammlungen der Aktiengesellschaften Gebrauch machen. Es kommt somit immer mehr Kapital in das Unternehmen, welches unzureichend auf der Hauptversammlung repräsentiert wird.

(Langsamer Vermögensaufbau)

Mit einer passiven Anlagestrategie wirst du dein Geld nicht innerhalb kurzer Zeit vervielfachen können. Im Gegenzug dazu hast du jedoch deutlich weniger Risiko und eine stabile Rendite.

Bitcoin Renditen wirst du nicht erleben. Das brauchst du zum gesunden Aufbau von Vermögen aber auch nicht.

Denke daran: Hohe Renditen sind immer auch mit einem höheren Risiko verbunden.

Kapitel 6:

Passives Investieren: Macht es Sinn für mich?

Passives Investieren eignet sich vor allem für Anfänger, die sich langsam ein Vermögen aufbauen möchten und nach einer sinnvollen Alternative zu klassischen Sparformen suchen.

Ist eine passive Indexanlage die einzig gute Option für dich? Natürlich nicht. Genauso wie es verschiedene Portfolios für verschiedene Arten von Menschen gibt, gibt es auch viele Anlagestrategien. Auch wenn mich manche davon nicht überzeugen können, lehne ich sie dennoch nicht so schnell ab, nur weil sie nicht mit meiner Philosophie übereinstimmen. 

Ich kann die Vorteile von Dividenden-, Valueaktien und anderen Handelsstrategien, die einige Menschen sehr reich gemacht haben, absolut erkennen. 

Für jede Person, die darauf hinweist, dass Warren Buffett seiner Frau empfiehlt, ihr Geld in einfache Aktien- und Rentenindexfonds zu investieren, ist mir immer noch sehr bewusst, dass Buffett selbst all dieses Geld angehäuft hat, indem er absolut keinem dieser Ratschläge gefolgt ist.

Passives Investieren ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich davon überzeugt, dass es für jeden funktionieren kann. 

Es funktioniert, wenn du

  • ein neuer Investor bist, der nach einfachen, aber effektiven Möglichkeiten sucht.
  • ein erfahrener aktiver Investor bist, der Alternativen zu seinem eigenen Plan in Betracht zieht, der möglicherweise nicht wie erhofft funktioniert.
  • ein Investmentprofi bist, der nach neuen Wegen sucht, seinen Kunden alternative Strategien anzubieten, die sie verstehen können. 

Fazit

Passives Investieren ist ein guter Einstieg in die Welt der Kapitalanlage. Durch das breit gestreute Risiko und die stabilen Renditen lassen sich mit der Zeit beträchtliche Kapitalzuwächse erwirtschaften.

Möchtest du bei Null anfangen, dann empfiehlt sich ein Sparplan von mindestens 25 Euro je Monat auf einen ETF deiner Wahl. Investiere nicht alles in einen Aktien-ETF, sondern auch in Anleihen- und Immobilien-Indexfonds, um dein Portfolio breit aufzustellen.

Den wichtigsten Tipp haben wir uns für den Schluss aufgehoben: Starte so früh wie möglich mit dem Investieren. Der Zinseszinseffekt ist der größte Freund eines Anlegers – nutze ihn!

Jetzt bist du an der Reihe.

Das war der Leitfaden zum Thema passives Investieren. Ich hoffe er hat dir gefallen!

Ich würde jetzt gerne von dir wissen:

  • Wie stehst du zu passiven Investments?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Lass es mich in einem kurzen Kommentar hier unten wissen.

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