Gehaltsverhandlung: 5 Tipps, mit denen du überzeugst

Carlos | Oktober 2020 | 5 Minuten

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Eine Gehaltserhöhung von 10-20 Prozent ist nach einem guten Verhandlungsgespräch mit deinem Chef möglich.

Ob während des Bewerbungsgesprächs oder bereits im Job – dein Gehalt sollte immer deinen Wert für das Unternehmen widerspiegeln, in das du deine Zeit investierst.

Geld ist (leider noch) ein sehr sensibles Thema in unserer Gesellschaft. Wie oft hast du von deinen Eltern schon den Satz gehört: „Du kannst froh sein, dass du einen Job hast.“?

Diese negative Einstellung gegenüber dem Thema fungiert oft als Widerstand, weshalb vieler Arbeitnehmer Scheu vor einer Gehaltsverhandlung haben.

Das brauchst du aber nicht.

Es ist dein gutes Recht dein Gehalt zu verhandeln – es gibt zahlreiche Studien, die eindeutig zeigen, dass Mitarbeiter, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind auch deutlich produktiver und glücklicher sind.

Mit den folgenden fünf Tipps bist du bestens auf das Gespräch mit deinem Vorgesetzten vorbereitet.

Die Basis: eine gute Vorbereitung

Eine solide Vorbereitung ist die halbe Miete.

Folgende Fragen solltest du beantworten können:

  • Was verdiene ich jetzt?
  • Wie viel möchte ich verdienen?
  • Was ist meine Leistung wert?
  • Welche Erfolge habe ich im Unternehmen erzielt?

Leg dir vor der Gehaltsverhandlung in jedem Fall 2-3 aussagekräftige Argumente zurecht, die du im Idealfall sogar mit Zahlen belegen kannst.

Das nimmt den Druck vor dem Gespräch und lässt dich souveräner auf deine/n Chef/in wirken. Vorbereitung ist außerdem immer eine Frage des Respekts.

Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter gehen mit einer guten Vorbereitung positiv aus einer Gehaltsverhandlung raus.

Kenne deinen Marktwert

Du solltest dir bewusst sein, was du dem Unternehmen wert bist. Das kannst du zum einen, indem du dir einen Überblick über die Erfolge verschaffst, die du bislang in deiner Position erzielt hast.

Ein anderer Weg ist zu schauen, was Mitarbeiter in einer ähnlichen Position verdienen. Auf Plattformen wie kununu oder Monster findest du viele Gehaltsvergleiche aus deiner Branche, die dir eine Orientierung geben können.

Liegt dein aktuelles Gehalt weit unter dem Durchschnitt, hast du in jedem Fall eine ideale Grundlage für eine Nachverhandlung.

Geheimtipp: du kannst dich (wenn du die Zeit hast) bei einem anderen Unternehmen auf eine ähnliche Position bewerben und einfach mal schauen, was du dort verdienen könntest.

Achte auf das richtige Timing

Darauf warten, dass dein/e Chef/in zu dir kommt, ist keine gute Wahl. Im Normalfall haben diese keinen großen Anreiz die Personalkosten zu erhöhen (leider!).

Der optimale Zeitpunkt liegt kurz nach Abschluss eines erfolgreichen Projekts, zu dem du einen großen Beitrag geleistet hast. Konntest du beispielsweise das Umsatzvolumen im Quartal verdreifachen? Dann sind das Resultate, die deine/n Chef/in überzeugen werden.

Er/Sie wird erkennen, was er/sie an dir hat und was du in Zukunft noch für das Unternehmen leisten kannst. Diese sogenannte Wertschätzungs-Klimax bildet den besten Zeitpunkt für eine Lohnerhöhung.

Das solltest du nicht tun: ist deine letzte (erfolgreiche) Gehaltsverhandlung erst zwei Wochen her, solltest du mindestens ein halbes Jahr abwarten, um die nächste Verhandlungsrunde zu starten. Ansonsten könntest du „gierig“ wirken und das Klima in deiner Abteilung nachhaltig schaden.

Mache das erste Angebot

Mache dir den sogenannten Framing-Effekt zunutze, indem du mit dem ersten Angebot bei deinem Geschäftspartner (unbewusst) den Rahmen für die Gehaltsverhandlung setzt.

Dein/e Chef/in wird sich an deiner Zahl orientieren.

Wenn du sogar eine konkrete Zahl nennst, wie z.B. 55.342 Euro, dann wird der Verhandlungsspielraum für deinen Gesprächspartner noch kleiner. Das haben Wissenschaftler der Columbia Business School in einer Studie herausgefunden.

Der Grund ist einfach: du wirkst überzeugend und vorbereitet. Im Idealfall orientierst du dich an vergleichbare Werte aus der Branche.

Keiner wird dir „deutlich“ weniger bieten als Angestellte in der gleichen Position. Nutze diese psychologischen Hacks zu deinem Vorteil. 

Bleib hartnäckig, aber nicht aggressiv

Du solltest deinen Standpunkt immer vertreten.

Lass dich nicht runterverhandeln, wenn du der Meinung bist, dass es unfair ist. Bleib hartnäckig und nutze die Argumente aus deiner Vorbereitung, um in der Gehaltsverhandlung zu überzeugen.

Falls du nicht das Ergebnis erzielt hast, dass du dir gewünscht hast, bleiben dir immer noch zwei Optionen offen:

  1. du wartest ein halbes Jahr ab, generierst Erfolge und nutzt sie als Argument für das nächste Gespräch
  2. du bewirbst dich bei einem anderen Unternehmen, bei dem du deiner Gehaltsvorstellung näher kommst

Beachte: Kompromissbereitschaft ist wichtig, zeigst du sie nicht, kann das schnell zu einem schlechten Arbeitsklima führen. Mit deiner Flexibilität bringst du deinen Gegenüber in eine moralisch unterlegene Position. Will dein/e Chef/in sich fair fühlen, muss er/sie sich bewegen.

Bleib flexibel und biete Alternativen an. Vielleicht sind 5 Urlaubstage mehr oder Home-Office auch eine Option für dich, falls dir Zeit wichtiger als das Geld ist.

Gehaltsverhandlung - FAQ

Der perfekte Zeitpunkt ist ein Jahres-  oder Mitarbeitergespräch. Du kannst dafür aber auch einen festen Termin vereinbaren. Aus rein psychologischer Sicht solltest du immer von einer "Gehaltsanpassung" und nicht "Gehaltserhöhung" sprechen. Das macht einen enormen Unterschied.

Im Normalfall sind 3 - 5 Prozent Werte, die üblich sind. Das ist jedoch von Branche zu Branche unterschiedlich. Im jungen Start-up sind hohe Sprünge (>20%) nicht unüblich. Mache dir in jedem Fall klar, wie viel deine Arbeit wert ist - das ist wichtiger, als sich nur an Richtwerte zu orientieren.

Auf Plattformen wie Monster oder kununu findest du Gehaltsvergleiche für die meisten Jobs. An den Zahlen kannst du dich beim Verhandlungsgespräch orientieren.

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