Finanz-Wiki & ETF-Wissen für Anfänger einfach erklärt

Eine gesunde Einstellung zu Finanzen aufzubauen beginnt mit Wissen. In der Finanz-Wiki findest du sämtliche Begriffe aus der Finanzwelt einfach erklärt. Von allgemeinen Finanz-Themen bis hin zu speziellem ETF-Wissen – wir decken alles ab.

Persönliche Finanzen

Finanziell frei bist du dann, wenn du deinen kompletten Lebensunterhalt (monatliche Fixkosten) über passives Einkommen bestreiten kannst. Passives Einkommen ist Einkommen, für dessen Aufbau du am Anfang viel Zeit (und Geld) investieren musst. Im Laufe der Zeit steigen die Erträge und dein Arbeitsaufwand sinkt stetig, bis du quasi keine Zeit mehr gegen Geld tauschst.

Deine Sparquote ist der (prozentuale) Anteil an deinem Nettoeinkommen, das du monatlich zur Seite legst. Angenommen du verdienst 2.300 Euro und hast monatliche Kosten von 1.500 Euro, dann beträgt deine theoretische Sparquote 800 Euro (35%).

Die tatsächliche Sparquote hängt davon ab, wie viel Geld du real auf dein Sparbuch oder Depot parkst. Im Durchschnitt liegt die Sparquote in Deutschland bei ca. 12%.

Das Nettovermögen ist eine der wichtigsten Kennzahlen in Bezug auf deine Finanzen. Sie zeigt die Differenz deiner Vermögenswerte und Schulden. Oft wird das Gehalt zur Bewertung der finanziellen Situation herangezogen. Das Ergebnis ist in den meiste Fällen verzerrt, da hohe Ausgaben ein hohes Gehalt schnell verschlingen können. Das Nettovermögen hingegen ist schwer zu manipulieren.

Aber auch hier gibt es Sonderfälle. So sind beispielsweise ein Immobiliendarlehen und Kreditkartenschulden nicht gleichzusetzen.

Wichtig: Zur Bewertung deiner finanziellen Lage solltest du noch weitere Kennzahlen beachten. Beispielsweise zeigt dir deine Schulden-/Einkommensquote wie gut du Schulden bedienen kannst.

Ein Haushaltsbuch ist ein sehr effektives Tool, um dein Finanzverhalten besser zu verstehen. Du stellst deinen Einnahmen deine Ausgaben gegenüber und errechnest jeden Monat aufs Neue deinen Überschuss.

Tipp: Tracke drei Monate lang konsequent deine Ausgaben und prüfe, ob du an bestimmten Posten sparen kannst. Du wirst schnell merken, dass du ein deutlich besseres Gespür für deine Finanzen bekommst.

Ähnlich wie die finanzielle Freiheit bedeutet finanzielle Unabhängigkeit, dass du deinen Lebensunterhalt aus verschiedenen passiven Einkommensquellen bestreitest ohne aktiv zu arbeiten.

Wer beispielsweise Schulden aufnehmen muss, um sich etwas leisten zu können, ist nicht unabhängig.

Es gibt keinen Einheitswert – finanzielle Unabhängigkeit bedeutet für jeden etwas anderes.

Ziel eines Mehrkonten-Modells ist die Automatisierung deines Sparverhaltens. Angenommen du verdienst jeden Monat 2.000 Euro. Du kannst das Geld nun auf einem Konto lassen und am Ende des Monats das ansparen, was übrig bleibt. Das führt in den meisten Fällen jedoch dazu, dass man deutlich mehr konsumiert.

Alternativ kannst du direkt nach Eingang deines Gehalts einen bestimmten Bruchteil des Geldes auf ein Vermögenskonto (Depot, Tagesgeldkonto oder beides) leiten. Dieses „Armsparen“ hat sich als sehr effektive Methode herausgestellt, wie Menschen mehr Geld sparen können.

Denk in jedem Fall an deine Notfallrücklage.

Ein Budget ist ein festgelegter Betrag für eine bestimmte Art Konsum, den du nicht überschreiten darfst.

Ein Beispiel dafür wäre ein jährliches Urlaubsbudget von 2.000 Euro. Das bedeutet, dass du im Jahr nicht mehr als 2.000 Euro für Reisen zur Verfügung hast.

Sich smarte Budgets zu setzen ist ebenfalls eine effiziente Methode, um mehr Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben.

Mit Money Mindset bezeichnet man deine Einstellung und Glaubenssätze in Bezug auf das Thema Geld & Finanzen.

Grundlagen des Investierens

Als Inflation wird die Geldentwertung durch Preiserhöhungen bezeichnet. Die Inflation wir an den Preisen für einen Warenkorb gemessen, der für die Nachfrage in einer Volkswirtschaft repräsentativ ist.

Sie ist eines der Gründe, weshalb Sparbücher einen schlechten Ruf genießen. Das Geld, das dort liegt, realisiert keine Rendite, wird durch die Inflation (1,5% p.a.) jedoch verschlungen.

Der Zinseszinseffekt beschreibt die positive Auswirkung der Wiederanlage von Zinszahlungen auf deinen Vermögensaufbau.

Dazu mal ein Beispiel:

Angenommen du investierst 1.000€ zu 8% Rendite (ohne Wiederanlage), dann erhältst du jedes Jahr 80€ auf deine Geldanlage. Nach 5 Jahren hast du also 1.000€ + 5x 80€ = 1.400€.

Nutzt du die Zinszahlungen, um sie weiter anzulegen, sieht dein Vermögen nach 5 Jahren folgendermaßen aus:

1.000€ x 1,08^5 = 1.470€

Du hast durch die zusätzliche Rendite auf die Zinszahlungen, die du jedes Jahr neu anlegst nach 5 Jahren 70€ mehr auf dem Konto.

Als Rendite bezeichnet man den Gewinn/Verlust aus einer Geldanlage. Sie kann positiv (Gewinn) oder negativ (Verlust) sein.

Sie berechnet sich wie folgt:

Rendite (in %) = (Endvermögen/Anlagebetrag) – 1

Je höher die Rendite, desto höher auch das dem Investment zugrundliegende Risiko.

Das Risiko (bzw. Volatilität) eines Investments zeigt an, wie stark die Schwankung ist. Je stärker eine Position schwankt, desto höher das Risiko.

Um das Risiko im Portfolio zu reduzieren, wird Anlegern empfohlen, dass sie ihr Geld auf viele Positionen verteilen (sog. Diversifikation), um Klumpenrisiken zu vermeiden.

Wir unterscheiden zwischen zwei Risikotypen:

Allgemeines Marktrisiko: Dieses Risiko lässt sich durch Diversifikation nicht reduzieren. Es handelt sich hierbei um Risiken, die das Finanzsystem als Ganzes schwächen können.

Unternehmensspezifische Risiken: Diese Risiken betreffen das jeweilige Unternehmen. Beispielweise hat eine geringe Nachfrage nach Streaming-Diensten Einfluss auf Netflix & Co. aber weniger auf McDonalds.

Diversifikation bedeutet, dass du als Anleger dein Geld auf mehrere Anlageklassen, Regionen und Branchen verteilst. Dadurch reduzierst du die Klumpenrisiken in deinem Portfolio und optimierst dein Chancen-/Risiko-Verhältnis.

Eine optimale Diversifikation lässt sich über ETFs realisieren.

Eine Aktie stellt eine direkte Beteiligung an einem Unternehmen dar. Die Ausgabe von Aktien über einen Initial Public Offering (sog. IPO) dient Unternehmen der Kapitalbeschaffung über externe Investoren (also Privatanleger wie du und ich).

Anleihen gehören zu den festverzinslichen Wertpapieren und stellen einen Anspruch gegenüber einem Unternehmen (Unternehmensanleihen) oder einem Staat (Staatsanleihen) dar. Festverzinslich, weil du als Anleger jährlich fixe Zinszahlungen (Koupon) erhältst und am Ende der Laufzeit deinen ursprünglichen Anlagebetrag.

Obwohl festverzinslich sind Anleihen nicht risikolos. Es gibt Emittenten, deren Solvenz unsicher ist. Aus dem Grund werden Anleger mit höheren Renditen belohnt (sog. Risikoprämie), da sie im Falle einer Zahlungsunfähigkeit leer ausgehen.

Deutschland hat eine hohe Bonität und dementsprechend sehr niedrige Anleihenrenditen. Bei Ländern wie Argentinien liegen die Renditen im zweistelligen Bereich.

Indexfonds sind Finanzinstrumente, welche die Entwicklung eines bestimmten Indizes (DAX, S&P 500) nachbilden. Ziel ist es nicht durch Market-Timing oder Stock-Picking eine Überrendite zu erzielen, sondern mit dem Markt zu gehen.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass dies langfristig die erfolgreichste Anlagestrategie ist.

Anleger profitieren bei Indexfonds von einer breiten Diversifikation – und das bereits mit dem Kauf eines Anlagevehikels (z.B. eines ETFs). Das hat einen positiven Einfluss auf die Kosten und folglich der Rendite.

Ein Depot ist der Ort, an dem du deine Aktien und sonstigen Wertpapiere verwalten kannst und über den der Wertpapierhandel abgewickelt wird.

Wenn du Aktien kaufen oder verkaufen möchtest platzierst du eine Order über dein Depot. Die depotführende Bank führt diese Order als Broker über ein Verrechnungskonto für dich aus. Sie kauft oder verkauft in deinem Auftrag Aktien & Co. über die Handelssysteme der jeweiligen Börsen.

Sparpläne sind gut geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau. Das Prinzip ist ganz einfach:

Per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung wird monatlich ein von dir festgelegter Betrag in einen Aktien-/ETF-Sparplan investiert.

Dadurch kannst du deine Geldanlage deutlich automatisieren.

Kompaktes ETF-Wissen für Anfänger

Die TER deckt die jährlichen Verwaltungskosten des Indexfonds. Nicht enthalten, sind hingegen Ordergebühren für den Handel mit ETFs.

Ausschüttende ETFs schütten die eingesammelten Dividenden direkt an dich aus. Ist die ein laufender Cashflow wichtig, sind diese ETFs die richtige Wahl für dich. Ein weiterer Vorteil ist, dass du die Dividendenzahlungen in andere ETFs oder Einzelaktien investieren kannst. Das hilft dir, dein Vermögen breiter aufzustellen.

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividendenzahlungen unmittelbar. Sie haben den Vorteil, dass du automatisch vom Zinseszinseffekt profitierst. Das ist gut für den langfristigen Vermögensaufbau.

Die Tracking-Difference zeigt, wie weit die Wertentwicklung des ETF von der des Marktindexes abweicht. Macht der MSCI-World einen Gewinn von 7%, der ETF aber nur 6,8%, so liegt die TD bei 0,2%. Sie steht gleichzeitig für die „realen“ Kosten des ETFs. Am besten kann du sie ermitteln, wenn du den Chart des Marktindexes mit dem des ETFs vergleichst.

Wähle einen Zeitraum von über fünf Jahren, um eine valide Datengrundlage zu haben.

Der Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosteneffekt geht davon aus, das Anleger, die zum Vermögensaufbau monatlich stets den gleichen Betrag in Aktien oder ETFs investieren, bei niedrigen Börsenkursen mehr Wertpapiere als bei hohen Notierungen kaufen.

Der positive Renditeeffekt des CAE, der von Depotbanken oft angepriesen wird, konnte bislang in keiner Studie bewiesen werden. Viel wichtiger als der Anlagerythmus ist bei der Geldanlage der Anlagehorizont. Je länger du investiert bleibst, desto besser.

Bei synthetisch replizierenden ETFs bekommt der ETF über Swap-Geschäfte die für die Wertentwicklung des Index notwendigen Zahlungsströme von einer weiteren Partei (Kontrahent). Diese Partei ist im Normallfall die Muttergesellschaft des ETF-Anbieters.

Physisch replizierende ETFs schauen sich den Index an und bilden ihn durch den Kauf und die Gewichtung der Wertpapiere exakt nach. Bei Aktienindizes wie dem DAX, der aus 30 Aktien besteht, ist diese Form der Replikation sehr kostengünstig. Bei größeren Indizes wie dem S&P500, der aus 500 Aktien besteht, lohnt sich diese Replikationsmethode nicht mehr.

Beim Rebalancing wird die aktuelle Gewichtung des Portfolios auf den Prüfstand gestellt und korrigiert.

Angenommen du visierst eine 70/30-Verteilung auf Aktien und Anleihen an und der Aktienanteil hat sich extrem gut entwickelt, sodass die aktuelle Gewichtung bei 90/10 liegt.

In diesem Fall macht es Sinn den Aktien in Anleihenwerte umzuschichten, um die ursprüngliche Allokation wiederherzustellen.

Dein Feedback ist gefragt

Fehlt dir eine Definition in der Finanz-Wiki?

Hast du bei deiner Suche nicht die passende Definition gefunden? Schreib uns einfach eine kurze Nachricht, in der du uns den Begriff nennst. Wir versuchen so schnell wie möglich eine passende Definition hochzuladen.

Folge uns auf Social Media