Mehr Netto vom Brutto: Mit diesen 6 Tipps klappt’s (2021)

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Carlos | | 5 Minuten

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Eine Gehaltserhöhung wird zum Großteil von der Steuer verschlungen. Aus dem Grund lohnt es sich mit deinem Chef über steuerfreie Extras zu verhandeln.

Du kennst bestimmt die Situation: Die Gehaltsverhandlungen waren anstrengend, aber du bist mit einem guten Ergebnis raus und planst schon den nächsten Urlaub.

Nachdem dein neues Gehalt auf deinem Konto gelandet ist, setzt jedoch die Ernüchterung ein. Was von deiner Gehaltserhöhung übrig bleibt, ist nicht der Rede wert. Fast alles wurde von der Steuer verschlungen.

Aus dem Grund lohnt es sich, anstatt mehr Gehalt nach steuer- und abgabenfreien Leistungen zu fragen. Nachfolgend haben wir die 6 wichtigsten Tipps und Zusatzleistungen für dich zusammengefasst, mit denen du dein Gehalt optimieren kannst.

  Inhaltsverzeichnis

Wie viel Netto bleibt vom Brutto?

Wie viel Netto übrig bleibt, kann man pauschal nicht beantworten. Das ist abhängig von deiner individuellen Steuerklasse und der Höhe deines Bruttogehalts. In Deutschland zahlst du maximal 45 Prozent Steuern (sog. „Reichensteuer“ ab 274.613€ p.a.) auf dein Gehalt.

Folgendes Beispiel zeigt dir den Einfluss deiner Steuerklasse auf deinen Nettolohn (Bruttolohn: 3.000€):

Steuerklasse 1, 4

2.002,25€

Steuerklasse 2

2.049,09€

Steuerklasse 3

2.251,92€

Steuerklasse 5

1.680,25€

Wie du am obigen Beispiel sehen kannst, hat deine Steuerklasse einen großen Einfluss auf deinen Nettolohn – dazu später mehr.

Wichtig: Welche Steuerklassen gibt es?

Deine Steuerklasse bestimmt, wie viele Steuern von deinem Einkommen abgezogen werden. Folgende sechs Steuerklassen existieren aktuell:

1ledig, verwitwet, getrennt/geschieden
2alleinerziehend oder getrennt lebend
3Verheiratete (höheres Einkommen), Elterngeldbezieher in Kombination mit Steuerklasse 5
4Verheiratete (beide Einkommen sind gleich hoch)
5Verheiratete (geringeres Einkommen) in Kombination mit Lohnsteuerklasse 3
6Zweit- und Nebenjob (unabhängig vom Familienstand)

Kirchenaustritt

Wer aus der Kirche austritt, kann eine Menge Steuern sparen. Der Steuersatz beträgt 9 Prozent der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, und 8 Prozent in den restlichen Bundesländern (Stand: 03/2021).

In Berlin kannst du mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4.000€ (Steuerklasse 1) im Jahr 711€ durch den Austritt aus der Kirche sparen (siehe Grafik unten). Der Austritt ist nicht endgültig. Falls du zu einem späteren Zeitpunkt wieder beitreten möchtest, ist das jederzeit möglich.

kirchen-steuer-nettolohn-einfluss

Denk dran: Nicht jede Entscheidung solltest du aus finanziellen Motiven tätigen. Falls es dir persönlich wichtig ist, in der Kirche zu bleiben, dann solltest du das auch tun. Leistungen wie Taufen oder eine Trauung sind als Nicht-Mitglieder z.B. kostenpflichtig.

Geldwerte Vorteile

Um mehr Netto vom Brutto zu behalten, solltest du einen Blick auf den Einfluss deiner Steuern auf die Lohnerhöhung werfen. Im Normallfall ist der reale Vorteil verschwindend gering.

Aus dem Grund kann es sich oft lohnen, anstatt auf mehr Gehalt auf zusätzliche Sachleistungen – den sog. geldwerten Vorteil – zu setzen. Diese Zuwendungen vom Unternehmen sind bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei.

Folgende Sachleistungen sind in Deutschland üblich:

Bist du Berufspendler und extra für den Job in eine neue Stadt gezogen? Dann hast du sehr gute Chancen, von deinem Unternehmen einen Mietzuschuss zu erhalten. 223€ können auf das monatliche Bruttoeinkommen dafür aufgeschlagen werden.

Der finanzielle Vorteil im Vergleich zu einer Lohnerhöhung ist immens, da du sowieso Miete zahlen musst. Bei einem ursprünglichen Bruttoeinkommen von 3.000€ pro Monat profitierst du von ca. 100€ mehr im Monat.

Auch Kosten für eine Fortbildung kann dein Arbeitgeber tragen. Wichtig ist, dass die Weiterbildung mit deinem beruflichen Erfolg verknüpft ist.

Für nicht schulpflichtige Kinder können Unternehmen Kosten für die Betreuung (z.B. Babysitter) steuerfrei begünstigen.

Der Betrag ist der Höhe nach gesetzlich nicht gedeckelt – es kommt demnach auf deine Verhandlungskünste an, wie viel dein Unternehmen bereit ist zu zahlen.

Bist du beruflich bedingt viel unterwegs? Dann kann man dir zumindest neue technische Gadgets zur Verfügung stellen, die du auch uneingeschränkt privat nutzen darfst.

Es darf sich hierbei um keine Schenkung handeln, sonst müsstest du z.B. deinen neuen Laptop als nicht-geldwerten Vorteil versteuern. Im Idealfall strukturiert ihr das in einem Überlassungsvertrag mit Rückgabepflicht.

Wenn du gerade in Zeiten von Home-Office deinen Arbeitgeber noch überzeugen kannst, deine Internet- und Telefonkosten zu bezuschussen, hast du einen guten Deal erzielt.

Hat dein Unternehmen keine Kantine? Dann kannst du dir dein Auswärts-Essen sponsern lassen.

Auch das Fitness-Studio oder Yoga-Kurse werden häufig als Mitarbeiter-Benefit mit angeboten. Falls nicht, kannst du diese mit deinem Chef nachverhandeln. Deine Gesundheit sollte deinem Unternehmen viel wert sein.

Steuererklärung machen

Deine Steuererklärung hat den größten Einfluss auf deinen Nettolohn. Wer mehr Netto vom Brutto haben möchte, kommt nicht um sie herum.

Die meisten Arbeitnehmer zahlen zu viele Steuern, da sie nicht von ihren Freibeträgen Gebrauch machen. Über die jährliche Steuererklärung erhältst du die Differenz zwischen deinen Steuerzahlungen und deiner tatsächlichen Steuerlast zurück.

Du kannst viele Ausgaben, die du über das Jahr verteilt tätigst, von deinem zu versteuernden Bruttoeinkommen steuerlich geltend machen. Darunter fallen z.B.

Wichtiger Hinweis: Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes erhalten Deutsche im Durchschnitt 1.027€ vom Finanzamt zurück.

Steuerklasse nach Hochzeit wechseln

Standardmäßig befinden sich beide Eheleute nach der Hochzeit in Steuerklasse 4. Falls ihr ungefähr das Gleiche verdient, müsst ihr an dieser Stelle nichts weiter unternehmen.

Verdient jedoch einer von euch beiden deutlich mehr als der andere, dann kann es sich durchaus lohnen, dass der Besserverdiener in die Steuerklasse 3 und der andere Ehepartner in Steuerklasse 5 wechselt. 

Der Wechsel ist einmal im Jahr – spätestens zum 30.11 möglich. Du musst dafür einen Antrag zum Steuerklassenwechsel an dein zuständiges Finanzamt senden.

Bonustipp: Das klingt zwar „wenig romantisch“ aber auch eine Hochzeit kann sich steuerlich aufgrund des Ehegattensplittings lohnen. Das bedeutet, dass euer gesamtes Einkommen in einen Topf geworfen und dann durch zwei geteilt wird.

Krankenkasse wechseln

Diesen Tipp habe ich persönlich unterschätzt. Heute spare ich ca. 250€ pro Jahr. Jede Krankenkasse deckt wichtige Gesundheitskosten. Manche Kassen bieten hingegen darüber hinaus spannende Zusatzleistungen an. 

Wenn du z.B. aufgrund von Rückenproblemen Sport machen musst, dann werden diese Kosten von einigen Krankenkassen getragen. Andere Krankenkassen erstatten dir Beiträge zurück, wenn du im Jahr nicht krank warst und aus dem Grund auch keinen Arzt aufgesucht hast. 

Auch ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) kann sich unter Umständen lohnen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn du langfristig niedrige Beträge zahlst. Wichtig ist, dass die Krankenkasse zu deinen persönlichen Bedürfnissen passt.

Mehr Netto vom Brutto - FAQ

Das ist abhängig von deiner Steuerklasse, der Anzahl an Kinderfreibeträgen, ob du kirchensteuerpflichtig bist und wie viele Abgaben du steuerlich geltend machen kannst.

Angenommen du bist in Steuerklasse 1, bist nicht kirchensteuerpflichtig und hast keine Kinder. Dann bleiben dir ca. 2.000€ als Nettolohn übrig.

Falls du jetzt noch Gesundheits-, Umzugs- oder sonstige Kosten absetzen kannst, erhältst du nach Abgabe deiner Steuererklärung eine Erstattung vom Finanzamt.

Das ist abhängig von deinem Bruttoeinkommen und deiner Steuerklasse. Maximal zahlst du jedoch 45 Prozent Steuern (sog. „Reichensteuer“ oder „Spitzensteuersatz“).

Nutze einen Brutto-Netto-Rechner.

Die Zahlen sind meist sehr zuverlässig und geben dir eine gute Schätzung deiner Steuerlast.

Dafür schickst du deinem zuständigen Finanzamt lediglich einen Antrag zum Steuerklassenwechsel zu. Mehr Informationen und eine Antragsvorlage findest du hier.

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