Trade Republic: Test, Meinung und Erfahrungen (2021)

Trade Republic gehört zu den beliebtesten Neo-Brokern in Deutschland. Wir haben die Trading-App auf den Prüfstand gestellt.

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Carlos | | 7 Minuten

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Trade Republic zählt mittlerweile über eine Million Kunden und gilt als das teuerste Fintech Deutschlands.

Im Mai 2021 war es so weit. Trade Republic gehört offiziell zu den wertvollsten Startups in Europa. 740 Millionen Euro sammelte der Online-Broker aus Berlin im Rahmen einer Finanzierungsrunde ein und wird folglich mit über 4 Milliarden Euro bewertet.

Trade Republic ist der erste Broker in Europa, bei dem der Wertpapierhandel provisionsfrei ist und nur über ein Smartphone läuft. Damit setzt das Unternehmen den aktuellen Trend hin zu mobile Banking weiter fort.

Die Beliebtheit des Neo-Brokers bleibt nicht unangetastet. Auch Kritiker werden zunehmend lauter. Wir haben uns im Trade Republic Test die Trading-App genauer angeschaut und auf Herz und Nieren geprüft. 

Inhaltsverzeichnis

Gründer und Geschichte

Trade Republic wurde 2015 von Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri im Startup-Inkubator der Comdirect unter dem Namen „Neon Trading“ gegründet. Zu den ersten großen Investoren gehörte der Finanzdienstleister sino AG, der sich 2017 mit ca. 50% an dem Online-Broker beteiligte.

Seitdem konnte Trade Republic rund eine Milliarde US-Dollar an Wachstumskapital einsammeln. Im Dezember 2018 erreicht das Fintech mit der Lizenz als Wertpapierhandelsbank den nächsten großen Meilenstein.

Der Wertpapierhandel per App wurde ab Mai 2019 angeboten. Bis heute hat der Broker seine Nutzerbasis auf über eine Million Privatanleger ausgebaut. Im Durchschnitt sind die Nutzer der Trading-App 30 Jahre jung, während knapp ein Drittel davon noch nie zuvor am Kapitalmarkt investiert war.

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Die Gründer Christian, Thomas und Marco

Wie funktioniert die Trade Republic App?

Der Registrierungsprozess dauerte im Test knapp 15 Minuten. Du kannst dich entweder über die Website oder direkt per App (iOS und Android) registrieren. Nach ein paar persönlichen Angaben zu deiner Person und Referenzkonto, gelangst du zum Video-Ident-Verfahren, das in Kooperation mit Web-ID abläuft. Wir hatten relativ geringe Wartezeiten.

Das Besondere an der App ist die Einfachheit in der Bedienung. Nachdem du Geld auf dein Referenzkonto überwiesen hast (1-2 Werktage), kannst du direkt loslegen. Über den Menüreiter gelangst du mit einem Klick zur Wertpapiersuche. Dort findest du einerseits die beliebtesten Aktien und ETFs, kannst aber auch eigene Wertpapiere suchen.

Mit einem Klick auf das entsprechende Wertpapier kommst du in eine Chart-Ansicht. Dort findest du auch sämtliche Daten zur historischen Performance (Tag, Woche, Monat, Jahr, Max.) und kannst die Aktie/ETF kaufen oder verkaufen.

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Screenshots der Trade Republic App

Was uns im Test besonders positiv aufgefallen ist, sind die zusätzlichen Informationen bei Aktien hinsichtlich ihrer Fundamentaldaten (z.B. Dividenden), Analysten-Meinungen, Preisprognosen und aktueller News. Falls du dir noch nicht sicher über einen Kauf bist, kannst du ein Wertpapier zunächst auf deine Watchlist packen und ggf. mit einem Preisalarm versehen.

Beim Kauf von Aktien oder ETFs besteht neben Einmalanlagen auch die Möglichkeit, Sparpläne einzurichten. Auch das hat im Test reibungslos funktioniert. Nach dem Kauf, wird deine Order platziert. Deine Investments findest du auf deinem Dashboard wieder (Menüpunkt links). Willst du einen Sparplan mal anpassen, kannst du dies in wenigen Klicks über den Order-Manager erledigen. Dort findest du zudem sämtliche „besparbare“ ETFs und Aktien.

Wichtiger Hinweis: Deine persönlichen Daten, Steuer-ID, Freistellungsauftrag und Referenzkonto kannst du über dein Profil einsehen und anpassen. Dort kannst du zudem bei Fragen die Chat-Funktion nutzen.

Handelbare Anlageklassen

Du kannst mit Trade Republic in die wichtigsten Anlageklassen investieren. Mit über 7.500 Aktien und 1.500 ETFs ist das Angebot sehr breit gefächert. Auch der frühere Kritikpunkt, der Broker sei zu abhängig vom ETF-Anbieter iShares ist obsolet. Seit 2021 kannst du in ETFs von iShares, Xtrackers, Lyxor, WisdomTree und Amundi investieren.

2.500 Aktien und 1.500 ETFs sind sparplanfähig. Zu den Anlageklassen gehören:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Gold (ETCs)
  • Immobilien
  • Kryptowährungen

Seit Anfang 2021 kannst du zudem 24/7 in die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Litecoin oder Bitcoin Cash investieren. Damit gehört Trade Republic zu den ersten Brokern, die Krypto-Investments auf der gleichen Plattform wie Aktien & Co. anbieten.

Über den Partner HSBC ist auch der Handel mit über 40.000 Derivaten möglich. Du kannst auswählen zwischen Optionsscheinen, Knock-Outs oder Faktor-Zertifikaten. Aufgrund der Komplexität ist das jedoch nur für fortgeschrittene Anleger empfehlenswert.

Kosten und Gebühren

Kosten sind womöglich der größte Vorteil vom Online-Broker. Orderprovisionen gibt es keine. Beim Kauf von Wertpapieren fällt nur eine sogenannte Fremdkostenpauschale von einem Euro an. Das gilt sowohl für Aktien, als auch für ETFs und Kryptowährungen.

Das gilt jedoch nur für Einmalanlagen. Sämtliche Sparpläne sind innerhalb der App vollständig kostenlos. Auch die Depotführung und das Verrechnungskonto sind kostenlos. Negativzinsen werden von Trade Republic nicht erhoben. Weitere Informationen zu den Kosten findest du hier.

Ob die Kosten dauerhaft auf dem Niveau bleiben, ist nicht sicher. Viele Broker passen ihre Gebühren laufend an. Das kann auch bei Trade Republic passieren.

Sind Neo-Broker gefährlich?

Die niedrigen Kosten von Neo-Brokern werden häufig kritisiert, da sie Anreize zum aktiven Trading setzen. Leider ist diese Kritik unbegründet.

Natürlich sind die Anreize da, mehr hin-und-her zu handeln. Die Entscheidung liegt immer noch bei den Investoren. Niedrige Kosten sind vielmehr positiv, da sie die Rendite der Geldanlage weniger beeinflussen.

Trade Republic bietet demnach die idealen Voraussetzungen zum Aufbau von Vermögen. Denk daran, dass ein langfristiges Halten deiner Investments mehr Erfolg bringt, als kurzfristiges Traden.

Wie ist der Support?

Über die App kannst du bei Fragen über den Profil-Bereich direkt in den Chat wechseln. Alternativ kannst du dem Support auch eine Nachricht senden. Im Test wurde unsere Anfrage innerhalb von 4 Stunden beantworten – ein wenig Geduld ist demnach gefragt.

Positiv aufgefallen ist uns, dass die wichtigsten Fragen bereits über den FAQ-Bereich auf der Website geklärt werden. Dort findest du Antworten auf Fragen rund um die Anmeldung, den Handel, dein Depot & Steuern und Sicherheit.

Ein telefonischer Kundenservice wird nicht angeboten und ist auch nicht geplant.

Sicherheit

Trade Republic fällt mit seinem Bank-Status unter die Aufsicht der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Deine Wertpapiere werden bei der Depotbank HSBC Deutschland verwahrt. Dein Cash-Bestand (Verrechnungskonto) wird von der Solarisbank AG geführt.

Somit fällst du unter die Einlagensicherung der EU. Dein Geld ist bis zu 100.000 Euro gesichert. Deine Wertpapiere hingegen gehören zum Sondervermögen, diese gehören dir und bleiben das auch im Falle einer Insolvenz. Ein Ausfallrisiko existiert nicht.

Deine Kryptowährungen werden von der BitGo Deutschland GmbH in einem Cold Storage verwahrt. Das gehört zu den sichersten Methoden, da die Server nur dann mit dem Internet verbunden werden, wenn du Kryptowährungen kaufen oder verkaufen möchtest. Außerdem sind deine Bestände bei BitGO vor externen Angriffen versichert.

Trade Republic im Test: Fazit

Trade Republic hat uns im Test überzeugt. Der Online-Broker zeichnet sich besonders durch die moderne und einfache Bedienung aus. Gerade Einsteigern dürfte so der Weg in die Welt der Geldanlage einfach fallen.

Das Wertpapierangebot ist mittlerweile sehr breit gefächert. Kosten und Gebühren liegen weit unter dem Durchschnitt aller Broker. Allein andere Neo-Broker wie justTRADE oder Scalable Capital können mithalten.

Was uns im Test nicht ganz überzeugt hat, waren die Wartezeiten bei Support-Anfragen und die Tatsache, dass es noch keine Desktop-Version gibt. Das sind jedoch eher „Luxusprobleme“ und keine echte Einschränkung.

Unser Tipp: Teste den Broker einfach mal und mache eigene Erfahrungen. Nur so wirst du wissen, ob das Angebot zu dir passt oder nicht. Ein Blick lohnt sich.

Trade-Republic-Logo

Unsere Bewertung

4,8/5

4.9/5
Bedienung 100%
Funktionsumfang 99%
Auswahl an Aktien und ETFs 97%
Gebühren & Support 94%
Sicherheit 99%

Häufige Fragen - FAQ

Die Nutzung der App ist kostenlos. Es fallen keine Gebühren an. Allein beim Handel von Wertpapieren fällt eine Fremdkostenpauschale von einem Euro an.

Sämtliche Sparpläne (Aktien und ETFs) sind hingegen zu 100% kostenlos.

Aktuell ist noch keine Web-App geplant. Laut eigenen Angaben ist damit auch in naher Zukunft nicht zu rechnen.

Ausgeschlossen ist eine Desktop-App hingegen nicht.

Keine Orderprovisionen und kostenlose Depotführung – das klingt erstmal nach keinem zukunftsfähigen Geschäftsmodell. Du solltest jedoch wissen, dass es sich um einen digitalen Broker mit moderner IT-Infrastruktur und einem hohen Grad an Automatisierung handelt.

Daraus entstehen Kostenvorteile, die zum Großteil an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem verdient Trade Republic an den sogenannten Rückvergütungen von seinen Partnern – und zwar für jeden Abschluss beziehungsweise Kauf eines Wertpapiers.

Ja, seit 2019 hält das Fintech die Lizenz als Wertpapierhandelsbank und steht somit unter der Aufsicht der BaFin und der Deutschen Bundesbank. Für Anleger bedeutet das ein hoher Grad an Sicherheit.

Die gesetzlichen Einlagensicherungen von bis zu 100.000 Euro pro Anleger sichern deine Einlagen auf dem Verrechnungskonto ab. Dieses wird von der Solarisbank AG geführt.

Deine Wertpapiere gehören zum Sondervermögen und befinden sich demnach in deinem Eigentum. Im Insolvenzfall gehören sie weiterhin dir.

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