Finanzguru App: Test, Meinung und Erfahrung (2021)

Die Finanzguru App erlangte durch die Höhle der Löwen große Beliebtheit in Deutschland. Doch wird die App ihrem Ruf als Finanzmanager gerecht? Wir haben sie getestet.

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Carlos | | 6 Minuten

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Mit dem TV-Auftritt in der „Höhle der Löwen“ und dem Millionen-Investment von Carsten Maschmeyer hat der mobile Finanzmanager – Finanzguru – aus Frankfurt ordentlich an Fahrt aufgenommen.

Von Multi-Banking, integriertem Haushaltsbuch und einer digitalen Vertragsverwaltung biete die App ihren Nutzern einiges an Features. Wir haben getestet, ob und wie die App dir dabei helfen kann, deine Finanzen besser zu verwalten.

Los geht’s.

  Inhaltsverzeichnis

Gründer und Story von Finanzguru

Finanzguru wurde 2015 in Frankfurt am Main von den Zwillingen Alexander und Benjamin Michel gegründet. Heute besteht das Team aus rund 18 Mitarbeitern (Stand: 06/2021)

Zu den größten Investoren gehören die Deutsche Bank (ca. 25%-Anteile), sowie Carsten Maschmeyer.  Größere Bekanntheit erlangt die Finanzguru-App durch die Teilnahme an der Startup-Show „Die Höhle der Löwen“. Insgesamt ist das Fintech mit 6 Millionen Euro finanziert.

Alexander und Benjamin Michel waren vor ihrer Gründung beide für die Postbank tätig. Während Alexander in der Zeit das digitale Haushaltsbuch der Postbank entwickelte, führte Benjamin die weltweit erste Zahlung per Touch ID ein.

Wie funktioniert die Finanzguru App?

Nach dem Download und Start der App kannst du dein/e Bankkonto/en verknüpfen. Basierend auf den Umsatzdaten erstellt dir die App eine Übersicht deiner Finanzen und Verträge. Dank  der hauseigenen Künstlichen Intelligenz (KI) kann die App aus den Kontobuchungen einzelne Verträge automatisiert identifizieren.

App verlangt manuelle Korrekturen

Die Unterscheidung zwischen Einzelbuchungen und regelmäßigen Buchungen (Abos, Verträge etc.) wird dank selbstlernender Algorithmen immer besser, jedoch ist auch Finanzguru nicht fehlerresistent.

Bei mir wurden gelegentlich PayPal-Buchungen als Vertrag identifiziert, was unbemerkt meine dargestellte Finanzsituation verzerrt hätte. Aus dem Grund solltest du nicht allzu passiv sein und ab und zu in die App schauen und solche Fehler korrigieren.

Außerdem bietet dir die KI spannende Insights und Prognosen. Du kannst z.B. bei jedem Start der App sehen, wie hoch dein monatliches Budget noch ist. Auf Basis der historischen Umsätze werden zukünftige Buchungen prognostiziert, damit du nicht zu viel Geld ausgibst. Du siehst nämlich bei jedem App-Start, wie viele Tage noch fehlen, bis dein nächstes Gehalt eintrifft und wie viel Geld du bis dahin noch ausgeben kannst.

Spannend ist zudem die digitale Vertragsverwaltung. Finanzguru erkennt automatisch deine Verträge, analysiert die Konditionen und identifiziert Sparpotenziale. Ob KfZ-Versicherung, Energievertrag oder private Krankenversicherung – der Umfang ist groß und wächst stetig.

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Anfang 2021 hat das Unternehmen gemeinsam mit der Solarisbank und Visa die Finanzguru Card als Erweiterung des „Plus-Paketes“ auf den Markt gebracht. Das Paket kostet 2,99€ pro Monat. Wer die Debit-Karte nutzen möchte, zahlt einen Euro darauf – also 3,99€.

Die Finanzguru-Card wird an ein Bankkonto gekoppelt, das jederzeit von dir neu festgelegt werden kann. Ein besonderes Feature ist die Aufrundung auf den nächsten vollen Euro bei jeder Zahlung. Du kannst entscheiden, ob du den Aufrundungsbetrag entweder fürs Sparen nutzt, an eine Organisation spendest oder zur Kompensation deines CO2-Ausstoßes einsetzt.

Woran verdient Finanzguru Geld?

Das Geschäftsmodell des mobilen Finanzmanagers ist breit gestreut. Es ähnelt dem eines Vergleichsportals. Finanzguru erhält Provisionen durch die erfolgreiche Vermittlung von Verträgen (Versicherungen, Strom etc.).

Außerdem erzielt das Unternehmen Umsätze aus dem Premium-Modell und der neuen Debit-Karte.

Kosten und Gebühren

Die App gibt es in einer kostenlosen und Premium-Version (Plus-Modell). Grundlegende Funktionen (Multi-Banking, Vertragserkennung, Finanzanalysen) sind bereits in der Grundversion verfügbar.

Das Plus-Modell kostet 2,99€ pro Monat (3,99€ mit Debit-Karte) und bietet Nutzern erweiterte Funktionen. Beispielsweise kannst du Finanzanalysen über längere Zeiträume laufen lassen als in der kostenlosen Version. Sämtliche Buchungen können per CSV in eine Excel-Tabelle exportiert werden.

Zudem werden dir in der Plus-Version regelmäßig Budgets vorgeschlagen, um deine monatliche Sparquote zu optimieren. Ob es sich für dich lohnt, hängt von deinen Präferenzen ab. Wir haben im Test ca. 35€ Sparpotenzial realisieren können. Damit war die Gebühr bereits für ein Jahr amortisiert.

Ein guter Finanzmanager?

Finanzguru ist keine Banking App – das solltest du wissen. Du kannst weder Überweisungen noch sonstige Bankgeschäfte durchführen. Am Ende des Tages leistet die App jedoch das, was sie verspricht. Sie verschafft dir eine Plattform, von der aus du deine Finanzen managen kann.

Einer der großen Schwachstellen vieler Haushalte ist das Verwalten von Verträgen. Grundsätzlich wird empfohlen mindestens einmal pro Jahr einen Vertrags-Check zu machen, um zu sehen, ob man die Konditionen optimieren kann. Gerade bei Energieverträgen besteht hier großes Sparpotenzial. Wer das manuell macht, musst Zeit investieren – und das wollen die wenigsten.

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Finanzguru sammelt aus den Umsatzdaten die Vertragsdetails und empfiehlt dir neue Verträge, falls sie Sparpotenziale realisieren. Als Nutzer musst du lediglich Informationen zu Vertragsende und Kündigungsfrist eingeben und schon erhältst du in regelmäßigen Abständen (3 Monate, 2 Monate und 14 Tage) vor Ende der Kündigungsfristen Erinnerungen. 

Verträge kannst du dann kostenlos in wenigen Sekunden kündigen. Wer zudem keine Lust hat ein eigenes Haushaltsbuch manuell zu führen, erhält in der Finanzguru-App umfangreiche Kontoanalysen. Die App fasst sämtliche Ausgaben in Kategorien (Lebensmittel, Tanken, Steuern & Abgaben etc.) zusammen.

Wichtig: Was ist Multi-Banking?

Multi-Banking bezeichnet im konkreten Fall der Finanzguru App die Möglichkeit, sämtliche Bankkonten an einem Ort (App) zusammenzufassen. 

Das ermöglicht dir einen gesamtheitlichen Überblick über deine Finanzsituation, ohne dass du dich bei jedem Konto einzeln anmelden musst. Sämtliche Kontostände und Buchungen werden zusammengefasst, analysiert und kategorisiert. Das vereinfacht deine Finanzplanung und erspart dir viel Zeit.

Wie steht es um die Sicherheit?

Das Thema Sicherheit wird App Nutzern immer wichtiger. Nicht zuletzt wegen der großen Datenschutzskandale der jüngsten Vergangenheit. Gerade aufgrund der hohen Sensibilität von Bankdaten setzt Finanzguru einen großen Fokus auf Sicherheit und Anonymität seiner Nutzerdaten.

Das Sicherheitskonzept des Finanzmanagers beruht auf den folgenden drei Säulen:

Sämtliche Nutzerdaten liegen auf deutschen Servern in verschlüsselter Form. Dieses Zentrum verfügt über höchste Sicherheitsstandards nach Vorgaben der Banken- und Kreditkartenindustrie (PCI-DSS).

Dank moderner Authentifizierungsverfahren ist die App vor unberechtigten Eingriffen Dritter jederzeit geschützt. Alle Verbindungen sind ausnahmslos durch starke Firewalls, das OAuth2-Verfahren und SSL-Schutz sicher.

Deine Daten liegen sicher und anonym in deinem persönlichen Datentresor. Weder Finanzguru, noch andere Dritte können aus den ihnen zur Verfügung stehenden Daten erkennen, wer du bist. 

Die Verschlüsselung des Datentresors erfolgt durch Anwendung des AES-Verschlüsselungsverfahren, welches du den weltweit stabilsten und sichersten Methoden gehört. Nur du kannst den Tresor mit deinem Passwort öffnen und deine persönlichen Bankdaten einsehen.

Finanzguru App im Test: Fazit

Aus meiner Sicht sind gerade Einsteiger sehr gut mit der Finanzguru App bedient. Sie bietet sämtliche Features an, die Menschen dabei helfen, mehr Kontrolle über ihre Finanzen zu gewinnen – und das mit wenig manuellem Aufwand. Besonders die Zusammenfassung aller Bankverbindungen an einem Ort verschafft Nutzern der App einen gesamtheitlichen Überblick.

Im Test der Finanzguru App war ich besonders von den Kontoanalysen und Übersichten beeindruckt, die sehr benutzerfreundlich und modern aufbereitet sind. Dadurch, dass die App viele Aufgaben übernimmt, die man ansonsten von anderen Drittanbieter-Apps (Aboalarm, Mineko etc.) aus erledigen müsste, sparst du als Nutzer viel Zeit.

Viele Menschen sind verständlicherweise (noch) verunsichert, was das Thema Danteschutz angeht. Das Unternehmen verspricht in seiner Datenschutzerklärung, dass die Bankdaten verschlüsselt werden und von niemandem einsehbar sind. Die Zweifel entstehen meiner Ansicht nach aber eher aus der Tatsache, dass Laien die Verschlüsselungsverfahren nicht ausreichend bewerten können.

Ob die Finanzguru App zu euch passt, müsst ihr am Ende des Tages selbst entscheiden. Auf jeden Fall scheinen sich die Nutzer – wenn man einen Blick auf die App-Bewertungen wirft – deutlich selbstbewusster mit ihren Finanzen zu fühlen. 

Teste es einfach mal – es kann sich lohnen.

Unsere Bewertung

4,7/5

5/5
Bedienung 95%
Funktionsumfang 97%
Sicherheit 100%
Finanzmanagement 94%

Häufig gestellte Fragen - FAQ

Die Basis-Version von Finanzguru ist kostenlos und bietet dir bereits einen großen Funktionsumfang.

Die Plus-Version kostet aktuell 2,99€ pro Monat. Sie umfasst weiterführende Finanzanalysen, Dienste und seit neustem sogar die Finanzguru Card. Für die Nutzung der Karte musst du 1€ zusätzlich zur Plus-Gebühr zahlen.

Leider nicht. Die Basis-App ist jedoch kostenlos und im Play-Store für Android oder im App Store für iOS verfügbar. Falls du nicht zufrieden kannst du sie einfach wieder deinstallieren.

Deine Daten werden auf deutschen Servern verschlüsselt und anonym gespeichert. Nur du hast Zugang zu deinen Bankdaten.

Jein. Das hängt ganz von deinen Präferenzen ab. Aus meiner Sicht ersetzt die Finanzguru App im Test noch kein Haushaltsbuch.

Ein Haushaltsbuch ist deutlich genauer. Dennoch bietet die App solide Finanzanalysen, die dir zumindest einen guten Überblick über dein Finanzverhalten geben.

Nicht alle, da einige Anbieter noch keine API-Schnittstelle zum Verknüpfen des Depots bieten.

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