Kein Geld mehr diesen Monat? | 7 Auswege aus der Pleite-Falle

Carlos | September 2020 | 5 Minuten

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Das Wichtigste in Kürze:
  • Kein Geld mehr diesen Monat zu haben – das Gefühl kennen viele Menschen, besonders Studenten haben häufig mit engen Budgets zu kämpfen.
  • Das Problem ist nicht nur das niedrige Einkommen, sondern in vielen Fällen die verhältnismäßig hohen Ausgaben.
  • Verhaltensweisen zu erkennen, die unseren Konsum unnötigerweise antreiben, ist wichtig, um die eigene finanzielle Situation nachhaltig zu stärken.
  • Mit kleinen psychologischen Hacks ist das möglich – wir zeigen dir wie.

Hast du oft das Gefühl, dass du am Ende des Monats kein Geld mehr übrighast, ohne zu wissen, warum du pleite bist?

Dann geht es dir wie vielen anderen Menschen. Auch mir ging es in meiner Studienzeit oft ähnlich. Mein Einkommen war niedrig, die Ausgaben waren hoch – und spätestens am 23. des Monats wurden die Rücklagen geplündert.

Das muss nicht sein. Falls du schon immer wissen wolltest, wie du aus dem Pleite-Modus ausbrechen kannst, dann solltest du dir die folgenden sieben Gründe und Auswege aufmerksam durchlesen. Höre auf dich ständig zu fragen, warum du pleite bist und fange lieber damit an, aktiv etwas dagegen zu unternehmen.

Lass uns mit dem ersten Grund starten.

Du bist einfach nur faul

Im Supermarkt 300 Meter weiter die Straße runter sind Lebensmittel deutlich günstiger als bei dem vor deiner Haustür. Besonders dann, wenn man erschöpft von der Arbeit nach Hause kommt und einfach keine Lust hat die 4 Minuten zu laufen, nehmen manche die höheren Ausgaben gerne in Kauf.

Als ich 2016 damit anfing, ein Haushaltsbuch zu führen, stellte ich relativ schnell fest, dass ich auf diese Weise anstatt 180 Euro über 300 Euro für Lebensmittel ausgebe – und das jeden Monat.

Faul zu sein, kann teuer werden. Andere Beispiele, die mir spontan einfallen, sind Essen zu bestellen, Wäsche in die Wäscherei zu bringen oder kostenpflichtige Geldautomaten zu nutzen. Nimm dir die Zeit, finde die günstigere Alternative und parke das Geld lieber in deinem ETF-Portfolio.

Wie du das änderst:

Hör einfach damit auf, faul zu sein. Ich kann nachvollziehen, dass man gelegentlich keine Lust hat, die Extrameile zu gehen, aber es wird dich nicht umbringen. Diese Art von Faulheit ist beispielhaft für ein schlechtes Mindset, das früher oder später gegen dich arbeiten wird, sobald du versuchst sinnvolle finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Was mir geholfen hat, ist, einfach zu starten. Tracke deinen Sparerfolg mit einem Haushaltsbuch und hol dir am Ende des Monats die positive Bestätigung, die dich motivieren wird weiterzumachen. Oft sind es diese kleinen psychologischen Kniffe, die mir geholfen haben, ungesunde Gewohnheiten abzulegen. Eine gesunde Finanzplanung und smarte Budgets sind ebenfalls geniale Tools, um sich ein besseres Bewusstsein für den eigenen Konsum zu verschaffen.

In Bezug auf das Thema Essen, Wäsche & Geldautomaten noch ein kleiner Tipp von mir: Koche selbst und möglichst auf Vorrat, damit du im Laufe der Woche immer etwas im Kühlschrank hast, falls du keine Lust hast zu kochen. Mache deine Wäsche regelmäßig. Wenn du darauf wartest, bis sich ein Berg an Wäsche ansammelt, sinkt auch die Motivation, dich darum zu kümmern. 

Und in Bezug auf das Geldautomaten-Thema: Erstens ist Bargeld heutzutage nicht mehr so wichtig und zweitens kannst du im Zweifel einfach ein wenig mehr Geld abheben, das schadet nie.

Du verdienst nicht genug Geld

Dieser Grund klingt erstmal banal, aber was tust du dagegen? Wenn du bereits deine gesamten Ausgaben minimiert, neue Versicherungsverträge und unnötige Abos gekündigt hast, dann bleibt dir nur noch ein Ausweg aus der Pleite – du musst dein Einkommen erhöhen.

Du kannst dich schlecht fühlen und selbst bemitleiden, aber bevor du in der Lage bist, deine eignen Klamotten und Shampoo herzustellen, musst du mehr Geld verdienen. Manchmal führt daran kein Weg vorbei.

Wie viel Geld du monatlich einsparen kannst, ist limitiert. Deinem Einkommen sind jedoch keine Grenzen gesetzt.

Wie du das änderst:

Falls du das Gefühl hast, dass du hart arbeitest und gute Ergebnisse lieferst, aber nicht genug Gehalt bekommst, dann musst du deinem Chef oder deiner Chefin einfach eine Gehaltserhöhung pitchen. Überzeuge ihn/sie von deinem Marktwert und davon, dass dein Gehalt deinen Leistungen nicht gerecht wird. Falls das keine Option für dich ist, wird es Zeit einen neuen Job zu finden, der dich fair bezahlt.

Alternativ kannst du dir Gedanken darüber machen, neue Einkommensquellen zu eröffnen – neben deinem aktuellen Job. Baue dir passive Einkommensströme auf, die dir dabei helfen, deine Sparquote zu erhöhen und für die langersehnte Weltreise zu sparen, die du während des geplanten Sabbaticals machen willst.

Merke dir eines: Beschweren lohnt sich nicht, es hat noch nie jemanden ans Ziel gebracht. Fokussiere dich auf die Lösungsfindung. Wir haben dir in unserem Leitfaden zum Thema passives Einkommen generieren 33 Tipps zusammengefasst, die dir dabei helfen werden, für dich passende Einkommensströme zu finden.

Los geht’s, fang einfach an!

Dein Social Life ist viel zu teuer

Wie oft gehst du mit deinen Freunden pro Woche aus? Jeder Barbesuch, jede Pizza und Kinobesuch zählen. Auch das Mittagessen mit den Kollegen wird nicht selten zur Kostenfalle. Tracke die Kosten einen Monat lang. Es ist nicht wenig, oder?

Das ist vor allem dann eine Herausforderung, wenn du in der Großstadt wohnst und eine große Auswahl an teuren Restaurants, Kinos und Co. hast. Eine Tatsache, die mich immer wieder beeindruckt, ist, wie viel Geld ich allein dadurch gespart habe, dass ich von der Großstadt aufs Land gezogen bin.

Wie du das änderst:

Mache ein paar Abschnitte. Du kannst ohne weiteres das ein oder andere Wochenende mit deinen Freunden zu Hause einen gemütlichen Koch- und Filmeabend machen, anstatt hunderte von Euros in Bars liegen zu lassen. 

Auch beim Mittagessen mit deinen Kollegen musst du nicht jede Einladung annehmen. Am Anfang macht es Sinn, um sich besser kennenzulernen, aber mit der Zeit kannst du dir auch einfach das Essen von zu Hause mitbringen und in der Kantine neue Leute kennenlernen.

Rausgehen heißt nicht immer Essen oder Trinken gehen. Es gibt viele andere Möglichkeiten, Zeit mit deinen Freunden, Familie oder deinem Date zu verbringen. Im Internet oder auf Facebook kannst du viele kostenlose Events in deiner Nähe finden, wie zum Beispiel Improvisationstheater, Mittelaltermärkte oder Poetry Slams an Universitäten. Sei einfach mal kreativ.

Du bist ein Marken-Opfer

Beim Einkaufen bedienen wir uns häufig sogenannter Entscheidungsheuristiken.

Heißt konkret: Du hast bei der Auswahl deiner Fußball-Schuhe zwei Optionen: Die neuesten Nike Schuhe oder eine relativ unbekannte Eigenmarke. Da die wenigsten von uns die Beschaffenheit und Funktionalität der Schuhe auf professioneller Basis beurteilen können, entscheiden wir uns für die Schuhe, von denen wir glauben, dass sie gut sein müssen, weil sie bekannter sind und von erfahrenen Spielern getragen werden.

Das führt oft dazu, dass wir für die gleiche Qualität das Vielfache bezahlen. Manchmal macht es Sinn auf Markenprodukte zu setzen – lass es nur nicht zum Standard werden.

Wie du das änderst:

Entscheide dich nur für das Markenprodukt, wenn es einen Unterschied gibt, der die Preisdifferenz rechtfertigt. Ob du bei DM jetzt auf Marken-Shampoos setzt oder die DM-Eigenmarke nutzt, wird am Ende des Tages keinen Unterschied für deine Gesundheit machen – aber definitiv für deine Geldbörse.

Markenprodukte sind im Normalfall teurer, weil deutlich mehr Forschungs- und Marketingkosten in die Entwicklung und Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen fließen. Das heißt jedoch nicht, dass sie automatisch besser sind als die günstigeren Eigenmarken.

Wirf bei jedem Kauf einen genauen Blick auf die Eigenschaften der Produkte und nimm dir Zeit, bevor du gerade bei teuren Anschaffungen übereilige Entscheidungen triffst. Informiere dich im Zweifel online oder frage jemanden, der sich auskennt (wenn möglich nicht den Verkäufer).

Dir mangelt es an Organisation

Wer kennt die Situation nicht: Du hast bereits den ganzen Vormittag danach gesucht, kannst deine PC-Maus aber nirgends finden. Wo ist sie?

Du kannst sie nicht finden, weil deine Wohnung, dein Dachboden und/oder Keller vollgestellt sind mit Dingen, die du nicht brauchst. In den meisten Fällen wird dann einfach eine neue Maus gekauft.

Ein anderes Beispiel sind Rechnungen, die du mangels Organisation viel zu spät zuzüglich hoher Mahnungskosten begleichen musst. Die Liste an Beispielen geht endlos weiter. Bei mir war es erst kürzlich eine neue Sommerdecke, die ich mir angeschafft hatte, obwohl meine alte (und noch gute) im Kleiderschrank lag.

Wie du das änderst:

Das Leben ist teurer, wenn du unorganisiert bist. Meine Sommerdecke war bei mir zu Hause, in meinem Zimmer. Es ist wichtig, dass man regelmäßig zu Hause aufräumt und gegebenenfalls ausmistet. Das schafft Raum und erleichtert den Überblick.

Vor einiger Zeit habe ich zudem auf einen digitalen Postservice umgestellt. Warum? Ich habe gemerkt, dass ich mit physischer Post einfach nicht klarkomme. Die ist am Ende des Tages immer auf einem Haufen gelandet, wo wichtige Rechnungen konsequenterweise schnell untergingen. Über Plattformen wie CAYA kannst du deine Post umleiten, digitalisieren lassen und schnell organisieren. Das hat mir sehr dabei geholfen, mein privates Dokumentenmanagement zu optimieren.

Bring mehr Ordnung in dein Leben, du sparst Geld und viele Nerven.

Du bist ein Fan von Sommerschluss-Verkäufen

Dein Lieblingsladen hat wieder eine Sales-Aktion? Das ist super, wenn du die Sachen wirklich brauchst. Das Gefühl, eine Menge Geld gespart zu haben, fühlt sich häufig so an, als hätte man ein wichtiges Turnier gewonnen.

Jetzt mal ehrlich, Hand auf’s Herz: Was genau kaufst du? Sind es Dinge, die du brauchst und auch langfristig nutzen wirst? Oder hast du einfach nur die roten Rabatt-Tafeln gesehen und zugeschlagen?

Wie du das änderst:

Wenn du etwas kaufst, das 10 Euro kostet, obwohl es im Originalpreis 20 Euro kostet, dann hast du effektiv 10 Euro gespart. Aber auch nur dann, wenn du es wirklich brauchst – falls nicht, hast du 10 Euro zum Fenster rausgeworfen.

Ein Sale ist nichts weiter als eine uralte Marketingstrategie, um den sogenannten FOMO-Effekt (Fear of missing out) bei Menschen hervorzurufen. Der psychologische Effekt scheint immer noch sehr gut zu funktionieren, sonst würden Unternehmen nicht weiterhin auf diese Strategie setzen.

Mach dir in jedem Fall vor jedem Kauf bewusst: Brauche ich das Hemd wirklich oder will ich gerade nur den guten Deal mitnehmen? Ist letzteres der Fall, hast du immer noch die Möglichkeit mit dem Geld deine private Altersvorsorge aufzustocken – macht in jedem Fall mehr Sinn.

Du bist ignorant gegenüber deiner finanziellen Situation

Bist du eine dieser Personen, die sich nicht traut, einen genaueren Blick auf ihre finanzielle Lage zu werfen? Dann gehörst du zu der Mehrheit der Deutschen, die laut zahlreicher Umfragen kein Gespür für ihr Finanzverhalten haben. Das führt nicht selten zu Überschuldung, Stress und Konflikten in der Partnerschaft.

Anstatt sich einen gesamtheitlichen Überblick über deine Ausgaben und Schulden zu verschaffen, kümmern sich diese Leute lieber um das Minimum, um nicht in Verzug zu geraten. Mit dieser Strategie gelingt den wenigsten echter Fortschritt.

Wie du das änderst:

Das ist kein Witz. Schlechte Finanzen haben negative Auswirkungen auf dein Stresslevel und folgerichtig auf deine Gesundheit, Partnerschaft und viele weitere Lebensbereiche. Verwechsle pleite sein niemals mit Minimalismus – das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Starte mit einem Haushaltsbuch. Trage all deine Einnahmen und Ausgaben ein und tracke diese über 2-3 Monate hinweg, um ein Gespür für dein Konsumverhalten aufzubauen. Die Zahlen zu sehen, wird einen deutlich stärkeren Effekt auf deine Motivation haben, als allein darüber nachzudenken.

Mache dir zusätzlich einen Überblick über deine Schulden. Schreibe alles auf, ob BAföG, KfW-Studienkredit oder einen privaten Kredit von deinen Eltern – verschaffe dir einen Überblick und entwickle einen Plan, mit dem du deine Schulden loswerden kannst.

Fazit: Starte mit einem Grund

Hast du dich bei einem der sieben Gründe ertappt gefühlt? Das ist kein Problem. Sich darüber im Klaren zu werden, ist sehr wichtig, um den Veränderungsprozess zu starten. Pleite sein ist in den meisten Fällen ein kurzfristiger Zustand. Wer nicht aufpasst, kann schnell in Richtung Armut rutschen – das soll dir nicht passieren!

Schnapp dir einen der Gründe, mach dir dein Verhalten bewusst und arbeite an einer positiven Veränderung. Mache solange weiter, bis du das Gefühl hast, dass du alles im Griff hast.

Kein Geld mehr diesen Monat? - FAQ

Verschaffe dir eine Übersicht mit einem Haushaltsbuch. Im nächsten Schritt kontrollierst du deine Ausgabenposten und prüfst, ob du die Ausgabe wirklich tätigen musst. Oft besteht bei Abos viel Sparpotenzial. Auch deine Versicherungs- und Energieverträge solltest du prüfen lassen - hier sparen Deutsche mit einem Wechsel im Schnitt 350 Euro pro Jahr.

Am einfachsten natürlich über eine Gehaltserhöhung. Pitche deinen Vorgesetzten einfach deine Gründe - in vielen Fällen überzeugt der mutige Schritt. Ansonsten gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten passive Einkommensquellen aufzubauen. Investiere in Aktien, ETFs oder Immobilien. Baue einen Blog auf, über den du mit Affiliate-Techniken monetarisierst. Oder du entwickelst Online-Kurse und schreibst E-Books. Die Möglichkeiten sind vielfältig - du musst einfach nur ein wenig kreativ werden.

Dafür gibt es keine allgemeinen Zielwerte - diese musst du dir selbst setzen. Im Durchschnitt sparen Deutsche ca. 12 Prozent ihres monatlichen Einkommens - das sind ungefähr 180 Euro pro Monat. Der Wert schwankt natürlich entsprechend deines Einkommens und deiner Lebenssituation. Als Student sparst du deutlich weniger, als ein Berufseinsteiger mit hohem Gehalt. Wichtig ist, dass du anfängst monatlich Geld zur Seite zu legen - ob 25 Euro oder 1.000 Euro.

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