Money Mindset: So änderst du deine Glaubenssätze über Geld

Hast du auch von Lotto-Millionären gehört, die innerhalb kurzer Zeit alles wieder ausgegeben hatten? Und andere, die ihr Vermögen verloren und innerhalb weniger Jahre erneut aufbauten?

money-mindset-2021
Inhaltsverzeichnis

Es scheint fast so, als ob bei manchen Menschen alles zu Gold wird, was sie anpacken. Bei anderen wiederum führen selbst gute Voraussetzungen nicht zum gewünschten finanziellen Erfolg.

Woran liegt das?

Als Steve Jobs mit seinem Macintosh in den Markt für Personal Computer eintrat, war er dem Marktführer IBM hoffnungslos unterlegen: Er hatte weniger Kapital, weniger Vertriebsstellen, weniger Personal. Und dennoch schaffte er eine unglaubliche Erfolgsstory und machte Apple zur wertvollsten Firma der Welt. Was war sein Geheimnis?

Über finanziellen Erfolg – ob persönlich oder bei Unternehmen – entscheiden nicht nur harte Fakten. Ansonsten dürfte es weder erfolgreiche Start-ups noch „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichten“ geben.

Apple überrannte IBM nicht mit harter Arbeit, Kraft und Anstrengung. Nein – es waren die Ideen von Steve Jobs, seiner Einstellung und seine Inspiration für andere. 

Es ist nur ein Beispiel, das zeigt: Langfristiger Erfolg benötigt die richtige Einstellung!

Im Bereich persönlicher Finanzen nennen wir das Money Mindset.

Money Mindset: Was ist das?

Den Begriff Mindset könnte man mit Einstellung, Denkweise, Gesinnung, Mentalität, Lebensphilosophie, Haltung oder Weltanschauung übersetzen. 

Eine eindeutige Übersetzung ist schwierig, aber der „Tenor“ dieses Wortes wird durch die genannten Begriffe aus meiner Sicht einigermaßen klar.

Beim Money Mindset geht es somit um deine Einstellung, deine Haltung zum Geld. Es geht um deine aktuelle und zukünftige finanzielle Situation, und wie du diese bewertest. 

Dies beinhaltet Blockaden, Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die du dir im Laufe deines Lebens – auch durch familiäre Prägung – angeeignet hast.

Money Mindset ist also wie deine Brille, durch die du Geld betrachtest. Es ist die Brille, die sich durch Erziehung, Erfahrungen und dein Umfeld über die Jahre entwickelt hat, meist ohne, dass du es mitbekommen hast.

"Deine Art zu denken hat Dich zu dem gemacht, was Du heute bist. Die gleiche Art zu denken wird Dich aber nicht dorthin bringen, wo Du gerne wärst."

Darum ist deine Einstellung zu Geld so wichtig

Ein großer Teil unserer Gedanken, Überzeugungen und Entscheidungen wird durch unser Unterbewusstsein beeinflusst.

Mindset bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir unsere (teilweise negativen) Gedanken als Tatsachen annehmen, die unser Handeln beeinflussen.

Wenn wir in unseren Überzeugungen abgespeichert haben, dass Geld verdienen „schlecht“ ist, dass wir dadurch anderen etwas wegnehmen, dann werden wir beim Geldverdienen immer ein schlechtes Gefühl haben.

Deine Einstellungen zu Geld können positiv oder anziehend wirken.

Leider finden wir in unserer Gesellschaft aber oft Sprichwörter und Glaubenssätze, die eine negative Einstellung zu Geld verdeutlichen:

  • „Geld verdirbt den Charakter.“
  • „Ich kann sowieso nicht mit Geld umgehen.“
  • „Geld allein macht nicht glücklich.“

Du solltest Dir diese Einstellung abgewöhnen. Dabei hilft, diese negativen Glaubenssätze positiv umzuformulieren:

  • „Geld macht vieles einfacher und sorgenfreier.“
  • „Geld hilft mir, ein gesünderes Leben zu führen!“
  • „Geld stinkt nicht!“

Deine Glaubenssätze sind das Fundament deiner Finanzen.

Wie bei einem Haus benötigst du für einen sicheren Stand ein starkes Fundament.

Wenn du auf weichem Sand baust, kann dein Haus vielleicht auch eine Zeit lang stehen bleiben, aber spätestens beim ersten Regen wird es in Schieflage geraten.

Andererseits reicht natürlich ein starkes Fundament nicht allein, um darin zu wohnen. Es braucht natürlich noch Wände und ein Dach.

Ebenso verhält es sich bei deinem Money Mindset – deinem Fundament für deine Finanzen: Schaffst du es, ein Vermögen aufzubauen, dann ist die Gefahr groß, dass du dieses mit einem falschen Money Mindset wieder verlieren wirst.

Das passiert mit den Lottogewinnern und Erben, die kurz nach dem großen Geldregen wieder verarmen.

Andererseits reichen positive Glaubenssätze nicht aus, um reich zu werden. Sich täglich vor den Spiegel zu stellen und sich zu sagen: „Ich bin reich und ziehe das Geld magisch an!“ wird nicht viel bringen.

Bist du schon einmal in einem Fluss stromaufwärts geschwommen?

Vielleicht kennst du dann das Gefühl, jeden Schwimmzug mit ganzer Kraft auszuführen, aber trotzdem nicht richtig voranzukommen?

Und wenn du aufhörst, wirst du wieder zurückgezogen.

Änderst du hingegen deine Richtung und schwimmst flussabwärts, kommen dir die Schwimmzüge ganz leicht vor und du treibst ganz automatisch vorwärts. So ähnlich verhält es sich mit deinem Money Mindset.

Deine Einstellungen zu Geld sind dabei die Strömung des Flusses.

Sie wirken unterbewusst, entweder in Richtung deiner Ziele oder eben entgegengesetzt.

Führt ein positives Money Mindset zu einem höheren Einkommen?

Das Meinungsforschungsinstituts Gallup hat unter Amerikanern eine Studie zum Zusammenhang zwischen Money Mindset und Einkommen durchgeführt.

Das Ergebnis zeigte, dass Personen mit einer positiven Grundhaltung zu Geld unter sonst gleichen Umständen ein höheres Einkommen erzielen als Personen mit einer „geldfeindlichen“ Einstellung.

Es besteht also nachweislich ein Zusammenhang zwischen deinem Money Mindset und deinem finanziellen Erfolg.

Wäre es nicht sinnvoll, wenn es einfache und leicht anzuwendende Techniken geben würde, die deine Einstellung zu Geld positiv verändern und dir damit dein finanzielles Vorankommen erleichtern würden?

Es gibt sie.

Lass uns im Folgenden einige davon besprechen.

Unser Selbstwertgefühl ist nicht abhängig von unserem Kontostand

Herausforderungen mit den eigenen Finanzen kennen wir alle – aber ehrlich und offen darüber sprechen, das tun wir selten.

Warum verstecken wir unsere Probleme besonders dann, wenn es um Geld geht?

In diesem inspirierenden, emotionalen Vortrag motiviert uns die Autorin Tammy Lally  dazu, aus dem „Money Shame“ auszubrechen und zeigt, wie wir aufhören können, unser Selbstwertgefühl von unserem Kontostand abhängig zu machen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was du wissen solltest, wenn du an deiner Einstellung arbeiten willst

Alles hat eine Ursache.

Hast du kein Geld, hat das eine Ursache. Bist du unglücklich, hat das eine Ursache. Hast du Schulden, hat das eine Ursache. Die Menschen ärgern sich aber nur über die Symptome und stellen sich nicht die richtige Frage: Was verursache ich, ohne es zu wissen?

Diese Frage klingt zunächst harmlos, hat es aber in sich.

Ich gebe dir ein Beispiel: Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass Hexen Krankheiten auf Menschen übertragen konnten. Also verfolgten und verbrannten sie die Hexen in der Hoffnung, dass sie von Krankheiten verschont blieben. Heute wissen wir, dass vor allem mangelnde Hygiene Grund für Krankheiten war.

Damals herrschte jedoch ein anderer Glaubenssatz.

Vielleicht schmunzelst du heute über die Unwissenheit von früher.

Aber wie sicher können wir sein, dass wir nicht heute auch Dingen die Schuld geben, die gar nicht die Ursache sind? Warum sollte zum Beispiel Geld den Charakter verderben? Ist der Vermieter schuld, dass ich meine Miete nicht zahlen kann? Oder mein Arbeitgeber, weil er mir so wenig bezahlt?

Um deine Einstellung zu ändern, verändere im ersten Schritt deine Perspektive:

„Ich bin Ursache, ich verursache Dinge!“

Prüfe doch mal mit Hilfe unserer Excel Haushaltsbuch Vorlage, wofür du Geld ausgibst und warum du nicht mehr von deinem Einkommen sparen kannst.

Investiere in deine Finanzbildung

Am Money Mindset arbeiten bedeutet auch, sich Wissen zum Thema Geld anzueignen.

Dies beinhaltet sowohl finanzielle (Weiter-)Bildung als auch Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung. Falsche Einstellungen entstehen sehr oft aus Unwissen heraus.

Kenne ich mich in einem Fachgebiet nicht gut aus, übernehme ich vielleicht Aussagen, ohne sie zu hinterfragen.

Hältst du Aktien für riskant?

Tatsächlich geht es der Mehrzahl der Bundesbürger so. 

Sie assoziieren mit Aktien vor allem die Risikoseite bei einer Aktienanlage. Das ist wahrscheinlich ein Grund, warum in Deutschland gerade einmal 15,2 Prozent oder knapp jeder siebte Bundesbürger, der älter als 14 Jahre ist, Aktien oder Aktienfonds besitzen.

Schade, denn diese Anlageform hätte vielen Anlegern deutlich bessere Renditen eingebracht als die Anlage auf dem vermeintlich sicheren Sparbuch.

Wenn du dich mit deinen Finanzen beschäftigst, geht es auch darum zu erkennen, dass diese ein großen Einfluss auf dein Leben und das Erreichen deiner Ziele haben. 

Hast du dir schon mal folgende Fragen ernsthaft beantwortet?

  1. Was sind meine Ziele und Träume im Leben?
  2. Wie schaffe ich es, diese Ziele zu finanzieren?

Eine eigene Immobilie, eine Weltreise oder der vorzeitige Ruhestand – deine Lebensziele und Träume sind so individuell wie du selbst. 

Jedoch wirst du feststellen, dass viele dieser Ziele und Träume nur mit Geld zu erreichen sind. Wenn du nicht gerade im Lotto gewinnst oder eine Erbschaft machst, dann musst du selbst dafür sorgen, dass du das nötige Geld dafür ansammelst.

Wenn du allerdings nicht bereit bist, Neues zu lernen, deine Fähigkeiten und Talente zu verbessern, wirst du auch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dort stehen bleiben, wo du heute bist. 

Wenn du deine Zahlen nicht im Griff hast, aber auch nicht bereit bist, daran etwas zu ändern – warum sollte dies von ganz allein passieren?

Die beste Investition ist die in sich selbst. Wo also kannst du dich heute noch weiterentwickeln? Welche Bücher kannst du dir besorgen, was im Internet recherchieren oder wo in professionelle Hilfe und Unterstützung investieren? Finanzielles Wachstum kommt von persönlichem Wachstum.

Je früher du damit anfängst, desto besser.

Starte ein Money-Feel-Good Journal

Ein Finanzjournal zu führen hat mir sehr dabei geholfen, mein persönliches Mindset in Bezug auf das Thema Geld besser zu verstehen.

Das Prinzip vom «Journaling» kommt aus der positiven Psychologie.

In der Praxis funktioniert das so: Du überlegst dir täglich 2-3 Dinge, auf die du stolz bist, oder wofür du dankbar bist und schreibst dir diese Punkte auf.

Wenn es um das Thema Geld geht, schreibe ich mir immer auf, welche positiven Gedanken ich hatte oder auch was ich Positives mit meinem Geld gemacht habe – zum Beispiel den ETF-Sparplan erhöhen.

Sei es eine Spende oder eine nachhaltige Investition – ganz egal, solange es dir ein gutes Gefühl gegeben hat.

Nach ein paar Wochen wirst du deinen Umgang mit Geld bereits viel besser verstehen und erkennen, wo noch Optimierungspotenziale bestehen.

Raus aus deiner Komfortzone

Die Komfortzone ist wie ein Zaun um dich herum. 

Innerhalb dieses Zaunes liegt alles, was du schon erreicht hast, kennst oder erlernt hast. Der Zaun hat Vorteile, denn innerhalb liegt Sicherheit und Vertrautheit.

Außerhalb hingegen liegen Unsicherheit, Risiko und Dinge, die du nicht kennst. Was du aber nicht siehst, ist, dass außerhalb des Zauns auch das Glück liegt. Denn nur hier kannst du wachsen, neue Dinge lernen und Gebiete erobern.

Du hast die Wahl: Wenn du den Zaun als Schutz vor Gefahren und dem Unbekannten siehst, dann wirst du nur den Status, den du jetzt hast, verwalten. 

Siehst du den Zaun allerdings als Eingangstor zu einer neue Welt, die du entdecken kannst, dann entsteht daraus Energie und Wachstum, welches sich nicht nur auf den Bereich Finanzen, sondern auch auf andere Lebensbereiche wie Beziehungen oder Gesundheit übertragen wird. 

Du wirst merken, dass die Schritte aus der Komfortzone heraus dein Mindset verändern werden. 

Sicherlich wird dir nicht jeder Schritt leichtfallen. Meist ist sogar der erste derjenige, der am schwersten fällt. 

Aber mit jedem Schritt wirst du deine Komfortzone ausdehnen und kontinuierlich auf deine Einstellungen verändern.

20 Fragen, um dein Money Mindset zu verbessern

Wir haben zum Abschluss 20 Fragen zusammengefasst, die dir dabei helfen werden, ein gesundes Money Mindset aufzubauen.

Nimm dir Zeit für die Beantwortung und sei ganz ehrlich zu dir.

Du wirst den positiven Effekt relativ schnell spüren.

  1. Welche fünf Schlagworte fallen dir als Erstes zum Thema Geld ein?
  2. Was haben dir deine Eltern über Geld erzählt?
  3. Wie würdest du deine Einstellung zum Thema Geld beschreiben?
  4. Welche Einstellung zu Geld hättest du gerne haben?
  5. Was bedeutet für dich „nicht genug Geld haben“?
  6. Was bedeutet für dich „genügend Geld haben“?
  7. Was ist für dich der Sinn und Nutzen von Geld?
  8. Kann ein Mensch deiner Meinung nach reich und zugleich ein guter Mensch sein?
  9. Verdirbt Geld den Charakter? Was ist deine Meinung?
  10. Darfst du egoistisch sein, wenn es um das Thema Geld geht?
  11. Glaubst du, dass man für Geld hart arbeiten muss?
  12. Welche sind deine größten Bedenken in Bezug auf Geld?
  13. Wie kann dir Geld dabei helfen, glücklicher und erfüllter zu leben?
  14. Stimmst du dem Spruch „über Geld spricht man nicht“ zu? 
  15. Wie sprichst du mit deinem Umfeld (Familie & Freunde) über Geld?
  16. Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie viel Übersicht hast du über dein Geld?
  17. Welches dieser Schlagwörter trifft am ehesten auf dich zu und warum? Sparsam, geizig, verschwenderisch, spendabel etc. (gerne auch ein anderes Wort nutzen)
  18. Ist dir die Art und Weise wichtig, wie Geld zu dir kommt?
  19. Welche finanziellen Ziele möchtest du in 1, 5 und 10 Jahren erreicht haben?
  20. Was ist der erste Schritt, um dieses Ziel zu erreichen?

Buchempfehlungen

Wenn du dich tiefgründiger mit dem Thema Money Mindset beschäftigen möchtest, dann empfehle ich dir die folgenden Bücher:

think-grow-rich (new)

Napoleon Hill

Denke nach und werde reich
your-new-money-mindset

Brad Hewitt

Your New Money Mindset: Create a Healthy Relationship with Money
rich-dad-poor-dad

Robert Kiyosaki

Rich Dad poor Dad

Fazit

Beim Money Mindset geht es um unsere Einstellung zum Geld. Oft ist diese geprägt durch negative, unterbewusste Gedanken, die als Tatsachen angenommen werden.

Manifestieren sich erst die negative Einstellungen zu festen Glaubenssätzen, dann ist es sehr schwer, dauerhaft gegen sie anzukommen. Es ist, als ob du gegen eine starke Strömung schwimmst.

Wollen wir eine realistische Chance haben, unsere finanziellen Ziele dauerhaft zu erreichen, dann gelingt uns das wesentlich einfacher und schneller, wenn wir zunächst an einem positiven Money Mindset arbeiten.

Zum Aufbau eines positiven Money Mindsets gehört,

  • negative Glaubenssätze über Geld aktiv abzulegen und durch positive zu ersetzen,
  • seine Finanzen unter Kontrolle zu haben und sich nicht vom Geld kontrollieren zu lassen (Stichwort „Konsum“, insbesondere „Impulskäufe“),
  • in das eigene Finanzwissen und die eigene Finanzbildung zu investieren und seine Finanzen nicht Dritten zu überlassen,
  • eine langfristige Finanzplanung durch Definition entsprechender Ziele anzulegen,
  • Denkfehlern nicht in die Falle zu tappen, um den Erfolg bei der langfristigen Geldanlage nicht zu gefährden.

Begib dich raus aus deiner Komfortzone, um Erfahrungen zu sammeln und neue Gebiete zu erobern.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, an deinem positiven Money Mindset zu arbeiten.

Es lohnt sich!

Martin_Coaching
Hi, ich bin Martin
👋

Ich bin Finanzcoach bei Beyond Saving und helfe Menschen dabei, zu finanziellen Selbstentscheidern zu werden. Vor meiner Zeit bei Beyond Saving war ich über 15 Jahre im Private Banking einer Berliner Privatbank unterwegs und habe Privatkunden bei sämtlichen Finanzthemen unterstützt.

cropped-cropped-Logo-Beyond-Saving-Neu-e1610709456845.png
Die Lern-App
5/5
Vorschau_SB

Kennst du schon die Beyond Saving App?😎