10.000 Euro anlegen: In 6 Schritten zur idealen Strategie

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Carlos | | 6 Minuten

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Stell dir vor, du erhältst auf einen Schlag 10.000 Euro. Wie kannst du das Geld anlegen? Das zeigen wird dir im Beitrag.

Für eine gute Geldanlage musst du kein Finanzexperte sein. Wenn du beispielsweise 10.000 Euro anlegen möchtest, dann gelangst du mit einem soliden Fahrplan am besten ins Ziel.

Es kann häufiger vorkommen, dass dir mal ein größerer Geldbetrag zur Verfügung steht. Zum Beispiel bei:

  • einer größeren Schenkung
  • einer Erbschaft
  • einem Bonus vom Arbeitgeber
  • einer Steuerrückerstattung
  • oder einer Auszahlung der Versicherung

Unabhängig vom Sachverhalt, solltest du wissen, wie du mit solchen Beträgen umgehst. Es ist am Ende des Tages keine Raketenwissenschaft. Wir zeigen dir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du am besten vorgehst.

Lass uns loslegen.

  Inhaltsverzeichnis

Was passiert mit 10.000 Euro auf dem Sparbuch?

Anfang August ist die Inflation als Folge der Covid-19-Krise in Deutschland auf 3,8% gestiegen. Besonders der Anstieg der Ölpreise und der Mehrwertsteuereffekt aus 2020 belasten die Preisentwicklung. Was bedeutet der Anstieg des Preisniveaus für Sparer?

Zunächst einmal kein Grund zur Panik – die Inflation wird in den kommenden Jahren wieder sinken, auch wenn die EZB aktuell keine Gegenmaßnahmen plant. Doch auch ein „normales“ Inflationsniveau von 1,5% – 2,0% ist für Sparer gefährlich. In Kombination mit Negativzinsen sorgt die Inflation nämlich dafür, dass deine Kaufkraft schleichend sinkt.

Wenn du 10.000 Euro auf deinem Sparbuch parkst, dann liegt die Kaufkraft nach 30 Jahren bei knapp 5.500 Euro (angenommene Inflation: 2% pro Jahr). Der Wert wird sich fast halbieren. Investierst du die 10.000 Euro hingegen in ein breit gestreutes ETF-Portfolio, dann liegt die Kaufkraft bei knapp 33.000 Euro (angenommene Realrendite: 4%).

Unser Zwischenfazit: Es ergibt in jedem Fall Sinn, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du 10.000 Euro anlegen solltest. Gleich erfährst du, wie du schrittweise eine passende Anlagestrategie findest.

Kenne deinen Status-Quo

Bevor du dich mit deinem Vermögensaufbau beschäftigst, solltest du wissen, wie es um deine finanzielle Situation steht. Kennst du dein Nettovermögen? Weißt du, wie viele Ausgaben du jeden Monat hast? Hast du ausreichend Rücklagen? All diese Fragen verdienen eine Antwort.

Nutze ein Haushaltsbuch und unseren Nettovermögensrechner, um deine aktuelle Finanzsituation zu bestimmen. Insbesondere bei deinen monatlichen Ausgaben lohnt sich ein prüfender Blick. Viele Ausgaben (z.B. Abos, Mitgliedschaften & Verträge) kannst du ohne signifikante Einschnitte kürzen.

Es ist außerdem sinnvoll, dass du dir über deine Lebensziele Gedanken machst. Wo willst du leben? Planst du Nachwuchs? Willst du ein Eigenheim kaufen? Je besser du dich und deine Ziele kennst, desto besser kannst du eine Entscheidung darüber treffen, wie du deine 10.000 Euro anlegen wirst.

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Bau dir einen Notgroschen auf

An erster Stelle steht dein Notgroschen. Dieser sichert dich und deine Familie in finanziell „schlechten“ Phasen ab und dient auch dazu spontane Kosten zu decken, mit denen du nicht geplant hast (z.B. neues Auto, Hausdach etc.).

Wie hoch sollen deine Rücklagen sein? So hoch, dass du deine Lebenshaltungskosten für mindestens 6 Monate decken kannst. Je höher, desto besser – aber du musst es auch nicht übertreiben.

Diese Reserven müssen jederzeit verfügbar sein. Aus dem Grund parkst du das Geld im Idealfall auf einem Tagesgeld- oder Sparkonto. Du erhältst zwar keine Zinsen – dafür ist deine Liquidität gesichert. Außerdem sind deine Einlagen innerhalb der EU durch die gesetzliche Einlagensicherung bis mindestens 100.000 Euro geschützt.

Darf ich meinen Notgroschen investieren?

Die Frage ist leicht zu beantworten: Nein. Dein Notgroschen darf keinen Marktrisiken unterliegen. Ansonsten riskierst du, dass du plötzliche Kosten aufgrund der Wertschwankungen nicht decken kannst.

Stell dir mal vor dein 10.000 Euro Notgroschen verliert 30 Prozent an Wert (fällt auf 7.000 Euro), weil die Börsen gerade korrigieren. Benötigst du heute das Geld, dann musst du 3.000 Euro bei der Bank zwischenfinanzieren – und das kann teuer werden.

Werde deine Schulden los

Es gibt einerseits gute und andererseits schlechte Schulden. Gute Schulden haben meist einen entsprechenden Gegenwert in Form eines Vermögenswertes. Das kann eine Ausbildung aber auch eine Immobile oder sonstige Geldanlage sein.

Schlechte Schulden sind wiederum Konsumschulden – also Schulden, denen kein Vermögenswert gegenübersteht. Finanzierst du z.B. deinen Urlaub mit einem Bankkredit, dann handelt es sich um schlechte Schulden. Auch Kreditkartenschulden solltest du vermeiden, da sie mit Dispokrediten zu den teuersten Verbindlichkeiten gehören.

Erstelle dir eine Schuldenübersicht in Excel und arbeite jeden Posten nach und nach ab. Wie genau du Schulden loswerden kannst, erfährst du in unseren Ratgebern.

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Bestimme dein Risikoprofil

Du hast deine Ausgaben optimiert, dir einen Notgroschen aufgebaut und bist deine (schlechten) Schulden losgeworden? Dann bist du jetzt bereit mit dem Investieren zu starten.

Bevor du jedoch mit dem Kauf von Wertpapieren startest, solltest du noch eines tun: deine Risikotragfähigkeit bestimmen. Diese hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung deines Portfolios. Folgende Fragen werden dir dabei helfen, dein Risikoprofil zu definieren.

Wie gut kommst du mit Schwankungen klar?

Angenommen dein Depotwert verliert 5 Prozent an Wert innerhalb von wenigen Stunden – wie gut würdest du das vertragen? Aktien sind die Anlageklasse mit den höchsten Renditechancen und Risiko zugleich. Je besser du Schwankungen vertragen kannst, desto höher darf deine Aktienquote sein.

Wie viel Verantwortung trägst du?

Je höher deine Verantwortung, desto weniger Risiken solltest du eingehen. Bist du kürzlich erst Vater geworden? Oder planst du den Gang in die Selbstständigkeit? In diesen Fällen ist Risiko keine gute Wahl. Dies sollte sich in einer niedrigen Aktienquote wiederspiegeln.

Wie alt bist du?

Vermögensaufbau dient primär dazu, deinen Lebensstandard im Alter zu halten bzw. sogar noch zu verbessern, in dem du dir nach dem Renteneintritt aus dem Kapital eine Zusatzrente auszahlst. Sobald du in Rente gehst, sollte dein Fokus nicht mehr auf dem Aufbau – sondern auf dem Erhalt deines Vermögens liegen.

Die führt logischerweise dazu, dass du Risiken zugunsten von Sicherheitskomponenten (z.B. Anleihen oder Gold) umschichtest.

ETFs – die effiziente Art zu Diversfizieren

Eine breite Diversifikation – also die Verteilung deines Kapitals auf mehrere Anlageklassen – ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Geldanlage.

Anstatt dir tausende von Einzelaktien zu kaufen, kannst du einen hohen Diversifikationsgrad bereits mit dem Kauf eines einzelnen ETFs erzielen. Aus dem Grund empfehle ich dir, ein Portfolio auf Basis von ETFs zu kaufen. Da genügen bereits 2-3 Wertpapiere für eine solide Streuung.

ETF-Portfolio aufbauen

Abhängig von deinem Risikoprofil wählst du im nächsten Schritt deine Anlagestrategie und baust dir dein ETF-Portfolio auf. In der nachfolgenden Tabelle findest du 3 Musterportfolios für entsprechende Strategien:

SicherheitAusgewogenChancenorientiert
  • 25% Aktien-/ETF-Anteil
  • 50%-Aktien-/ETF-Anteil
  • 75% Aktien-/ETF-Anteil
  • 75% Anleihen (oder Tagesgeld)
  • 50% Anleihen (oder Tagesgeld)
  • 25% Anleihen (oder Tagesgeld)

Je nach Anlagestrategie musst du jetzt in die passenden ETFs investieren. ETFs tracken – wie du bereits weißt – die Wertentwicklung eines bestimmten Indizes. Gerade für Einsteiger empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI-World.

Im MSCI-World sind über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern enthalten. Mit einem Investment ist dein Vermögen automatisch breit über verschiedene Branchen und Regionen hinweg angelegt.

Da der MSCI-World einen großen Fokus auf den US-Markt hat, kannst du dir überlegen noch einen ETF auf einen europäischen Index (z.B. den Stoxx Europe 600) in dein Portfolio aufzunehmen. 

Lohnt sich ein ETF auf den DAX?

Ein DAX-ETF ist bei deutschen Anlegern sehr beliebt, bietet dir jedoch nur einen begrenzten Grad an Diversifikation, da du nur in 40 deutsche Unternehmen investierst.

Natürlich kannst du in als Beimischung in deinem Portfolio mitaufnehmen – ich empfehle jedoch nur eine kleine Gewichtung (max. 5 Prozent deines Portfoliowertes).

Wer auf eine ökologisch und nachhaltige Geldanlage setzen möchte, fokussiert sich auf sogenannte ESG- bzw. SRI-ETFs.

Wichtig zu wissen: ESG- und SRI-Kriterien filtern aus den ETFs Unternehmen aus, die in bestimmten Branchen aktiv sind. SRI-Kriterien gehen dabei noch einen Schritt weiter und gelten als „nachhaltigere“ Option.

Vorletzter Schritt: ETFs kaufen

Um ETFs zu kaufen, benötigst du ein Wertpapierdepot. Bei Filialbanken musst du im Normalfall mit höheren Kosten als bei Direktbanken oder Online-Brokern rechnen. Zu den bekanntesten Anbietern gehören u.a. Trade Republic, Smartbroker, Scalable Capital, ING-DiBa, Flatex, Comdirect und die Consorsbank.

Die passenden ETFs für deine Anlagestrategie findest du bei uns im kostenlosen ETF-Portfolio Tool.

Portfolio regelmäßig kontrollieren

Ist dein ETF-Portfolio einmal aufgebaut musst du es laufend kontrollieren und pflegen. Mindestens einmal pro Jahr solltest du im Rahmen eines Portfolio-Rebalancing prüfen, ob die aktuelle Zusammensetzung noch zu deinem Risikoprofil passt.

Wenn z.B. der Kurswert deines Aktien-ETF extrem gestiegen ist, kann es sein, dass du plötzlich zu viel Risiko im Portfolio hast. Mit der Nachjustierung stellst du das ursprüngliche Gleichgewicht wieder her.

Hier einmal ein Beispiel mit folgenden Depotwerten:

Aktien

3.000€

Aktien

2.000€

Zielgewichtung

50/50

Um deine Zielgewichtung wiederherzustellen, müsstest du deinen Aktienanteil um 500€ senken und den Anleihenanteil um 500€ erhöhen.

Falls du nach einem Portfolio-Rebalancing-Rechner suchst, dann empfehle ich dir das kostenlose Tool von extraETF:

10.000 Euro anlegen - FAQ

Bonitätsstarke Staatsanleihen sorgen dafür, dass Kursstürze an den Aktienmärkten abgedämpft werden. Diese Anlageklasse ist grundsätzlich weniger riskant.

Jedoch gibt es auch bei Anleihen das Risiko des Zahlungsausfalls seitens der Emittenten. Wenn z.B. ein Land seine Schulden nicht begleichen kann, verlierst du als Anleger im Extremfall dein gesamtes Investment.

Das ist bei bonitätsstarken Anleihen (z.B. Deutschland) selten der Fall.

In physische Immobilien nur in absoluten Einzelfällen. Du kannst jedoch seit einigen Jahren schon über ein sog. Crowdinvesting in Immobilienprojekte investieren. 

Plattformen wie Bergfürst, Engel & Völkers oder Exporo bieten Privatanlegern spannende Projekte an, in die du bereits ab 50 Euro investieren kannst.

Auch hier gilt: Diese Projekte sind mit höheren Risiken verbunden – du solltest sie nur als kleine Beimischung in dein Portfolio mitaufnehmen.

Das ist schwer zu sagen. Globale Aktienmärkte erzielen im langfristigen Durchschnitt zwischen 5 – 7 Prozent Rendite pro Jahr.

Die Rendite deines Portfolios ist abhängig von der Zusammensetzung. Je höher dein Aktienanteil, desto höher ist auch die erwartete Rendite.

Denk dran: Mit einer höheren Rendite kommt oft auf ein erhöhtes Risiko.

Die Historie hat gezeigt, dass es unmöglich ist, einen optimalen Einstiegszeitpunkt (ex ante) zu bestimmen. Aktienmärkte erreichen regelmäßig neue Allzeithochs und schwanken dazwischen.

Langfristig lohnt sich ein Investment in Aktien immer. Hättest du z.B. vor 30 Jahren in den MSCI-World investiert, hättest du eine durchschnittliche Rendite von 7 Prozent p.a. erzielt.

Und das trotz zahlreicher Finanz- und Wirtschaftskrisen. Die Anlagedauer ist wichtiger als das Timing.

Wie sich dein Vermögen bei einer bestimmten Rendite entwickelt, findest du in unseren ETF-Sparplan Rechner heraus.

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