So schadet finanzieller Stress deiner Gesundheit (2020)

Carlos | Oktober 2020 | 5 Minuten

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Das sollte zwar die wenigsten von uns überraschen, aber finanzieller Stress kann eine große Belastung für unsere mentale Gesundheit sein.

Wir treffen im Durchschnitt neun ökonomische Entscheidungen pro Tag. Wer dabei unter finanziellem Druck steht, wird langfristig auch körperliche Auswirkungen spüren.

Das zeigt ein Forschungsbeitrag im Fachjournal „Psychological Science“ aus den USA. Menschen, die aufgrund ihrer Finanzlage gestresst sind, leiden öfter unter körperlichen Schmerzen.

Das liegt hauptsächlich am Kontrollverlust, der Gefühle von Angst, Stress und innerer Unruhe hervorruft. Diese sind im Nervensystem eng mit dem Schmerzempfinden verknüpft.

Finanzielle Instabilität fördert Konsum von Schmerzmitteln

Im Rahmen einer Studie, die Daten aus über 33.000 Haushalten in den USA gesammelt hat, fanden die Forscher heraus, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen finanzieller Unsicherheit und dem Konsum von freiverkäuflichen Schmerzmitteln besteht.

Konkret zeigte die Studie der University of Virginia, dass die Ausgaben für Schmerzmittel mit der Anzahl an Arbeitslosen im Haushalt positiv korreliert ist.

Heißt konkret: Je mehr Leute arbeitslos sind, desto höher die Ausgaben für Schmerzmittel – bis zu 20 Prozent.

Was mich persönlich noch mehr schockiert, ist das sechs von zehn Teilnehmer in einer Umfrage der American Psychological Association zugaben, dass Finanzen der größte Faktor für Stress in ihrem Leben ist.

Größer als Krankheiten, Familie und Probleme auf der Arbeit.

Das Problem dabei ist, dass man relativ schnell in einen Teufelskreis gerät. Ein schlechter körperlicher und mentaler Zustand kann sich nämlich auch negativ auf deine Finanzsituation auswirken.

Gesund zu sein, sollte immer deine Priorität sein. Es gibt einiges, was du tun kannst, um deinen Stresslevel zu senken – egal in welcher Situation du steckst.

Wie genau du deinen finanziellen Stress reduzieren kannst, zeigen wir dir jetzt.

Auch unter Deutschen gilt das Thema Finanzen als größter Stressfaktor. Das zeigt der BlackRock Global Investor Pulse.

Demnach bereitet Geld 35 Prozent der befragten Deutschen den größten Stress im Leben.

Danach kommen erst die Faktoren Arbeit (32 Prozent), Gesundheit (31 Prozent), Familie (22 Prozent) und Freizeit/Privatleben (21 Prozent).

Finanzieller Stress: So erkennst du ihn

Wer sich finanziell gesund fühlt, fühlt sich automatisch auch körperlich und mental gesünder. Das geht aus einer Studie des Journal of Consumer Research hervor.

Anhand welcher Faktoren wurde die finanzielle Gesundheit bewertet? 

Zwei Dinge: Wie gestresst die Personen mit ihrer Finanzsituation sind und wie viel Sicherheit sie in Bezug auf ihre Finanzen spüren.

Hier sind vier Signale, an denen du schnell erkennst, dass du unter finanziellem Stress leidest:

1

Du spürst einen Kontrollverlust

Du hast oft das Gefühl, dass du deine finanzielle Situation nicht einschätzen kannst und das stresst dich, da du täglich eine Menge finanzieller Entscheidungen treffen musst?

Ob ein Mittagessen mit den Kollegen oder ein Abend im Kino – mit finanziellem Stress macht all das weniger Spaß.

2

Du ignorierst Probleme

Sobald du an den Punkt kommst, an dem du anfängst Rechnungen zu ignorieren und Kontorückstände nicht zu begleichen, solltest du eine 180° Wendung einschlagen. Ansonsten landest du in einem schmerzhaften Teufelskreis.

3

Weniger Selbstbewusstsein

Hast du das Gefühl, dass du dir im Vergleich zu deinen Freunden deutlich weniger leisten kannst? Zieht dich dieses Gefühl auch im Alltag runter? Auch das ist ein Grund, deine Finanzen endlich in den Griff zu bekommen.

4

Weniger Antrieb im Alltag

Finanzieller Stress führt oft zu weniger Motivation und Energie. Auch deine Produktivität auf der Arbeit kann darunter leiden – und langfristig sogar deine finanzielle Situation verschlechtern, wenn man dir kündigen sollte.

Deine To-Do-Liste, um finanziellen Stress zu reduzieren

Es ist wichtig, dass du ehrlich zu dir bist.

Stressen dich deine Finanzen? 

Falls ja, dann solltest du dringend die folgende To-Do-Liste abarbeiten. 

Mir hat sie im Studium sehr geholfen, denn auch ich hatte regelmäßig mit finanziellem Stress zu kämpfen.

1

Verschaffe dir eine Übersicht über deine Schulden

Eine Schuldenübersicht verschafft dir Klarheit darüber, womit du es zu tun hast. Auf dieser Basis kannst du einen Plan schmieden, um deine Schulden loszuwerden.

In der Übersicht sollten:

  1. deine Gläubiger,
  2. die Höhe der Schuld,
  3. Laufzeiten
  4. und die jeweiligen Zinssätze

aufgelistet sein. Anschließend solltest du dich für eine Methode zum Schuldenabbau (Schneeball- oder Lawinenmethode) entscheiden, die du konsequent verfolgst.

2

Starte ein Haushaltsbuch

Neben deinen Schulden, solltest du auch deine Ausgaben kennen. Während du dein Einkommen  nur schwer kontrollieren kannst, hast du bei deinen Ausgaben einen größeren Spielraum.

Wirf einen Blick auf deine Kontoauszüge der letzten Monate und prüfe kritisch, wo dein Geld hinfließt. Gibt es Posten, auf die du verzichten kannst? Nutze diese Sparpotenziale und tilge mit dem Geld lieber deine Schulden oder baue dir damit einen Notgroschen auf.

In Zukunft solltest du definitiv ein Haushaltsbuch führen. Nutze dafür gerne unsere Excel Haushaltsbuch Vorlage.

3

Automatisiere dein Sparverhalten

Wir nehmen uns oft vor, am Ende des Monats einen Betrag X zu sparen. Es kommt jedoch immer etwas Unvorhersehbares dazwischen. Ob der spontane Trip an die Ostsee oder ein neues Fahrrad – wir müssen unser Sparverhalten automatisieren.

Anstatt bis zum Ende des Monats zu warten, solltest du direkt zum Anfang des Monats ein Teil deines Einkommens auf dein Sparkonto parken.

Damit stellst du sicher, dass du immer sparst. Orientiere dich an unserem Mehrkontenmodell.

4

Arbeite mit Budgets

Der Anfang ist schwer. Auch ich konnte meine Budgets selten zu 100% einhalten. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch dran und passt sein Ausgabeverhalten an die Budgets an. 

Das war beispielsweise mein Budget zu Uni-Zeiten:

  • 230 Euro für Lebensmittel & Drogerie
  • 100 Euro für Unterhaltung
  • 50 Euro für Weiterbildung

Immer wenn ich mein Budget unterschritten habe, konnte ich mir mit dem Geld etwas gönnen – diese positive Verstärkung hat mich sehr motiviert.

Budgets ermöglichen dir eine bessere Planbarkeit, geben dir Struktur und vor allem ein großes Maß an Kontrolle über deine finanzielle Situation.

Fazit

Finanzieller Stress ist ungesund. Das zeigen mittlerweile zahlreiche Studien. Die oben genannten Tipps werden dich nicht von heute auf morgen „finanziell gesund“ machen – sie geben dir jedoch den Weg vor. 

Du wirst relativ schnell merken, dass du eine deutlich entspanntere Einstellung gegenüber Geld aufbauen wirst. Das wird sich nicht nur auf deine mentale und körperliche Gesundheit positiv auswirken, sondern auch auf deine Beziehungen und dein Selbstbewusstsein im Alltag.

Falls du mal nicht weiter weißt, dann sprich mit deiner Familie und Freunden über deine aktuelle Lage. Es kostet zwar Mut und Durchhaltevermögen – der Aufwand wird sich jedoch lohnen, versprochen.

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