Die 7 wichtigsten Finanztipps für junge Leute (2020)

Carlos | Oktober 2020 | 5 Minuten

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Studium, Reisen und die erste Wohnung: Für junge Menschen gibt es viele wichtige Entscheidungen zu treffen.

Die wenigsten denken da an die Zukunft, geschweige denn an sowas wie eine Altersvorsorge oder Finanzplanung. Dafür bleibt „später“ noch genug Zeit. Jetzt wird erstmal gelebt.

Machen wir uns nichts vor: diese Gedanken hatten wir alle, wir sollten sie jedoch schnellstens wieder verdrängen.

Denn man kann nicht früh genug anfangen, die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen und mit dem Aufbau von Vermögen starten.

Du baust dir damit ein solides Fundament auf, auf dessen Basis du dir und deiner Familie zukünftig viele Freiheiten gewährleisten kannst.

Wir verraten dir jetzt sieben besten Finanztipps für junge Leute.

Investiere in deine Finanzbildung

Finanzielle Bildung spielt an Schulen nur eine Nebenrolle – wenn überhaupt.

Während wir uns mit Themen wie Kurvendiskussionen, Gedichtsanalysen und anorganischer Chemie beschäftigen, lernen wir in den meisten Fällen noch nicht einmal was Steuern sind.

Die Verantwortung auf die Eltern zu schieben macht wenig Sinn, den auch sie verfügen im seltensten Fall über Finanzwissen, dass sie ihren Kindern vermitteln können.

Du trägst am Ende des Tages die Verantwortung. Fang am besten in jungen Jahren, dich finanziell zu bilden. Dazu kannst du Finanzbücher lesen, dich in Finanzblogs oder über YouTube-Videos zu bestimmten Themen informieren. Außerdem gibt es zahlreiche Spiele, die finanzielle Bildung fördern.

Hier findest du eine kleine Auswahl an Büchern:

Bodo Schäfer

Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million

Niclas Lahmer

Finanzielle Intelligenz: Was Sie in der Schule hätten lernen sollen

Robert Kiyosaki

Rich Dad poor Dad

Haushaltsplan erstellen

Hast du einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben?

Falls nicht, solltest du definitiv anfangen, ein Haushaltsbuch zu führen.

Denn nur wer sein eigenes Budget kennt, kann auch gute Entscheidungen über seine Finanzen treffen.

Erstelle dir am besten eine Excel-Tabelle, in der du deine Einnahmen aus Beruf, Nebenjob oder Bafög (Bundesausbildungsförderungsgesetz einträgst) zusammenfasst, die dir monatlich zur Verfügung stehen.

Daneben trägst du deine durchschnittlichen Ausgaben für Miete, Lebensmittel, Freizeit und Co. ein. Du wirst erstaunt sein, was am Ende tatsächlich übrigbleibt.

Mit dem Geld, das übrigbleibt, solltest du zunächst Schulden abbauen (z.B. einen Studienkredit).

Du kannst gerne unsere kostenlose Excel Haushaltsbuch Vorlage nutzen, die ich bereits seit Jahren verwende, um meine persönlichen Finanzen zu organisieren.

Absicherung mit den richtigen Versicherungen

Viele Leute zahlen für Versicherungen, die sie gar nicht brauchen. Andere zahlen für Versicherungen, die sie brauchen viel zu viel.

Hingegen fehlt ein wichtiger Schutz in viele Fällen.

Besonders Versicherungen, die dich vor finanziellen Verlusten schützen, solltest du in jedem Fall abschließen. Dazu gehört insbesondere eine private Haftpflichtversicherung.

Definition: Private Haftpflichtversicherung

Nach dem Bürger­lichen Gesetz­buch (BGB) haftest du mit deinem ge­sam­ten Ver­mögen für alle Schäden, die du verursachst. Die Privat-Haft­pflichtversicherung übernimmt diese Schäden. Sie begleicht berechtigte Ansprüche und sichert dich finanziell ab.

Hier findest du eine kleine Checkliste mit den wichtigsten Versicherungen für junge Leute:

Für die meisten Menschen ist Arbeit die Grundlage zur Erzielung des Einkommens, das ihnen den Lebensunterhalt sichert. Um im Fall eines Unfalls oder Krankheit nicht in eine existenzielle Notlage zu rutschen, gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Eine Hausratversicherung schützt ersetzt finanzielle Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel sowie bei Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus nach einem Einbruch in der Privatwohnung entstehen. Als Student sollte man beachten, dass man evtl. noch bei den Eltern mitversichert ist.

Wenn du Auto fährst, musst du eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Doch ob es auch noch eine Teil- / Vollkaskoversicherung sein muss, hängt von zwei Faktoren ab:

  1. von deinen Finanzen
  2. und vom Auto.

Für ältere Modelle macht ein Kaskoschutz selten Sinn.

Baue dir eine Notfallrücklage auf

Eine Notfallrücklage ist einer der wichtigsten Finanztipps für junge Leute.

Wer krank oder arbeitslos wird, der verdient erstmal nichts,  während die Lebenshaltungskosten ganz normal weiterlaufen.

Daher gilt die wichtigste Regel der privaten Finanzplanung: Baue dir eine Notfallrücklage auf, mit der du dich vor unerwarteten Ereignissen schützen kannst. Das können Arbeitsausfälle wegen Krankheit sein, Reparaturkosten am Haus oder auch „spontane“ Arbeitslosigkeit sein.

Im Idealfall sollten deine Rücklagen deine durchschnittlichen Gesamtkosten für sechs Monate abdecken. Das gibt dir und deiner Familie die notwendige Flexibilität.

Dieses Geld solltest du direkt auf einem Tagesgeldkonto parken, sodass du jederzeit darauf zugreifen kannst. Investieren solltest du dieses Geld nicht.

Wichtig: Warum Investieren nicht immer Sinn macht

Stell dir einmal vor: In 5 Jahren willst du auf Weltreise gehen und planst mit einem Budget von 30.000 Euro. Du hast heute 26.000 Euro bereits gespart und planst jeden Monat 100 Euro zur Seite zu legen, um in 5 Jahren genug Geld für die Reise zu haben.

Auf dem Tagesgeldkonto beträgt dein Erspartes in 5 Jahren 32.000 Euro (abzgl. Inflation ca. 30.000 Euro).

Investierst du das Geld, kannst du in 5 Jahren zwar deutlich über den 30.000 Euro liegen – aber auch unter deinem Ziel, aufgrund kurzfristiger Schwankungen an den Börsen.

Aus dem Grund empfehlen wir bei kurz- und mittelfristigen Zielen, das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu parken, während für langfristige Ziele ein breit gestreutes ETF-Portfolio die bessere Wahl ist.

Fange so früh wie möglich an mit deiner Altersvorsorge

Je früher du mit dem Aufbau von Vermögen startest, desto besser.

Der Zinseszinseffekt braucht Zeit, um dein Geld wachsen zu lassen. Und genau dafür ist ein langer Anlagehorizont ideal. Bereits kleine Sparbeträge (ab 25 Euro) entwickeln sich auf Dauer in ein kleines – oder großes – Vermögen. 

Und 25 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan zu investieren, sollte auch für Studenten oder Azubis mit ein wenig Fleiß möglich sein.

Ein Beispiel: 100 Euro pro Monat, MSCI-World, seit 2000.

Hättest du im Jahr 2000 jeden Monat 100 Euro in einen diversifizierten ETF-Sparplan, der den MSCI-World nachbildet, investiert, dann würdest du dich heute über ein Vermögen in Höhe von 51.040,61€ freuen (durch. Rendite: 7% p.a.). Davon hättest du 24.000€ durch deine Sparleistung erbracht. Die restlichen 27.040,61€ kommen vom Wertzuwachs deiner Investments. Und das, obwohl es in den vergangenen Jahren zahlreiche Krisen (Dotcom, globale Bankenkrise, Euro-Krise & Corona-Krise) an den Finanzmärkten gab.

Ein langer Atem zahlt sich eben aus.

Wer Zeit investiert und geduldig bleibt, der wird von seiner Geldanlage mit einer ordentlichen Rendite belohnt. Da gerade bei jungen Leuten der Rentenbeginn noch über 30-40 Jahre in der Zukunft liegt, solltest du frühzeitig starten.

Eröffne dir einfach ein Depot bei einem günstigen Online-Broker und automatisiere deine private Altersvorsorge mit einem ETF-Sparplan.

Weitere Lektüre zum Thema:

Denke auch an deine mittelfristigen Ziele

Deine Notfallrücklage (Finanztipp – Nr. 4) sichert dich gegen kurzfristige Risiken ab, mit deinem ETF-Sparplan sorgst du für das Alter vor – aber was ist mit deinen mittelfristigen Zielen?

Eine Weltreise, ein Sabbatjahr oder die Hochzeit gehören irgendwie auch finanziert. Lege diese Sparziele für dich fest und bespare sie regelmäßig über ein Mehrkontenmodell.

Heißt konkret: Für jedes Ziel hast du auf der Bank ein Unterkonto bzw. Sparkonto. Mit einem Dauerauftrag besparst du diese Ziele regelmäßig, bis du den Endwert erreicht hast.

Für mittelfristige Ziele empfehle ich dir, auf Anlageformen mit hoher Liquidität und sehr geringem Risiko zu setzen. Damit eliminierst du das Risiko, dass kurzfristige Schwankungen den Wert deiner Ersparnisse nach unten zerren.

Passives Einkommen aufbauen

Wer finanziell unabhängig leben will, sollte sich frühzeitig überlegen, wie er/sie passives Einkommen generieren kann.

Passives Einkommen ist Einkommen, dass aus einer Leistung in der Vergangenheit resultiert. Du entscheidest dich für eine bestimmte Form (z.B. Aufbau eines Nischenblogs, E-Book etc.) und investierst zu Beginn sehr viel Zeit in den Aufbau der Einkommensquelle.

Während du in der Anfangsphase sehr viel Zeit investieren musst, reduziert sich der Aufwand im Laufe der Zeit, während du weiterhin Erträge erzielst.

Hier sind ein paar weitere Beispiele:

Wenn du eine Aktie direkt oder über einen Fonds hältst, kannst du je nach Unternehmen Dividenden kassieren. Eine Dividende ist nichts mehr als ein Teil der Gewinne, die von Unternehmen ausgeschüttet werden.

Dividendenaktien bieten langfristig gute Chancen Vermögen aufzubauen, da du im Endeffekt lediglich dafür bezahlt wirst, Aktien zu halten.

Vorsicht: Nicht jedes Unternehmen schüttet Gewinne an seine Aktionäre aus. Schau dir am besten bei finanzen.net die Kennzahlen zur Dividendenpolitik an, bevor du investierst.

Immobilien sind der absolute Klassiker beim Thema passives Einkommen. Hat man einmal die Immobilie erstanden, ist der restliche Verwaltungsaufwand entweder zu vernachlässigen oder an einen Verwalter abzugeben.

Ist das Objekt vermietet, wirft es monatlich ein passives Einkommen in Form der Mieteinnahmen ab. Gleichzeitig bieten Immobilien-Objekte im Falle von Wertsteigerungen ebenfalls zusätzliche Gewinne.

Mit ein wenig Unternehmergeist und viel Kreativität kann JEDER einen erfolgreichen Blog starten – es könnte nur eine Weile dauern, bis du erste Erfolge siehst.

Je mehr Zeit du investierst, desto größer der Erfolg.

Unser Geheimtipp: Lerne SEO, Social-Media-Marketing und baue dir eine coole Website.

Mit WordPress, Squarespace oder WIX ist das ein Kinderspiel. Der SEO-Blog von Brian Dean oder Neil Patel ist der heilige Gral schlechthin für Blogger. Dort wirst du eine Menge Wissen finden, das dir dabei helfen wird, deinen Blog auf #1 in den Suchmaschinen zu befördern.

Gerade wenn du ein passives Einkommen generieren möchtest, solltest du den Fokus auf Themen mit wenig Wettbewerb (Nischenseite) setzen.

Durch verschiedene Einnahmequellen wie laufende Werbeanzeigen (Google AdSense), Sponsoring und Affiliate-Marketing wird sich deine Arbeit langfristig auszahlen.

Online-Kurse sind nicht auf bestimmte Themen beschränkt. Bist du zum Beispiel ein absoluter SEO-Nerd? Entwickle einen Kurs! Hast du viel Erfahrung mit WordPress oder einem anderen CMS? Entwickle einen Kurs!

Udemy ist eine exzellente Plattform, auf der du deine Kurse hosten kannst. Außerdem profitierst du dort direkt von den bereits existierenden Nutzern.

Worin auch immer du gut bist – es wird sich immer ein Publikum finden.

Falls du keine Lust hast, vor der Kamera zu stehen, kannst du dein Wissen auch in ein E-Book oder Hörbuch verpacken und verkaufen (s.o.).

Du bist auf Reisen und dein Auto steht die meiste Zeit ungenutzt herum? Dann vermiete es doch! Ich kenne viele Menschen, die auf diese Art sogar ihren kompletten Urlaub finanzieren konnten.

Die Rechnung ist ganz einfach: 14 Tage Urlaub x 50 Euro Tagesmiete = 700 Euro passives Einkommen. Je nach Automodell wirst du mehr oder weniger einnehmen.

Das Spannende ist, dass privates Carsharing durch immer mehr Plattformen (z.B. Drivy) ein Kinderspiel geworden ist.

Kleiner Bonus: Carsharing ist nicht nur eine gute Quelle für passives Einkommen, sondern auch ein dankbarer Beitrag zum Umweltschutz.

Finanztipps für junge Leute: Die häufigsten Fragen

Eine der wichtigsten Finanztipps für junge Leute ist es, so früh wie möglich mit der privaten Altersvorsorge zu starten. Starte mit einem ETF-Sparplan. Solche kannst du bereits ab 25 Euro pro Monat besparen. Wähle im Idealfall einen breiten Index (z.B. MSCI-World) aus, um deine Einzelrisiken zu reduzieren.

Sparen ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin ein beliebter Trend: In Deutschland legen 85 Prozent der Jugendlichen monatlich Geld zurück. Wir empfehlen dir eine Sparquote von 10 bis 20 Prozent deines monatlichen Nettoeinkommens. Eine Notfallrücklage in Höhe von 6x deinen monatlichen Lebenskosten verschafft dir große Freiräume.

Versicherungen sind wichtig. Zwar bedeuten sie heute einen Abfluss von Cash, morgen können sie dich jedoch vor einer finanziellen Schieflage retten. Wir empfehlen in jedem Fall zu einer Privat-Haftpflichtversicherung. Über eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Hausratsversicherung oder eine Autoversicherung solltest du im Einzelfall nachdenken. Es kann sich lohnen.

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