Leben entschleunigen: 7 effektive Tipps für weniger Stress (2020)

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Carlos Link-Arad
Gründer von Beyond Saving

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Wer kennt ihn nicht?

Den Druck, sehr viel in möglichst kurzer Zeit gleichzeitig zu erledigen.

„Beschleunigung“ ist ein prominentes Phänomen unserer Zeit. Der Wettbewerb in unserer Gesellschaft ist groß, der Neid auf andere wächst und die meisten kommen aus diesem Hamsterrad einfach nicht mehr raus.

Was dagegen hilft? Probier’s mal mit „Entschleunigung“.

Sie bringt Ruhe in unseren Alltag und hilft, Stress abzubauen.

Ich habe Anfang 2020 einen spannenden Versuch gewagt.

Einen Monat lang ab 17:30 Uhr mein Handy auszuschalten und erst am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder einzuschalten.

Das Ergebnis: Die ersten Tage waren komisch, weil ich einen starken Impuls hatte abzubrechen. Nach der ersten Woche kam jedoch eine extreme Wende.

Der Impuls war weg, ich war in diesem Zeitraum deutlich entspannter, kreativer im Job und ich hatte gefühlt mehr Zeit für meine Familie.

Meine Empfehlung (und kleiner Spoiler): Gönnt euch am Abend mindestens 2-3 Stunden vor dem Einschlafen eine Handy-Pause.

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78% sind viel - die Zahlen sind jedoch aus 2017, in 2020 ist mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen.
Inhaltsverzeichnis

„Beschleunigung“ ist das Phänomen unserer Zeit

Es ist paradox: Technische Innovationen wie zum Beispiel Waschmaschinen, Messenger-Apps oder Zeitschaltuhren sollen uns Arbeit abnehmen oder zumindest erleichtern.

Man sollte meinen, wir hätten dadurch mehr Zeit, uns zu entspannen.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Weil wir mehr Zeit haben, nehmen wir uns mehr vor und geraten deshalb oft in Stress.

Der Soziologie Hartmut Rosa hat einen Begriff für dieses Phänomen definiert: „Beschleunigung“.

Beschleunigung ist das Kernelement jeglicher Modernisierung – und damit Segen und Fluch unserer Zeit.

Durch den Anstieg an Möglichkeiten, stehen wir unter dem ständigen Druck, möglichst viel zu machen, das Leben auszukosten und bloß nichts zu verpassen.

Das führt allerdings nicht zwangsläufig zu mehr Zufriedenheit, sondern ganz im Gegenteil – schlimmstenfalls zum Burnout. Es geht noch schlimmer. Stress wurde in zahlreichen Studien bereits als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen identifiziert.

Was sollten wir also tun, um derartige Folgen zu vermeiden? 

Es gibt ein paar einfache Methoden, mit denen wir unser Leben entschleunigen und Stress abbauen können.

Wir haben die sieben effektivsten Tipps für dich zusammengefasst, die du problemlos in deinen Alltag integrieren kannst.

Lass uns loslegen.

Sag einfach mal "Nein"

Klingt einfach, fällt uns aber oft schwer. 

Wir sind von Natur aus hilfsbereit und tendieren dazu, öfter „Ja“ zu sagen, als uns eigentlich guttut und wir uns gesundheitlich leisten können.

"It comes from saying no to 1.000 things, to make sure we don't get on the wrong track or try to do too much."

Steve Jobs

Sag die Verabredung zum Kaffee mit deiner Verwandtschaft einfach ab, wenn du gerade keine Nerven dafür hast und verpflichte dich nicht dazu, auf den Hund einer Freundin am anderen Ende der Stadt aufzupassen, wenn es dir zu viel ist.

Wenn du merkst, dass dich ein Termin oder eine Aufgabe stresst, dann bist du nicht der Höflichkeit verpflichtet und darfst auch mal freundlich „Nein“ sagen.

Nutze Wartezeiten zum Durchatmen

Die Schlange an der Supermarktkasse, der Stau auf dem Weg zur Arbeit, die Verspätung der Straßenbahn – (kurze) Wartezeiten stressen uns enorm, weil wir gewohnt sind, dass alles schnell geht.

Der Stress, der dabei entsteht, ändert an der Situation jedoch gar nichts, er macht sie höchstens schlimmer. Aus dem Grund sollten wir diese Zeit lieber zum Durchatmen nutzen.

Fokussiere dich in solchen Situationen auf dich selbst, atme entspannt durch und behalte einen kühlen Kopf. Alternativ kannst du dir auch deine Kopfhörer schnappen und einfach mal einen Podcast hören.

Willst du auch deine Finanzen meistern und stressfrei Vermögen aufbauen?

Mit wertvollen Tipps & Tricks aus unserem Leben nehmen wir dich an die Hand und durchlaufen gemeinsam die Welt der Finanzen. Jeden Donnerstag um 18 Uhr in deinem Posteingang.

Digital Detox – Digital entgiften

Digital Detox kommt ursprünglich aus den USA, genauer aus dem Silicon Valley.

Es scheint fast widersprüchlich, dass ausgerechnet aus dem Mekka der Computerindustrie keine neue Software oder die nächste große App kommt, sondern der Trend, für längere Zeit einfach abzuschalten – und zwar konsequent.

Detox kommt aus dem Englischen und bedeutet Entgiftung. Der Begriff ist auch im Bereich der Ernährung schon angekommen. Hier geht es darum, den eigenen Körper zu entgiften, in dem man auf bestimmte Lebensmittel verzichtet.

Das Grundprinzip des Verzichts macht sich auch das Digital Detox zunutze und setzt auf völlige Abstinenz von jeglichen digitalen Medien, mit denen du dich normalerweise täglich oder sogar stündlich umgibst.

Konkret bedeutet das: Kein Internet, keine E-Mails, kein Smartphone, kein Instagram – und am besten auch völlig auf den Fernseher verzichten. Die digitale Entgiftung hat sich als Gegenbewegung zur ständigen Vernetzung und Erreichbarkeit entwickelt.

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Digital Detox ist mein Lieblingsrezept für die totale Entspannung. Probier's mal aus!

Loslassen ist jedoch einfacher gesagt, als getan.

Der häufigste Grund: Die Angst, etwas zu verpassen – oder einfach FOMO (Fear of missing out).

Wir versuchen immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, um zu wissen, was in der Welt und gerade bei unseren Freunden und in der Familie los ist. WhatsApp-Gruppen, Instagram-Stories… Darauf zu verzichten, fällt den meisten unheimlich schwer.

Einerseits befürchten wir, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein und andererseits, nicht mehr mithalten zu können.

Das ist ein großer Fehler. Denn der Ausstieg und das bewusste Fokussieren auf die eigene Person steigert das Selbstbewusstsein, nimmt uns den Druck von den Schultern und beendet das ständige digitale Vergleichen mit anderen Menschen.

Es mag dir zwar am Anfang schwerfallen, mit der Zeit wirst du dich jedoch an die „Abstinenz“ gewöhnen und relativ schnell einen positiven Effekt spüren.

"Diese und viele andere häufig beobachteten Phänomene zeigen, dass es ein Minimum von etwa 21 Tagen erfordert, damit sich ein altes mentales Bild (Gewohnheit) auflöst und ein neues bildet."

Dr. Maxwell Maltz

Im "Hier und Jetzt" leben

Wir sitzen durchschnittlich 37,7 Stunden pro Woche bei der Arbeit am Computer – unsere Gedanken sind aber irgendwo in der Karibik, beim Einkaufen, auf Instagram oder beim nächsten Date.

Wenn du merkst, dass du abschweifst, versuche dich bewusst auf die Gegenwart zu konzentrieren. Wo bist du gerade? Was machst du? Und wie fühlst du dich? Was mir in letzter Zeit sehr hilft, sind Meditation-Podcasts. Zum Beispiel: A Mindful Mess Meditation Journey mit Dariadaria

Mit ein bisschen Übung kannst du deinen Alltag entschleunigen, indem du im Kopf da bleibst, wo dein Körper ist.

Gönne dir eine Auszeit - und mach einfach mal nichts

Nimm dir eine Auszeit und entschleunige dein Leben.

Dafür musst du nicht gleich ans andere Ende der Welt reisen. Meist reicht schon ein Tag im Grünen, um zur Ruhe zu kommen. Nutze gleich das Wochenende!

Fang an, ein Tagebuch zu führen, gehe an die frische Luft, wandere oder jogge, lies den Roman, der seit Jahren schon im Regal steht, lege dich in die Badewanne, meditiere oder mache einfach mal gar nichts. 

Pure Entspannung ist angesagt.

Eine solche Auszeit kann bei jedem anders aussehen. Die Hauptsache ist: Gönne dir regelmäßig bewusst Lücken in deinem Kalender für Pausen dieser Art.

Achtsam sein

Achtsamkeit ist eine Form der Meditation, die ursprünglich aus dem Buddhismus stammt.

Im Endeffekt geht es darum, Momente bewusst zu erleben und auf seine inneren Regungen zu horchen – ohne jegliche Wertung. So baust du Stress ab und bringst Entschleunigung in dein Leben.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die positive Wirkung der Achtsamkeitspraxis auf unsere Gesundheit und unser Wohlempfinden bestätigt.

Hier sind ein paar Übungen, die du sehr leicht in deinen Alltag einbauen kannst.

Probier’s einfach mal aus.

Ausreden ignorieren und Sport machen

Last, but not least.

Stress abbauen mithilfe von Sport ist ein sehr effektives Mittel.

Eine Studie aus den USA im Jahr 2000 bestätigt genau diese These:

Der Neuropsychologe James Blumenthal untersuchte während eines sechsmonatigen Experimentes 156 Depressionskranke. Dabei unterteilte er die Patienten in drei Gruppen: Gruppe 1 wurde ausschließlich Anti-Depressiva zur Heilung der Krankheit verabreicht; Gruppe 2 betätigte sich sportlich und erhielt zusätzlich Medikamente; Gruppe 3 nahm keine Medikamente zu sich, sondern sollte nur Sport machen. Im Endeffekt hatte die letzte Gruppe die besten Erholungsquoten unter den Studienteilnehmern.

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James Alan Blumenthal ist Professor für Psychologie & Neurologie an der Duke Universität (USA)

Um dein Leben zu entschleunigen, eignen sich bereits einfache Sportarten wie Joggen oder einfach mal eine Runde im Wald spazieren gehen.

Unser Geheimtipp: Sport kann Stress nicht nur abbauen, sondern auch vorbeugen. Aus dem Grund empfehlen wir dir, vor der Arbeit Sport zu machen. US-Präsident Obama ging regelmäßig 45 Minuten vor den ersten Meetings am Morgen joggen.

Kennst du weitere Tipps und Methoden, die beim Entschleunigen helfen? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Was hat dir geholfen? Schreib uns in den Kommentaren.

Leben entschleunigen: Die häufigsten Fragen

Entschleunigung und Stressabbau lassen sich hervorragend durch Bewegung und Sport, wie Joggen, Walking, Schwimmen, Tanzen, Tennis, Squash, erreichen. Stressbewältigung durch Sport hat den großen Vorteil, dass die Stresshormone schnell abgebaut werden. Achtsamkeit im Alltag kann helfen, Stress zu reduzieren.

Welche Sportart am besten gegen Stress hilft, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und sollte Individuell ausgetestet werden. Folgende Sportarten können dabei helfen, Stress aktiv abzubauen: Schwimmen, Joggen, Rad fahren oder Wandern. Innere Stärkung durch Ruhe und Entspannung: Yoga oder Qi-Gong sorgen für eine bewusste Entschleunigung.

Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen für Stress gehören Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen und Atembeschwerden. Kopf-, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen gehören ebenso zu den häufigen Symptomen. Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall, Verstopfung, Reizdarm und Sodbrennen können auch Anzeichen für einen zu hohen Stresspegel sein.

In Belastungssituationen setzt der Organismus Hormone wie Adrenalin und Kortisol frei. Diese aktivieren den Körper und bereiten ihn auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vor. Dabei sind alle Bereiche des Körpers betroffen.

2 Antworten auf „Leben entschleunigen: 7 effektive Tipps für weniger Stress (2020)“

Halli Hallo,

tolle Tipps. Vor allem die digitale Entschleunigung finde ich sehr wichtig. Bei mir werden beispielsweise Mails maximal 2 Mal pro Woche beantwortet und für WhatsApp gibt es jeden Tag EIN Zeitintervall, in dem ich antworten schreibe. Seitdem ich dies so mache, wissen Freunde, Verwandte und Bekannte, dass ich nur auf die wahrhaft wichtigen Nachrichten antworte. Sinnlose Spaß-Bilder oder Links bekomme ich schon lange nicht mehr. Das spart viel Zeit.

Einen Punkt vermisse ich. Die DANKBARKEIT – was manchmal etwas spirituell klingt, entschleunigt super und dafür braucht es manchmal nur Bruchteile von Sekunden.

Ein entschleunigtes Wochenende wünscht

Christian

Hallo Christian,

danke dir für deinen netten Kommentar! 🙂

Wow, das ist wirklich super, dass du dich besonders von dieser Erwartungshaltung, immer erreichbar sein zu müssen, gelöst hast. Kann mir vorstellen, dass du mit diesem Lifestyle deutlich weniger Stress ausgeliefert bist als andere. Ich habe mal in einer Studie gelesen, dass wir im Durchschnitt über 20 Mal am Tag aufs Handy schauen.

Sehr guter Hinweis, gib mir 1-2 Tage, dann füge ich das dem Artikel hinzu – ist ein sehr wichtiger Punkt mein Lieber!

Ein entschleunigtes Wochenende wünsche ich dir auch,

Carlos

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