Minimalistisch leben: Mit diesen 14 Tipps gelingt es dir (2020)

Carlos | September 2020 | 5 Minuten

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Das Wichtigste in Kürze:
  • Minimalistisch leben ist seit einigen Jahren im Trend. Dabei geht es nicht um den reinen Spargedanken hinter dem Lifestyle, sondern vielmehr um die positive Auswirkungen auf die Umwelt
  • Minimalistisch leben heißt nämlich auch bewusster zu leben und seine Ressourcen effizienter und nachhaltiger zu nutzen
  • Es geht darum sich unabhängig von der Konsumwelt zu machen und sich mehr auf sich selbst zu fokussieren
  • Auch finanziell lohnt sich ein minimalistischer Lebenstil. Wir geben weniger aus für Konsum und gehen mit unseren Dingen nachhaltiger um. Wir und die Umwelt profitieren – eine Win/Win-Situation.

Minimalistisch leben ist ein Lifestyle, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Unsere moderne Gesellschaft ist stark von den Werten Konsum, Besitz und Leistung getrieben. Wer sich nicht daran orientiert, gehört zum Außenseiter.

Ein minimalistischer Lebenstil stellt sich gegen die Priorisierung von Konsum. Im Vordergrund steht die Reduzierung auf das Wesentliche. Das heißt nicht, dass man von heute an im Campervan leben muss. Es geht im Prinzip darum sich Schritt-für-Schritt Freiräume zu schaffen, die einem helfen sich weniger auf das „Haben“ und mehr auf das „Sein“ zu fokussieren.

Wir müssen aufhören uns ständig zu vergleichen und mehr im Einklang mit uns selbst sein. Machen wir den Job, den wir lieben? Sind wird zufrieden mit unserem Freundeskreis? Brauche ich alle Gegenstände, die ich zu Hause habe?
Ein toller Film, der das Thema behandelt ist „100 Dinge“ mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer. Schau dort definitiv mal rein und lasst euch ein wenig inspirieren.

Glück zu empfinden ist in der dynamischen, wettbewerbsorientierten Welt, in der wir leben, bei vielen abhängig davon, wie sie in Relation zu anderen dastehen. Das eigene Haus ist am Ende des Tages weniger wert, wenn der Kollege ein deutlich moderneres Haus gekauft hat.

Diese Denkweise spiegelt sich in zahlreichen Lebensbereichen wieder. Die Auswirkungen auf unsere Umwelt werden dabei konsequent unterschätzt bzw. ignoriert.

Warum ein nachhaltiges Leben so wichtig ist

Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr.

Die globale Erderwärmung, der CO2-Austoß sowie die steigende Plastikverschwendung sind alarmierende Entwicklungen, die wir am Ende des Tages mit unserem Verhalten steuern. Unser Fleischkonsum verschwendet nicht nur eine Menge Wasser, sondern gehört zu den größten Einflussfaktoren auf die steigende Erderwärmung.

Der anhaltende Konsumwahn, „Fast Fashion“ und Plastiknutzung tragen ebenfalls dazu bei und sorgen für einen großen Teil der weltweiten Umweltverschmutzung. Die Ozeane werden mit dem Plastik überflutet, was nicht nur einzelne Tiere gefährdet, wie es Politker gerne darstellen – sondern ganze Ökosysteme.

Dokumentationen wie „Taste the Waste“ (Lebensmittelverschwendung) oder „A Plastic Ocean“ (Plastikverschwendung) haben schon zu einem kleinen Umdenken geführt und auch die Story rund um Greta Thunberg hat Millionen von Leuten weltweit inspiriert.

Es tut sich was, wir können alle unseren Beitrag dazu leisten.

14 Tipps, wie wir im Alltag minimalistisch leben können

Wir haben für dich die 14 besten Tipps zusammengefasst, mit denen du im Alltag minimalistisch leben kannst:

Laufen statt Fahren

Lass dein Auto einfach mal stehen. Natürlich kann es gemütlicher sein mit dem Auto unterwegs zu sein, aber wer zu Fuß geht, den stört kein Stau, man muss nicht tanken und man ärgert sich nicht über andere Verkehrsteilnehmer. Schnapp dir einen Podcast und höre ihn auf dem Weg zur Arbeit oder zum Treffen mit deinen Freunden ganz entspannt. Minimalistischer geht es kaum.

Gönne dir eine Digital Detox Kur

Wir schauen im Schnitt 16 Mal am Tag auf unser Handy. Die Abhängigkeit von elektronischen Geräten war noch nie größer. In einer Welt, in der so viel passiert, haben die Leute einfach Angst Dinge zu verpassen (sog. FOMO-Effekt).

Die ständige Erreichbarkeit und die hohe Verweildauer sind jedoch alles andere als gesund. Unser Stresslevel steigt nachweislich und sorgt für eine stetige Anspannung. Darunter leidet auch unsere Produktivität und Konzetrationsfähigkeit.

Aus dem Grund: Setzt dir Zeiten, an denen du am Handy bist und Zeiten ab denen du in den Offline-Modus umsattelst. Glaub mir, du wirst die „entschleunigende“ Wirkung nach ein paar Tagen spüren.

Verzichte auf teure Abos oder teile sie mit Freunden

Ein Podcast, ein Streaming-Abo, ein E-Commerce-Abo und ein Live-Sport Abo – das ist bei vielen Menschen Standard. Die hohen Fixkosten, die dadurch entstehen stehen zum Teil in keinem Verhältnis mit dem Nutzen.

Notiere dir alle Abos, die du abgeschlossen hast und prüfe, ob du die Dienste wirklich nutzt. Hierfür kannst du unsere Excel Haushaltsbuch Vorlage nutzen.

In vielen Fällen kann es sich auch lohnen auf ein Familien-Abo umzusteigen, um Kosten zu sparen. Auch ein Prime-Konto bei Amazon macht nicht immer Sinn, denn ob die Lieferung morgen oder übermorgen ankommt sollte eigentlich egal sein.

Zu Hause ausmisten: Brauche ich das wirklich?

Besitz kommt mit Verantwortung, weil wir uns um die Dinge kümmern, die wir besitzen. Je weniger wir haben, desto mehr Zeit bleibt uns für andere Sachen.

Das ist nicht so banal, wie es klingen mag, denn wir kaufen ständig neue Dinge, die wir nicht wirklich brauchen – sondern weil sie beispielsweise gerade im Angebot sind. Was im Einzelfall relativ unproblematisch wirkt, kann sich in Summe als durchaus schwierig darstellen, wenn wir plötzlich den Dachboden und den Keller voller Sachen haben.

Unser Tipp: Überlegt euch vor dem Kauf immer, ob ihr es wirklich braucht und mistet regelmäßig zu Hause aus und verkauft die Dinge auf dem Flohmarkt. Das füllt die Kasse und schafft Freiräume.

Mache keine (schlechten) Schulden

Nimm keine Schulden für Konsum auf. Über 3,2 Millionen Deutsche haben laut einer aktuellen Studie der smava GmbH Kredite aufgenommen, um sich ihren Urlaub zu finanzieren. Das ist ein großer finanzieller Fehler.

Was du dir nicht leisten kannst, solltest du auch nicht kaufen. Schulden belasten nicht nur deine Finanzen, sondern auch deine Psyche. Robert Kiyosaki hat einst gesagt: „Was du dir nicht zweimal von deinem Geld kaufen kannst, kannst du dir nicht leisten.“

Befrei dich von dieser Last, indem du erst gar nicht in die Versuchung kommst. Setze dir finanzielle Ziele, automatisiere dein Sparverhalten und verdiene dir deinen Konsum (falls du ihn als notwendig betrachtest). Wir müssen nicht heute alles haben, das Warten kann sich manchmal lohnen.

Trinke mehr Leitungswasser

Das Leitungswasser in Deutschland gehört zu den saubersten auf der ganzen Welt. Anstatt Zeit und viel Geld für Wasser aus der Flasche zu verschwenden, kannst du dir einfach einen guten Filter kaufen und das war’s.

Ein positiver Nebeneffekt: Du verzichtest auf Plastikflaschen, welche die globale Umweltverschmutzung fördern. Auch für unterwegs kannst du auf Leistungswasser setzen. Kauf dir einfach eine Glasflasche und fülle sie vor dem Rausgehen.

Verzichte auf To-Go Lebensmittel & Getränke

Ein Kakao hier, ein Smoothie dort – wer unterwegs kauft, verbrennt sehr viel Geld. Das fällt einem beim Kauf nicht auf, wer jedoch ein Haushaltsbuch führt, wird relativ schnell merken wie sich die Einzelbeträge aufsummieren.

Trink den Kaffee lieber entspannt zu Hause bei einem Buch oder mit deinen Kollegen auf der Arbeit. Unterwegs musst du ständig darauf achten, dass du nichts umschüttelst und kannst im seltensten Fall dein Essen oder Trinken genießen.

Bonustipp: Gehe niemals hungrig einkaufen, das schafft nur Anreize dir „Snacks“ für den Heimweg zu kaufen.

Selber kochen mit frischen Zutaten

Fertig- und Halbfertiggerichte vom Supermarkt sind alles andere als minimalistisch. Sie stecken im Normalfall voller Zusatzstoffe und Aromen, die weder gesund noch nachhaltig sind.

Koch lieber selbst. Kaufe frische Zutaten im Bio-Markt ein, such dir ein passendes Rezept im Internet raus und fang an zu experimentieren. Das eignet sich besodners als tolle Aktivität mit Freunden. Außerdem förderst du damit regionale Bauern und schützt die Umwelt.

Wer einen (Klein-) Garten hat, kann zudem Gemüse anbauen. Es gibt kein schöneres Gefühl, als Lebensmittel zu essen, die man selbst „großgezogen“ hat.

Nutze Foodsharing-Angebote

Foodsharing ist hervorragend geeignet um Geld zu sparen und einen positiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Über 13 Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen jedes Jahr in Deutschland im Müll. Das geht aus einer Umfrage der WWF aus 2019 hervor.

Über die Plattform Foodsharing.de kannst du Lebensmittel aus Supermärkten, die ansonsten in der Tonne landen würden, retten und selbst verwerten. Die Lebensmittel sind noch gut, drüfen aufgrund der strengen regululatorischen Vorgaben von den Supermärkten jedoch nicht mehr angeboten werden.

Auch die App Too Good To Go ist perfekt, um günstig essen zu gehen und Lebensmittel vor dem Abfall zu retten.

Verzichte auf Plastik beim Einkaufen

Weniger Plastik bedeutet auch weniger Müll – also weniger überflüssiger Kram und mehr Minimalismus. Außerdem sparst du Zeit beim Entpacken und Entsorgen.

Natürlich ist das Angebot an plastikfreien Märkten bislang eingeschränkt, aber auch im Supermarkt und auf Wochenmärkten kannst du Verpackungen reduzieren.
Auch hier spielt der Umweltaspekt eine große Rolle.

Das Plastik, das wir verschwenden landet oft im Meer, wo es ganze Ökosysteme gefährdet.

Raus aus der Stadt, rein ins Land

Eine der besten Entscheidungen in meinem Leben war der Umzug ins Grüne. Auf dem Dorf kann ich dem Stress der Arbeitswelt, dem Shopping-Wahn und der verschmutzten Luft entfliehen.

Es gibt nichts schöneres als Morgens im Grünen Joggen zu gehen oder am Wochenende zum See zu laufen und eine Runde zu schwimmen. Du hast deutlich mehr Freiraum, um dich auf dich zu fokussieren und einfach mal zu entspannen.

Probiere es einfach mal aus. Du wirst schnell herausfinden, wie ein minimalistisches Leben aussehen könnte.

Lerne selbst zu Reparieren

Kennst du die Situation? Die Waschmaschine springt nicht an, du bist handwerklich wenig begabt und der einzige Ausweg ist der Handwerker oder ein neues Gerät? Das kann ziemlich teuer werden.

Anstatt dich abhängig zu machen, kannst du dich einfach mal ausprobieren. Auf YouTube findest du beispielsweise tausende von Erklärvideos, mit denen du Reparaturen selbst in die Hand nehmen kannst.

Minimalistisch leben heißt auch, dass man Dinge möglichst lange nutzt. Versuche immer Dinge zu reparieren, um deinen Geldbeutel zu schonen.

Setze auf Second-Hand-Mode

Anstatt dir immer neue Klamotten zu kaufen, schaue doch mal bei Second-Hand-Läden vorbei oder nutze Online-Plattformen à la Kleiderkreisel, um gebrauchte Klamotten zu kaufen.

Auf dieses Art reduzierst du den Bedarf nach einer Neuproduktion, schonst die Umwelt (weniger CO2-Austoß) und machst einen anderen Menschen glücklich.

Wer minimalistisch leben will, sollte darauf achten Dinge möglcihst lange im Kreislauf zu behalten. Es ist wichtig, dass wir effizienter mit unseren Ressourcen umgehen.

Bücher für Menschen, die ein minimalistisches Leben haben möchten

Wer sich in mit dem Thema Minimalismus intensiver beschäftigen möchte, kann sich von den folgenden Büchern inspirieren lassen:

Minimalistisch leben: FAQ

Wer minimalistisch leben möchte, hat das Ziel, weniger und bewusster zu konsumieren. Es geht darum, mehr Freiraum für Dinge zu schaffen, die einen wirklich glücklich machen.

Eine der zentralen Aussagen des Minimalismus ist, dass weniger Besitzt auch mehr Lebensqualität bedeutet. Es geht keineswegs darum, konsequent alles zu verkaufen, was man besitzt - sondern darum, sich auf die Dinge zu beschränken, die man wirklich braucht.
Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Westeuropäer etwa 10.000 Gegenstände besitzt, ist das gar nicht so einfach.

Auf jeden Fall. Wer minimalistisch lebt, hat im Durchschnitt eine höhere Sparquote als andere, da man deutlich weniger konsumiert.

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